1. FC Köln: Stöger kündigt nach 1:1 in Paderborn Konsequenzen an

1. FC Köln : Stöger kündigt nach 1:1 in Paderborn Konsequenzen an

Statt sportlicher Weiterentwicklung hat der 1. FC Köln am dritten Zweitligaspieltag einen neuerlichen Rückschritt vollzogen. Dass man am Ende einer tristen Vorstellung beim SC Paderborn noch zum dritten 1:1 kam, war mehr als glücklich und entsprach nicht den Kräfteverhältnissen.

Denn das klare Chancenplus lag bei den Gastgebern, die neben dem Treffer von Markus Krösche (15.) zwei Mal am Aluminium scheiterten, denen ein Strafstoß wegen Trikotfesthaltens durch Bruno Nascimento von Schiedsrichter Peter Gagelmann verwehrt wurde und die mehrere Torchancen ungenutzt ließen.

Dagegen kam der FC erst in der 76. Minute durch einen Kopfball von Tony Ujah zur ersten von nur drei Tormöglichkeiten. Drei Minuten später jagte Kacper Przybylko eine harte Hereingabe von Maurice Exslager aus zwei Metern über das Tor ("Ich war zu überrascht, dass der Ball zu mir kam"). In der dritten Minute der Nachspielzeit aber drückte der Nachwuchsstürmer eine weitere Vorlage von Exslager ins Tor.

Bis zur turbulenten Schlussphase boten die Kölner den 12 400 Zuschauern, von denen ein Drittel die Gäste unterstützte, nur einfallsloses Quer- und katastrophales Passspiel. Ein geordneter und durchdachter Spielaufbau fand nicht statt. Weder wurde wie beabsichtigt über die Flügel gespielt noch gab es Passkombinationen Richtung gegnerisches Tor. Man lief sich nicht frei, nahm kein Risiko in Kauf und ging halbherzig in die Zweikämpfe. In der Defensive standen die Gäste dagegen meist zu weit von ihren Gegenspielern entfernt und verloren so zu viele Zweikämpfe.

[kein Linktext vorhanden]"Das war ein mehr als schlechtes Spiel von uns, das höheren Ansprüchen nicht genügt", urteilte Sportdirektor Jörg Schmadtke kompromisslos. Deshalb werde er sich jetzt nicht zum Kasper machen, indem er vom Aufstieg rede. Allem voran habe es an fußballerischen Grundelementen wie Zweikampfverhalten und Durchschlagskraft gefehlt. Mit dieser Leistung habe man sich aus dem Kreis der Aufstiegsfavoriten verabschiedet.

Damit das Ziel aber nicht aus den Augen verloren wird, soll es Konsequenzen geben. Zum einen wolle man mit bestimmten Spielern über das Fehlverhalten sprechen. Zum anderen drohte Peter Stöger personelle Veränderungen an. Es sei seine Aufgabe, jene Spieler herauszufiltern, "die den Biss aufbringen, alles für den Verein zu tun". Andererseits könnten sich auch namhafte Spieler überraschend auf der Ersatzbank wiederfinden.

Im Heimspiel am Samstag gegen Sandhausen dürfte es für die vermeintlichen Versager nochmals eine Bewährungschance geben. Zu den Schwächsten gehörten die Innenverteidiger Dominic Maroh und Bruno Nascimento, Matthias Lehmann, Adam Matuschyk sowie Tony Ujah.

Dass die Partie in Paderborn während der neunminütigen Nachspielzeit noch vor dem Abbruch stand, lag am erneut undisziplinierten Verhalten einiger FC-Anhänger. Die warfen Feuerzeuge aufs Spielfeld, wo Torhüter Lukas Kruse behandelt wurde.

1. FC Köln: Horn; Brecko, Maroh (77. Jajalo), Nascimento, Hector; Lehmann; Halfar, Matuschyk (46. Przybylko); Risse, Ujah, Thiel (64. Exslager).