Neuzugang des 1. FC Köln im Interview: Sobiech: Ich sauge das Flair der Stadt auf

Neuzugang des 1. FC Köln im Interview : Sobiech: Ich sauge das Flair der Stadt auf

Lasse Sobiech spricht über seinen neuen Verein, den 1. FC Köln, über das Wiedersehen mit seinem Bruder - und über einen Rucksackurlaub.

Bei Borussia Dortmund hat Lasse Sobiech (28) das Fußball-ABC gelernt, beim FC St. Pauli fand er eine zweite Heimat, und mit dem 1. FC Köln möchte er in die Bundesliga zurück. Im Gespräch mit Joachim Schmidt verriet der Innenverteidiger aber auch Persönliches.

Herr Sobiech, wie schwer ist Ihnen der Abschied vom FC St. Pauli gefallen?

Ich habe eine große Verbundenheit zu Hamburg, wo ich mit Unterbrechungen sechs Jahre gelebt habe. Es ist eine der schönsten Städte Deutschlands. Da kann man sich auf jeden Fall wohlfühlen. Der FC St. Pauli ist auch ein sehr sympathischer Verein mit tollen Fans. Dennoch habe ich mich sehr über die Kölner Anfrage gefreut. Ich will beim FC den nächsten Schritt in meiner Karriere machen.

Damit meinen Sie die Bundesliga.

So ist es.

Wie stellen Sie sich die Zeit in Köln vor?

Mit der Mannschaft möchte ich in der nächsten Saison eine sehr gute Rolle spielen und möglichst viele Spiele machen – am Ende steht im besten Fall der Aufstieg. Natürlich ist es mein persönliches Ziel, Stammspieler zu werden. Über die Stadt Köln hat mir jeder gesagt, dass sie eine hohe Lebensqualität hat. Ich freue mich darauf, dort zu leben.

. . .und zu wohnen. In der Innenstadt, stimmt das?

Ja, ich habe etwas im Zentrum gefunden. Ich bin gerne unter Menschen, sauge das Flair der Stadt in mich auf.

Mit Ihrer Freundin?

Genau. Ihr Praktikum in Hamburg endete im Juni. Das passte genau.

Das Einleben in Köln erleichtert Ihnen auch noch Ihr Bruder?

Er ist schon einige Jahre als Student in Köln. Wir haben ein tolles Verhältnis.

Wie Sie ist er Innenverteidiger, spielte neben dem Studium beim Bonner SC.

Ja, und ist jetzt zum Regionalliga-Neuling TV Herkenrath gewechselt.

Obwohl Sie seit neun Jahren Profi sind, für den HSV und Fürth in der Bundesliga gespielt haben, für St. Pauli 131 Zweitligaspiele absolvierten, haben Sie noch nie im Rheinenergie-Stadion gespielt.

Das stimmt, irgendwie sind meine Vereine nie auf den FC getroffen, oder ich habe nicht gespielt. Aber ich habe viel von der herausragenden Stimmung gehört.

Welche Bedeutung hat Fan-Kultur, wie man sie aus Köln und St. Pauli kennt, für Sie?

Eine große. Ich komme aus der Nähe von Dortmund, habe bei der Borussia gespielt. In der Jugend stand ich mit den anderen Jungs auf der Südtribüne, wenn es die Zeit erlaubte, und habe versucht, den Verein zu leben. Angesichts der Kölner Tradition kann ich mich da sehr gut mit identifizieren.

In der Spielpause im Juni haben Sie mit Ihrer Freundin einen Rucksackurlaub in Kolumbien verbracht. Ungewöhnlich.

Ich mache gerne Fernreisen, und diesmal hatten wir uns das Amazonas-Gebiet zum Ziel gesetzt. Brasilien war angedacht. Aber weil das Gebiet da so riesig ist und wir nur zwei Wochen Zeit hatten, haben wir umgeplant. Da kam mir auch entgegen, dass ich für den touristischen Gebrauch Spanisch spreche. Den Amazonas haben wir dann mit einem Begleiter per Boot erkundet. Es war extrem, in jeglicher Hinsicht.

Wenn Sie Spanisch können, könnten Sie ja Ihren Kollegen Cordoba und Meré Nachhilfe in Deutsch geben.

(lacht) Für taktische Vorgaben würde es wohl schwierig. Aber ein bisschen verständigen kann ich mich mit den beiden. Das macht uns allen Spaß und tut gut.

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