Harte Einheiten auf Mallorca: So lief das Trainingslager für den 1. FC Köln

Harte Einheiten auf Mallorca : So lief das Trainingslager für den 1. FC Köln

Der 1. FC Köln nutzt das Trainingslager zu intensiven Einheiten. Sportchef Armin Veh ist zufrieden mit dem Leistungsstand der Mannschaft – selbst wenn es zum Abschluss ein 0:1 im Test gegen Gastgeber Real gab.

Ein rundum fast ausnahmslos positives Fazit zogen die Verantwortlichen des 1. FC Köln am Ende des neuntägigen Trainingslagers auf Mallorca. Dabei sorgte Armin Veh für Heiterkeit, als er feststellte: „Ich habe noch nie gehört, dass ein Offizieller von schlechten Platzverhältnissen und einem unschönen Hotel gesprochen und das gesamte Trainingslager als katastrophal bezeichnet hätte.“ Vor allem er könne dies nicht machen, „schließlich habe ich ja alles gebucht“, meinte der Sportchef und brach in Gelächter aus.

An der guten Stimmung innerhalb des FC-Trosses konnte auch die 0:1-Niederlage im abschließenden Testspiel gegen Gastgeber RSC Mallorca nichts ändern. „Wir hatten viel Ballbesitz und die meiste Zeit die Kontrolle. In der zweiten Halbzeit haben wir nur ein einziges Mal nicht gut verteidigt, woraus dann das Gegentor resultiert“, haderte FC-Trainer Markus Anfang ein wenig. Gamez Lopez hatte in der 72. Minute einen Fehler des sonst starken Jorge Meré zu einem akrobatischen Treffer in den linken Winkel genutzt.

Auf der Gegenseite erspielten sich die Kölner, denen es nach den harten Trainingseinheiten am Vortag an Spritzigkeit fehlte, einige ordentliche Chancen. Auffällig war dabei vor allem der erst 17-jährige Darko Churlinov auf Linksaußen. Immer wieder suchte er den Weg zum Tor. In der 82. Minute scheiterte er knapp mit einem Kopfball.

„Schade, dass wir kein Tor geschossen haben. Chancen waren ja da“, meinte Anfang und klagte: „Wir hätten auch den einen oder anderen Elfmeter bekommen können.“ Gleich zwei Mal klärten Spieler der Gastgeber in ihrem Strafraum per Hand. Doch der einheimische Schiedsrichter schaute vor über 500 Zuschauern, darunter viele Mallorquiner, großzügig über die Handballeinlagen hinweg. „Letztlich ist es wurscht. Es war ja nur ein Testspiel. Lieber das verlieren als ein Meisterschaftsspiel“, meinte Neuzugang Johannes Geis .

Jannes Horn verletzte sich

Für ihn war es der erste Einsatz für seinen neuen Arbeitgeber nach zweitägigem Training mit den neuen Kollegen. Die Abstimmung mit ihnen werde noch etwas Zeit, einige Trainingseinheiten und das Testspiel am nächsten Mittwoch gegen den VfL Bochum benötigen. Immerhin zeigte der 25-Jährige Ruhe am Ball, antizipierte gegnerische Vorstöße und baute das Offensivspiel auf. „Er machte es ganz ordentlich, setzte schon Impulse. Dafür, dass er erst so kurz da ist, hat er unser Spiel bereits verstanden“, lobte Anfang den Sechser, für den es nach eigener Feststellung gleich „von null auf hundert“ ging.

Geschont und deshalb nicht eingesetzt wurden Rafael Czichos und Frederik Sörensen. Czichos hatte gerade eine leichte Fuß-Blessur überstanden, Sörensen zog sich am Vortag im Training einen Pferdekuss zu. Kurz vor Schluss der Partie verletzte sich Jannes Horn noch leicht am linken Knöchel.

Zuvor waren Torwart Thomas Kessler wegen einer starken Halsentzündung und Lasse Sobiech wegen Adduktorenproblemen vorzeitig nach Köln zurückgeflogen. Es waren die einzigen Ausfälle. Auch deshalb zeigte sich Veh zufrieden mit den intensiven Einheiten: „Wenn man ein Haar in der Suppe finden will, dann waren es die Fahrten mit dem Bus zwischen Hotel und Trainingsgelände.“

Glück hatten die Kölner aber mit dem Wetter. Temperaturen zwischen elf und 16 Grad und überwiegend Sonnenschein waren ein ideales Kontrastprogramm zum stimmungstötenden grauen Regenwetter in der Heimat. Auch aus diesem Grund lohnte sich das erstmalige Winter-Trainingslager seit 2014 für die Kölner. Damals bereiteten sie sich in Florida auf die Rückrunde vor, was mit gut zehnstündigen Flügen verbunden war. Diesmal waren sie lediglich zweieinhalb Stunden von der Heimat entfernt, bei sehr ähnlichen Bedingungen.

Köln spielte in der 1. Halbzeit mit: Bartels; Schmitz, Meré, Nartey; Clemens, Özcan, Hector; Ostrak, Drexler; Cordoba, Guirassy. – 2. HZ: Bartels; Bader, Meré, Nartey, J. Horn (79. Schmitz); Geis; Risse, Schaub, Hauptmann, Churlinov; Terodde.

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