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1. FC Köln: Schwaches Gisdol-Debüt: Köln unterliegt Leipzig mit 1:4

1. FC Köln : Schwaches Gisdol-Debüt: Köln unterliegt Leipzig mit 1:4

Markus Gisdol erlebt als neuer Trainer beim 1. FC Köln eine ernüchternde 1:4-Niederlage in Leipzig. Der Champions-League-Teilnehmer war eine Nummer zu groß für die kölschen Kellerkinder.

Ohne den erhofften Überraschungs-Punktgewinn gaben Markus Gisdol als Trainer und Horst Heldt als mit auf der Bank sitzender Sportchef ihr Debüt beim 1. FC Köln. Am Ende einer recht einseitig von den Gastgebern gestalteten Partie verlor der Tabellenvorletzte mit 1:4 (1:3) bei RB Leipzig. Der Champions-League-Teilnehmer war eine Nummer zu groß für die kölschen Kellerkinder, zumal die sich mit haarsträubenden Fehlern selbst auf die Verliererstraße brachten.

Mit Viererkette, in die Jonas Hector links zurückkehrte, und einem Trio davor, zu dem neben den dort etablierten Ellyes Skhiri und Birger Verstraete auch Marco Höger gehörte, versuchte Markus Gisdol die Defensive zu stabilisieren. Wie erwartete durfte Anthony Modeste bei seinem früheren Hoffenheimer Trainer von Beginn an stürmen.

Überraschend war dagegen, dass der junge Ismail Jakobs bei seinem zweiten Bundesligaeinsatz als Linksaußen statt als Linksverteidiger zum Einsatz kam. Damit erhielt er den Vorzug vor gestandenen Offensivkräften wie den österreichischen Nationalspielern Florian Kainz und Louis Schaub sowie Dominick Drexler.

Obwohl die Gastgeber zunächst drückend überlegen waren (86 Prozent Ballbesitz nach zehn Minuten), hielten sie die Kölner von ihrem Tor fern. Die beiden dicht gestaffelten Abwehrreihen des FC verrichteten ihre Arbeit gut.

Dann aber leitete ausgerechnet Nationalverteidiger Jonas Hector das Scheibenschießen der Leipziger ein, bei dem leicht noch mehr Treffer hätten fallen können. An der Seitenlinie vertändelte er den Ball gegen den angreifenden Christopger Nkunku. Der passte vors Tor, wo Timo Werner mit dem Gespür eines Torjägers eingelaufen war und den Ball an Timo Horn vorbei spitzelte (22.).

Für den Nationalstürmer war es bei seinem 200. Bundesliga-Einsatz sein 75. Treffer – ein Doppeljubiläum.

Auch dem zweiten RB-Treffer ging ein individueller Fehler eines Kölners voraus. Kingsley Ehizibue brachte Christopher Nkunku im Laufduell im Strafraum zu Fall. Den Strafstoß (32.) verwandelte Emil Forsberg dank seines harten Schusses links neben den Pfosten. Timo Horn kam nur noch mit den Fingerspitzen an den Ball.

Fünf Minuten später musste der FC-Schlussmann erneut hinter sich greifen. Ein Debakel schien sich anzubahnen. Zunächst hatte er noch großartig einen Schuss pariert. Den verdeckten Nachschuss von Konrad Laimer zentral aus 17 Metern vermochte er allerdings nicht zu erreichen.

Ein wenig Selbstvertrauen kehrte bei den Gästen zurück, als kurz danach Rafael Czichos zum 1:3 (39.) verkürzte. Zunächst war ein Zuspiel von Kingsley Schindler zum freistehenden Anthony Modeste zur Ecke geklärt worden. Die brachte Birger Verstraete herein, und Rafael Czichos nickte ein. Es war der erste Bundesligatreffer des Innenverteidigers.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit kam Florian Kainz für Ellyes Skhiri. Zugleich stellte Markus Gisdol um. Jonas Hector übernahm die Position des Ausgewechselten, Ismail Jakobs rückte nach hinten und Kainz ging in die Offensive.

Das änderte freilich nichts an dem neuerlich hohen Druck der Leipziger. Den Kölnern blieb meist kein anderes Mittel, als die Bälle hinten herauszuschlagen. Natürlich kamen sie postwendend zurück und brachten neue Gefahr. Doch reihenweise vergaben die Gastgeber.

Auf der Gegenseite machte es Anthony Modeste in der 69. Minute ihnen nach. Ein Zuspiel des eingewechselten Marcel Risse köpfte er über das Tor.

Mit einem wunderbaren Freistoßtreffer (79.) setzte Emil Forsberg schließlich den Schlusspunkt zum 4:1. Es war auch in dieser Höhe ein verdienter Erfolg für die auf den zweiten Tabellenplatz kletternden Leipziger.

Leipzig: Gulacsi; Klostermann, Ilsanker, Upamecano, Halstenberg (82. Saracchi); Laimer, Demme, Sabitzer, Forsberg (80. Haidara); Nkunku (76. Schick), Werner.

Köln: Horn; Ehizibue, Bornauw, Czichos, Hector; Verstraete, Höger (70. Terodde), Skhiri (46. Kainz); Schindler (59. Risse), Modeste, Jakobs (46. Kainz).

SR: Schröder (Hannover). – Tore: 1:0 Werner (22.), 2:0 Forsberg (32., Foulelfmeter), 3:0 Laimer (37.), 3:1 Czichos (39.), 4:1 Forsberg (79.). – Zuschauer: 42.036. – Gelbe Karten: Kainz, Verstraete, Terodde.