1. FC Köln: Rekord von FC-Stürmer Terodde in Reichweite

1. FC Köln : Rekord von FC-Stürmer Terodde in Reichweite

Der Kölner Torjäger Simon Terodde steht noch bis Juni 2022 beim 1. FC Köln noch unter Vertrag. Sein Ziel ist die Rückkehr mit dem FC in die Bundesliga.

Kalter Regen peitscht am Montagvormittag von Böen getrieben über das Trainingsgelände am Geißbockheim. Wie so oft spielen drei Siebener-Mannschaften im Wechsel auf einem abgesteckten Kleinfeld im Höchsttempo gegeneinander. Torerfolge im Spiel auf engem Raum sind programmiert, fallen in zügigen Abständen.

Wer Simon Terodde da als regelmäßigen Schützen erwartet, sieht sich aber getäuscht. Auch bei dieser Übungseinheit des 1. FC Köln , der drittletzten vor der Liga-Fortsetzung am Donnerstag (20.30 Uhr) bei Union Berlin, tritt er nicht so in Erscheinung, wie man es vom überragenden Zweitliga-Torjäger gewohnt ist. Der führt die Trefferliste mit 22 Erfolgen an. So viele, wie seine beiden direkten Verfolger zusammen erzielten. Was ihn in den Pflichtspielen so auszeichnet, kann er eingezwängt ins Kleinfeld nur andeuten. Terodde bewegt sich vor dem gegnerischen Tor in eigenem Raum und eigener Zeit.

„Entscheidend zu wissen für einen Stürmer ist es, wann man wo stehen muss, um den Ball ins Tor zu schießen“, bringt es der 30-Jährige auf eine einfache Formel. Dahinter aber steckt viel Arbeit, wie er gerade im „Kicker“-Sportmagazin erklärte: „Ich stehe nicht zufällig da. Das ist das Ergebnis von Konzentration, Laufarbeit und den Automatismen, die man sich im Training erarbeitet. Wichtig zu wissen ist, wo man stehen muss, um den entscheidenden Pass zu bekommen.“

Persönlicher Rekord in Reichweite

Wenn es darum geht, welche Treffer seine liebsten sind, so verweist Simon Terodde nicht auf spektakuläre Tore, die es zur Auswahl für das Tor des Monats schaffen. Ihm sind die am liebsten, „bei denen ich den Ball aus kurzer Distanz ins Tor schiebe“. Warum? „Weil es das letzte, entscheidende Glied einer dann perfekt funktionierten Kette war.“

Ihren Anfang nimmt die bei den Kollegen hinter und neben dem Torjäger. Es gehört zum Selbstverständnis des Stürmers, dass er die Vorarbeiten seiner Mitspieler lobt. Ohne die könne er nicht so erfolgreich sein, wie er es in der bisherigen Spielzeit war. „Meine Treffer sind auch das Ergebnis davon, was meine starken Teamkollegen leisten. Vieles sieht einfach aus, funktioniert aber nur im Zusammenspiel“, weiß Terodde. Und er lenkt den Blick auch auf seinen Trainer. Denn dessen offensiv ausgerichtetes Spiel bildet die Grundlage dafür, dass der Torjäger und seine Nebenleute sich so viele Torchancen erspielen und schließlich auch verwerten.

Nach 22 Treffern in den ersten 18 Saisonspielen ist sein persönlicher Rekord bereits in Reichweite. In der Spielzeit 2015/16 traf er für den VfL Bochum 25 Mal, im Jahr darauf ebenso oft für den VfB Stuttgart, mit dem er dann in die Bundesliga aufstieg. Nach einer für ihn enttäuschenden Hinrunde mit nur zwei Bundesligatreffern wechselte Terodde vor einem Jahr zum damals abgeschlagenen Tabellenletzten nach Köln. Fünf Treffer in den ersten fünf Rückrundenspielen nährten bei ihm und dem FC die Hoffnungen auf bessere Zeiten. Doch die kamen nicht. Erst jetzt, im Fußball-Unterhaus, gewann er im Kölner Sturm-und-Drang-Spiel seine frühere Torgefahr zurück.

Bis Juni 2022 Vertrag beim FC

Gerne würde Terodde bereits am Donnerstag daran anknüpfen. Dann kehrt er im FC-Trikot in die Alte Försterei zurück, eine seiner ehemaligen Wirkungsstätten. Zu Union Berin war der gebürtige Bocholter nach zwei Jahren beim 1. FC Köln und dem missglückten Versuch, dort als Profi Fuß zu fassen, 2011 gewechselt. In drei Zweitligajahren kam er bei den „Eisernen“ auf 23 Treffer, womit sein Aufstieg begann.

Nun befindet sich der Familienvater auf einem Niveau, wie es vor ihm beispielsweise der frühere Nationalstürmer Horst Hrubesch besaß. Ihm gelangen als einzigem Zweitligaspieler mit 23 Treffern für Rot-Weiss Essen in einer Hinrunde (1977/78) noch mehr Tore als dem in Köln längst heimisch gewordenen Münsterländer.

Mit seiner aus dem Kölner Umland stammenden Frau und den Kindern möchte er hier wohnen bleiben. Bis Juni 2022 steht er beim FC noch unter Vertrag, und gerne würde er bis zum Karriereende das Trikot mit dem Geißbock auf der Brust tragen. Ob das im schnelllebigen Profi-Fußball möglich ist, darauf mag sich ein realitätsbewusster Mensch wie Terodde aber nicht festlegen.