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Ausschreitungen bei Bundesliga-Partie: Racheakt von Gladbacher Fans? - Kölner Banner gestohlen

Ausschreitungen bei Bundesliga-Partie : Racheakt von Gladbacher Fans? - Kölner Banner gestohlen

Durch einen vermutlichen Racheakt Gladbacher Fans hat die Kölner Ultra-Gruppe Boyz ihr Banner verloren. Zu Beginn des Bundesligaspiels des 1. FC Köln bei der TSG Hoffenheim in Sinsheim wurde das Erkennungszeichen der Gruppe von der Umzäunung gerissen und gestohlen.

In der Vergangenheit gab es den Ehrenkodex, wonach bei einem solchen Verlust sich die Gruppierung auflöste. Die Gladbacher Gruppe, der vor wenigen Wochen in Köln das Banner gestohlen worden war, existiert aber beispielsweise noch.

Zunächst waren unmittelbar vor dem Spielanpfiff Rauchtöpfe im Kölner Block gezündet worden, wodurch der Bereich in roten und weißen Qualm gehüllt wurde. Dies spielte den Dieben in die Karten. Sie hatten, zum Teil als FC-Fans gekleidet, unmittelbar außerhalb des umzäunten Fan-Blocks gesessen. Kurz nach Spielbeginn stürmten sie an den Zaun, rissen das Boyz-Banner und eine weitere Fahne vom Zaun und stürmten Richtung Ausgang, wobei die zweite Fahne verloren ging.

„Bei der Verfolgung durch die Polizei konnten zwei der acht flüchtigen Personen gefasst und festgenommen werden. Einer von ihnen wird als Gewalttäter Sport geführt und gehört der Mönchengladbacher Fan-Szene an. Wir gehen deshalb davon aus, dass alle Gladbacher Anhänger waren und es sich um einen Racheakt handelte“, sagte Norbrert Schätzle, Pressesprecher der Mannheimer Polizei.

Als Kölner Fans unmittelbar nach dem Diebstahl versuchten, die Diebe zu verfolgen, stürzte einer von ihnen vom etwa zweieinhalb Meter hohen Zaun. Obwohl Sanitäter herbeieilten, soll es keine Verletzung gegeben haben, hieß es von Polizeiseite.

Auch beim folgenden Einsatz von Pfefferspray durch die Polizei hätten die FC-Anhänger nicht um medizinische Hilfe gebeten.

Rund 60 FC-Fans, bei denen es sich um die Mitglieder der Boyz gehandelt haben soll, verließen nach etwa 15-minütigem Spiel ihren Block. Aus Sicherheitsgründen ließ die Polizei aber nicht zu, dass sie das Stadion verlassen konnten.

Außerdem wurden im Umfeld des Gästebereichs zehn Hoffenheimer Fans bis zur Halbzeitpause in Gewahrsam genommen. Da sich aber herausstellte, dass sie nicht an dem Vorfall beteiligt waren, entließ man sie wieder.