Suche geht weiter: Pal Dardai sagt dem 1. FC Köln ab

Suche geht weiter : Pal Dardai sagt dem 1. FC Köln ab

Die Trainersuche beim 1. FC Köln geht weiter: Pal Dardai hat dem Verein abgesagt. Ex-Übungsleiter Achim Beierlorzer könnte derweil zu einem anderen Bundesligisten wechseln.

Die Anzeichen hatten sich über das Wochenende verdichtet. Als dann die Deutsche Presseagentur am Sonntagnachmittag mit Bezug auf Sport1 vermeldete, dass Pal Dardai wohl nicht neuer Trainer des 1. FC Köln werden, hielt sich die Überraschung also in Grenzen. Der 43-jährige Ungar und vierfache Familienvater zieht es nach einer Phase des Bedenkens offensichtlich vor, seiner großen sportlichen Liebe Hertha BSC treu und mit seiner Ehefrau Mónika Szemmelróth in Berlin wohnen zu bleiben.

Die Lösung hatte aus Sicht der Kölner ihren Charme. Dardai hat bei der Hertha vier Jahre lang gute Arbeit abgeliefert und dem ähnlich wie in Köln schwierigen Medien-Umfeld in der Hauptstadt standgehalten. Auch ein gewisser Unterhaltungswert ist dem bisweilen hemdsärmelig wirkenden Fußballlehrer nicht abzusprechen. Doch 22 Jahre bei der Hertha, ein bestens dotierter Vertrag, der trotz Sabbatjahr bis Saisonende läuft, die Möglichkeit weiter im Verein zu bleiben sowie die familiären Verhältnisse waren für den Ex-Profi wohl mehr wert als die Aussicht auf eine schwierige Klassenerhalts-Mission im fernen und fremden Rheinland.

Für die FC-Verantwortlichen und im besonderen Trainer-Fahnder Frank Aehlig sieht es also so aus, als ob die Suche nach einem Nachfolger für Achim Beierlorzer weiter geht. Der Ex-Coach steht derweil vor einem Engagement beim FSV Mainz 05. Das berichtet das Fachmagazin „kicker“ und dafür spricht, dass die Kölner und der 51-jährige Franke am vergangenen Freitag nur eine Woche nach ihrer Trennung auch den bis 2021 laufenden Vertrag „zu für beide Seiten fairen Konditionen“ auflösten.

Am Geißbockheim hieß es am Sonntag stattdessen: „Die Gespräche werden fortgesetzt.“ Es hätte auch lauten können, die doppelte Suche geht weiter oder sogar von vorne los. Nachdem das aufwendige Auswahlverfahren des Vorstands um Präsident Werner Wolf für einen neuen Sportchef zu keinem Ergebnis geführt hat, bleibt den Kölnern wohl auch auf der Trainerposition ihre bevorzugte Lösung verweigert. Obwohl die Suche am Montag ein Ende hätte finden sollen. Kein gutes Zeugnis für den neuen Vorstand, zumal mit Erik Stoffelshaus einer der aussichtsreichsten Kandidaten auf die Nachfolge von Sportchef Armin Veh gerade aufgrund der Trainerfrage ins Hintertreffen geraten sein soll. Der 48-Jährige soll dafür plädiert haben, dass der neue Sportchef auch bei der Wahl des neuen Trainers mitbestimmt. Was ja auch absolut nachvollziehbar ist.

Nun geht der FC allem Anschein nach mit zwei Interimslösungen in die Vorbereitung auf das nächste Bundesliga-Spiel am kommenden Samstag in Leipzig. Aehlig wird – wie schon am Samstag in dieser Zeitung berichtet – erst einmal Sportchef bleiben . Und wenn die Kölner Fußballprofis am Montag um 15 Uhr zum Training am Geißbockheim erscheinen, werden weiter die beiden Beierlorzer-Assistenten André Pawlak und Manfred Schmid die Übungen leiten.

„Wenn es bis Montag keine Lösung in der Trainerfrage gibt, wird wie besprochen einer der beiden Co-Trainer die Vorbereitung für die Vorbereitung auf Leipzig übernehmen“, zitierte Club-Sprecherin Lil Zercher Frank Aehlig. Die Lösungen, die sich anbieten dürften diskutabel bleiben: Sie lauten: Markus Gisdol, Markus Weinzierl, Andre Breitenreiter oder Tayfun Korkut.

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