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1. FC Köln : Mehr Einsatz im Kampf gegen den Abstieg gefordert

1. FC Köln : Mehr Einsatz im Kampf gegen den Abstieg gefordert

Routinier Marco Höger nimmt im Abstiegskampf des 1. FC Köln die älteren Spieler in die Pflicht. Er fordert von der Mannschaft eine Rückbesinnung zur Heimstärke.

Mit seinen 30 Jahren und 217 Erst- und Zweitligaeinsätzen gehört Marco Höger zu den erfahrensten Spielern im Kader des 1. FC Köln. Nicht zuletzt deshalb wurde er im August von den Kollegen in den fünfköpfigen Spielerrat der Fußball-Bundesligisten gewählt. Zwischen den beiden Trainingseinheiten am Dienstag sprach der meist im defensiven Mittelfeld eingesetzte Profi über die Situation beim Tabellenvorletzten.

Es sei ihm und den Kollegen schon absolut klar, dass es um nicht weniger als den Klassenerhalt gehe. Das habe der eine oder andere auch bereits vor der Saison so geahnt, betonte Höger jetzt. Der inzwischen entlassene Trainer Achim Beierlorzer hatte dagegen stets darauf hingewiesen, nicht dieses Ziel auszusprechen, sondern zu sagen, man wolle so schnell wie möglich die 40-Punkte-Grenze erreichen und dann sehen, was noch mehr möglich sei.

Vor zwei Jahren befand sich der Routinier mit dem FC bereits in der gleichen Lage. „Aber da hatten wir nur zwei Punkte, lagen sechs Zähler hinter einem Nichtabstiegsplatz. Jetzt haben wir sieben und vier Punkte Rückstand. Aber natürlich müssen wir jetzt anfangen zu punkten, dürfen nach vorne nicht abreißen lassen“, sagte Höger. Deshalb komme natürlich der Begegnung am Samstag gegen den FC Augsburg, der in Blickweite rangiert (Tabellenzwölfter/13 Punkte), eine besondere Bedeutung zu.

Dabei solle besser gemacht werden, was beim 1:4 in Leipzig nicht gelang: „Wir haben den Gegner wenig spüren lassen, dass es weh tut, wenn er in Richtung unseres Tores kommt“, meinte Höger, der als „Abräumer“ vor der Abwehr an diesem Tag wie die Kollegen kaum in die dafür notwendigen Zweikämpfe kam. Trainer Markus Gisdol, den er ebenso wie Sportchef Horst Heldt aus früheren Schalker Tagen bestens kennt und duzt, lege derzeit viel Wert darauf, dass die Mannschaft kompakt stehe. Der FC müsse „eine Kampfzone“ in der eigenen Hälft aufbauen.

Das allein ist es freilich nicht, um zu Siegen zu kommen. Dafür müssen auch Tore erzielt werden. Das aber ist ein weiteres großes Manko der Kölner. Elf Treffer stellen den schwächsten Wert der Liga dar. Davon wurden fünf nach Eckbällen erzielt. Das ist zwar der Ligabestwert, zeigt aber auch, dass aus dem Spiel heraus im Schnitt nur in jedem zweiten Spiel ein Tor erzielt wurde.

Auch deshalb ließ Gisdol am Dienstag Torschüsse üben. Bei nur wenigen Versuchen fanden die Bälle ihren Weg ins Tor. Bereits nach der Partie in Leipzig hatte Sportchef Heldt davon gesprochen, dass die FC-Profis Beton an den Füßen hätten. Höger entschuldigte das damit, dass die Spieler angesichts der Tabellenlage nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzten. Es seien viele junge Spieler dabei und Profis, die ihre erste Bundesligasaison spielen. „Deshalb müssen wir Älteren, die etwas mehr auf dem Kerbholz haben, vorangehen – was wir bisher auch noch nicht so geschafft haben. Wir müssen uns mehr in die Pflicht und die jungen Spieler an die Hand nehmen.“

Wichtig sei es zudem, gerade in den Heimspielen wieder stark zu werden, die Punkte im eigenen Stadion zu behalten. Das habe man sich auch in der Saisonvorbereitung auf die Agenda geschrieben, bislang aber nicht umsetzen können. Lediglich ein Heimspiel wurde gewonnen (3:0 gegen Schlusslicht Paderborn), vier wurden verloren.

Dennoch standen die Fans – genauso wie in der Abstiegssaison vor zwei Jahren – bislang hinter der Mannschaft. Dass das so bleibe, die Stimmung nicht kippt, sei auch eine Aufgabe der Spieler, sagte Höger. Die Spieler müssten vom Platz aus dafür sorgen, dass Mannschaft und Fans eine Einheit werden.

Einsatz auf dem Platz ist dabei natürlich eine Grundvoraussetzung für die Spieler. Gerade was die Laufleistung anbelangt besitzen die Kölner als zweitschwächste Mannschaft hinter Düsseldorf Nachholbedarf. Aus Spielersicht, so der 30-Jährige, fühle es sich nicht so an, als werde zu wenig gelaufen. Doch oftmals sei man den Gegnern hinterher gerannt. Das sei „mental anstrengend, das schlaucht“.