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1. FC Köln: Markus Anfang über die Kieler Mannschaft

1. FC Köln : Markus Anfang über die Kieler Mannschaft

Kölns Trainer Markus Anfang blickt auf seine Kieler Zeit zurück und findet lobende Worte für seinen Nachfolger. Auch für Drexler und Czichos ist es ein besonderes Duell. Noch ist unklar, ob Torjäger Terodde gegen Holstein beginnt.

Der Ex-Trainer und zwei seiner Spieler erwarten ihre letztjährige Mannschaft als Gegner. Das fordert geradezu Fragen zum Wiedersehen heraus. Markus Anfang hatte sich darauf eingestellt und ging das Thema vor dem Duell des 1. FC Köln mit seinem vorherigen Arbeitgeber Holstein Kiel (Sonntag, 13.30 Uhr) gewohnt sachlich an.

Es stehe ihm eigentlich nicht zu, über die heutige Kieler Mannschaft zu urteilen. Er sei ja jetzt Trainer des 1. FC Köln, und Kiel habe einen Nachfolger für ihn. „Der macht seine Sache aber sehr gut“, fand der Trainer lobende Worte. Wobei sein Kollege Tim Walter auf einer „von uns gut hinterlassenen Basis sehr gut aufgebaut hat“.

Anfang sprach im Plural. Das machen Fußballtrainer gerne, schließlich beziehen sie ihre Spieler mit ein. In diesem Fall waren Rafael Czichos und Dominick Drexler gemeint. Die Stammkräfte fanden letzten Sommer ebenso den Weg von der Förde an den Rhein.

Offensivkraft Drexler verzeichnet bereits 17 Torbeteiligungen; bei jedem Spiel war er dabei. Das hätte auch Innenverteidiger Czichos schaffen können, wären da nicht eine Erkrankung und eine Gelb-Sperre gewesen. „Ich fühle mich hier auf und neben dem Platz wohl. Leistungsmäßig ist bei mir noch mehr möglich. Ich kann besser spielen als ich es manchmal getan habe“, urteilte der 28-Jährige, der noch vor zwei Jahren Drittligaspieler war. Den Nachweis, in der 2. Liga seinen Mann zu stehen, erbrachte er bereits in Kiel.

Nun entwickelte sich Drexler auf dem Niveau, auf dem Köln als Tabellenführer spielt, weiter – auch wenn die Abwehr nicht als Sahnestück der Mannschaft gilt. Seiner Meinung nach lag dies zum Teil auch am Defensivverhalten aller Spieler, nicht nur der Defensivspezialisten.

Nun aber gelte es, mehr nach vorn als nach hinten zu schauen, und da stehe mit der Partie gegen die Ex-Kollegen das erste in einer Serie von vier möglicherweise richtungsweisenden Spielen an. Gegen die ebenfalls noch im Aufstiegsrennen befindlichen Kieler, bei den punktgleichen Heidenheimern, im Nachholspiel in Duisburg sowie im Top-Spiel gegen den HSV könnten entscheidende Siege eingefahren werden.

„Der April kann – und da zähle ich diesen Sonntag am letzten März-Tag mit dazu – für uns ein sehr wichtiger Monat werden. Da können wir sehr viel gewinnen. Mit jedem guten Ergebnis kommen wir unserem Ziel näher. Ich hoffe, die Jungs wollen das“, unterstrich Anfang, was Czichos angesprochen hatte.

Personell bieten sich dem FC-Trainer praktisch alle Möglichkeiten. Nur die beiden rekonvaleszenten Niklas Hauptmann und Matthias Lehmann fehlen. Alle anderen seien einsatzfähig, wenngleich nicht alle bei hundert Prozent ihrer Leistungsfähigkeit. Manchen mangele es an Einsatzzeiten, anderen an der völligen Fitness. Zur ersten Gruppe zählt Anthony Modeste, zur zweiten Simon Terodde. Beide Stürmer brennen auf einen Startelf-Einsatz am Sonntag.

„Simon fühlt sich sehr gut, hat alle Übungseinheiten mitmachen können“, schloss der Trainer einen Einsatz seines Top-Torjägers in der Anfangsformation nicht aus. Ebenso ist jedoch möglich, dass er den bereits 26 Mal erfolgreichen Torschützen zunächst noch schont und später einwechselt, um ihn nach seiner Mandelentzündung nicht zu überfordern.

Andererseits will Anfang Terodde die Chance nicht verwehren, mit dem in der ewigen Zweitliga-Torjägerliste mit 121 Treffern führenden Sven Demandt gleichzuziehen. Dazu fehlen dem Torjäger noch sechs Treffer.