1. FC Köln: Kölns schwierige Rückkehr in den Liga-Alltag

1. FC Köln : Kölns schwierige Rückkehr in den Liga-Alltag

Nach vorangegangenen Länderspielpausen gab's Niederlagen für den FC. Trainer Markus Anfang will in der Partie in Darmstadt personell „nichts umwerfen“ - Anthony Modeste noch nicht im Kader.

Die Beständigkeit des Liga-Fußballs im Herbst ist dessen Unbeständigkeit. Zum dritten Mal waren die Meisterschaften jetzt durch eine Länderspielpause unterbrochen. Manchen Mannschaften kommt es recht, um Defizite aufzuarbeiten, andere fühlen sich aus dem Rhythmus gebracht. Dazu dürfte die des 1. FC Köln gehören. Denn nach den beiden vorangegangenen Unterbrechungen starteten die Kölner mit Niederlagen.

Der Saisonauftakt war mit vier Spielen, in denen der FC unbesiegt blieb (drei Siege), sehr gut verlaufen. Dann kam die Zwangspause, der ein 3:5 gegen Paderborn folgte. Nach drei Siegen in Serie gab es das zweite Länderspiel-Intermezzo und den Neustart mit dem 1:2 gegen Duisburg. Nun also gibt es am Samstag in Darmstadt den dritten Anlauf. Nach den Feierlichkeiten des 8:1 gegen Dresden, des Karnevalsauftakts und des 70-jährigen Vereinsjubiläums sei man froh, dass es wieder um Punktspiele gehe, sagte FC-Trainer Markus Anfang am Donnerstag nach der vorletzten Trainingseinheit vor dem Spiel bei den Lilien. Und: Natürlich sei es ein Thema, wie man nach der Länderspielpause in den Liga-Alltag zurückkehre.

Dabei dürfte das diesmal noch schwieriger sein als nach den beiden vorangegangenen Meisterschaftsunterbrechungen. Denn seit Tagen bestimmt nur ein Thema die Gespräche rund um das Geißbockheim: Die Rückkehr des Top-Torjägers Anthony Modeste. „Wir freuen uns, dass wir mit ihm noch mehr Qualität dazu bekommen“, ging Anfang auf das Spektakel um den Franzosen überhaupt nicht ein.

Vor allem besitzt der ja noch keine Spielberechtigung. Zudem habe er Nachholbedarf in konditioneller Hinsicht. Das Tempo im Training der Kölner U21-Mannschaft, bei der er sich in den letzten Wochen fit hielt, sei nun mal nicht so hoch wie bei den Profis. Zudem wirkte Modeste in den ersten Trainingseinheiten noch nicht so spritzig und schnell wie in seiner Schlussphase beim FC vor eineinhalb Jahren. Deshalb wird der vom Trainer auch wegen seines „Spaßfaktors“ gelobte Stürmer die Mannschaft nicht als Glücksbringer nach Darmstadt begleiten, sondern am Geißbockheim trainieren. Zudem muss er sich Leistungstests unterziehen.

"Wir sind hier in einer Leistungsgesellschaft"

Was die Zukunft und seinen möglichen ersten Einsatz nach der FC-Rückkehr anbelange, so entscheide im Profigeschäft letztlich die Leistung. „Wer dann spielt, und wer am besten zusammen passt, wird sich herauskristallisieren. Wir gehen da ganz offen und ehrlich mit um. Das muss man den Jungs geradeheraus sagen. Wir sind hier in einer Leistungsgesellschaft. Deren Gegebenheiten müssen sich die Jungs unterordnen. Meine Aufgabe ist es dabei, für ein Gleichgewicht innerhalb der Mannschaft zu sorgen und die richtigen Entscheidungen zu treffen“, so der Trainer.

Hinsichtlich der Startelf für die Begegnung in Darmstadt werde er wohl weitgehend auf die Formation zurückgreifen, der er im letzten Spiel das Vertrauen schenkte. Auf die Frage, ob er etwas ändern werde, meinte Anfang: „Wir haben keine Gedanken, etwas großartig umzuwerfen. Was funktioniert hat, kann man beibehalten und fortführen. Warum sollten wir etwas ändern, wenn sich die Jungs wohlfühlen und wir in der Lage sind, so gut Fußball zu spielen?“

Das würde heißen, dass erneut mit einer Doppelspitze begonnen würde, die aus Simon Terodde und Jhon Cordoba besteht. Ihnen waren gegen Dresden fünf Treffer gelungen. Damit stockten sie ihr gemeinsames Trefferkonto auf 20 Saisontore auf. Damit sind sie mit weitem Abstand das beste Stürmerpaar der 2. Bundesliga vor den Bochumern Hinterseer/Weilandt sowie den Heidenheimern Glatzel/Schnatterer (je 13 Treffer).

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