Saisonstart beim 1. FC Köln: Köln und Gladbach respektvoll vor dem Derby

Saisonstart beim 1. FC Köln : Köln und Gladbach respektvoll vor dem Derby

Der 1. FC Köln hofft in Mönchengladbach auf den Einsatz von Bittencourt und Jojic. Im Vorfeld des Derbys ist das Verhältnis von Respekt und Anerkennung geprägt.

Wenn sich Peter Stöger (51) und Dieter Hecking (52) begegnen, ist gegenseitiges Schulterklopfen keine aufgesetzte Geste. Was den Fußball anbelangt, so ticken sie ähnlich, und was die Einordnung ihres gemeinsamen Saisonauftakts anbelangt, so sind ihre Aussagen praktisch deckungsgleich.

„Dieses Spiel ist genau das richtige nach einer siebenwöchigen Vorbereitungszeit. Es ist für alle Beteiligten und die Fans interessant. Und wir dürfen uns gleich mit einem ziemlich guten Gegner messen“, sagte Stöger vor der Partie bei Borussia Mönchengladbach am Sonntag (18 Uhr). Derweil erklärte Hecking fast zur gleichen Zeit: „Es gibt deutlich schlechtere Auftaktspiele, als mit dem Derby gegen den 1. FC Köln in die neue Saison zu starten. Der Start ist immer etwas Besonderes. Dass es direkt das Derby ist, macht die Sache natürlich noch prickelnder.“

Der Trainer von Borussia Mönchengladbach – mit 350 Bundesligaspielen der aktuell Dienstälteste der Liga vor Freiburgs Christian Streich (153), Hamburgs Markus Gisdol (114) und, man höre und staune, Stöger (102) – sieht die Kölner als einen „für jede Mannschaft unangenehmen Gegner“. Über Jahre sei das Team gewachsen und habe das Stögersche System „total verinnerlicht“. Der FC spiele sehr diszipliniert, sei laufstark und schalte mit schnellen Spielern exzellent um.

Peter Stöger fand ebenfalls wohlwollende Bewertungen für den Gegner, wobei auch seine Einschätzungen von Realismus geprägt waren. So habe er den Eindruck, dass die Gladbacher den Weggang der Stammkräfte Andreas Christensen (der Innenverteidiger kehrte zu Chelsea zurück) und Mahmoud Dahoud (der Mittelfeldspieler wechselte nach Dortmund) „gut kompensiert haben“.

Offensive bereitet Sorgen

Für sie kamen Nationalverteidiger Matthias Ginter vom BVB und der zweikampfstarke Schweizer Mittelfeldspieler Denis Zakaria. Da sonst alle Schlüsselspieler der Borussia geblieben sind, besitze der rheinische Nachbar eine „ziemlich eingespielte Truppe, vor allem was das Angriffsspiel betrifft“.

Was die eigene Offensivabteilung anbelangt, so hellte sich die Miene des FC-Trainers konträr zum tristen Wetter während des Freitagtrainings zunehmend auf. Denn die in den Tagen zuvor unter Muskelproblemen leidenden Leonardo Bittencourt und Milos Jojic konnten am Mannschaftstraining, das aus einer Taktikeinheit bestand, teilnehmen.

Tags zuvor hatten sie noch abseits der Kollegen individuell trainieren müssen. Bleiben sie auch beim Abschlusstraining am Samstag beschwerdefrei, steht ihrem Einsatz nach zwischenzeitlichen Befürchtungen nichts im Weg.

So sieht es wohl auch beim letztjährigen Kölner Derby-Helden aus. „Wenn wir alle zu der Erkenntnis kommen, dass Marcel bereit ist, und wenn er selbst sich gut fühlt für den Ernstfall, dann gibt es keinen Grund, mit seiner Rückkehr eine Woche länger zu warten“, stellte Stöger nüchtern zum Thema Marcel Risse fest.

Der hatte im November 2016 mit einem Freistoßtreffer aus 34 Metern in der letzten Spielminute für Kölns 2:1-Siegtreffer in einem von der Borussia dominierten Spiel gesorgt. Man werde sich am Samstag nach dem Abschlusstraining im Trainer- und Medizinerkreis sowie mit dem Außenstürmer selbst beraten. „Dann bekommen wir ein Bild, dann werden wir entscheiden. Wenn alle der Meinung sind, er könnte spielen, dann wird er spielen!“

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