Umkleideräume im Trainingslager: Kabinen des 1. FC Köln werden überwacht

Umkleideräume im Trainingslager : Kabinen des 1. FC Köln werden überwacht

Im vergangenen Jahr brachen Unbekannte in die Umkleideräume im Trainingslager in Kitzbühel ein: Diebe sollen dieses Mal keine Chance haben. Bis zu fünf Trainingseinheiten sind pro Tag geplant. Auch der verletzte Höger reiste mit.

So intensiv wie kaum einmal zuvor begann für die FC-Profis der erste Tag im Trainingslager in Kitzbühel. Vom frühen Morgen bis zum Abend mussten fünf Einheiten unterschiedlichster Art absolviert werden. Dabei gab es überraschende Trainingsformen für die Torhüter sowie abseits davon ein völlig neuartiges Warnsystem und eine spezielle Kabinen-Überwachung.

„Wahnsinnig intensiv“

Mit dem von Markus Anfang angekündigten Detail-Training ging es am Freitag auf und neben dem Platz los. Schon vor dem Frühstück wurde jeweils 20 Minuten lang individuell im athletischen und taktischen Bereich geübt sowie aktivierend das Vormittagstraining vorbereitet. Bei dem standen spieltaktische Übungen im Vordergrund.

„In den ersten Wochen lernten die Spieler den großen Rahmen kennen. Jetzt wird die Botschaft bezüglich dem, was wir wollen, klarer. Es geht darum, wie wir Druck auf den Gegner erzeugen und wie sich die Spieler gegenüber unterschiedlichen gegnerischen Formationen verhalten. Das muss in Fleisch und Blut übergehen. Darauf werden die Spieler getrimmt. Das ist wahnsinnig intensiv“, stellte Markus Anfang fest.

Kein Durchblick

Unterdessen tappten die Torhüter beim Training mit Andreas Menger auf dem Nebenplatz zeitweilig im Dunkeln. Dafür sorgte eine neuartige Brille, die ihnen zeitweilig beim Abwehren der Bälle die Sicht nahm. „Wir hatten so etwas schon einmal. Da funktionierte es aber nicht so. Diese neuen Brillen verursachen in acht unterschiedlichen Stufen ein Flimmern, das einem mehr oder weniger lange die Sicht nimmt. Das schärft die Konzentration“, erklärte Timo Horn. Für ihn sei es „eine coole Sache. Das bringt Abwechslung“.

Überraschend dabei

Obwohl Marco Höger aufgrund seiner Eckgelenksprengung in der linken Schulter nicht am Mannschaftstraining teilnehmen kann, reiste er mit nach Kitzbühel. Normalerweise bleiben langzeitverletzte Spieler in der Heimat, um sie dort intensiv zu behandeln. „Aber ich bekomme hier das bestmögliche, individuelle Regenerationstraining durch unsere Athletiktrainer. Außerdem sind die Video-Schulungen für mich wichtig, und auch die Beobachtungen bei den drei Testspielen“, erklärte der defensive Mittelfeldspieler gegenüber dieser Zeitung.

Spezielle Alarmanlage

Helle Aufregung herrschte während des letztjährigen Trainingslagers in Kitzbühel, als Unbekannte in die Kabine am Trainingsplatz eingebrochen waren und Spielerschuhe, Bälle und Trainingsmaterial im Gesamtwert von weit mehr als 10 000 Euro entwendet hatten. Die intensive Suche der Polizei sowie die Fahndung im Internet, wo die Diebstahlsware möglicherweise angeboten worden wäre, blieben jedoch erfolglos. Nun ließ der FC Kitzbühel als Gastgeber eine Alarmanlage speziell für die Zeit der Anwesenheit der Kölner Profis installieren. Sie überwacht den gesamten Kabinenbereich.

Gewitterwarnung

Die Überwachung endet allerdings nicht nur an der Platzanlage des Tiroler Drittligisten. Auch die Atmosphäre der gesamten Region wird kontrolliert, zumindest, was heraufziehende Gewitter anbelangt. Die werden ab Sonntag in Tirol verstärkt erwartet. In der Kabine am Trainingsgelände wurde nun ein Gewitter-Warnsystem installiert, was rechtszeitig einen Alarm vor Blitzschlägen sendet. Eine solche Einrichtung wurde in der Vorsaison bereits erfolgreich im Rheinenergie-Stadion getestet.

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