1. FC Köln: Jörg Schmadtke kann beim VfL Wolfsburg früher ran

1. FC Köln : Jörg Schmadtke kann beim VfL Wolfsburg früher ran

Der frühere Manager des 1. FC Köln hat am Freitag sein Amt beim VfL Wolfsburg angetreten. Der FC erhält einen Teil seiner „Abfindung“ von den Niedersachsen zurück.

Der VfL Wolfsburg und Jörg Schmadtke wollten nicht abwarten. Obwohl der 54-Jährige im Zuge der Verhandlungen bei seiner vorzeitigen Trennung vom 1. FC Köln am 23. Oktober 2017 von seinem Arbeitgeber ein „Berufsverbot“ bis zum 30. Juni 2018 auferlegt bekam, hat er seinen neuen Job als Geschäftsführer Sport der Wolfsburger nun bereits am 1. Juni angetreten. Dies vermeldete der Fußball-Bundesligist am Freitag um 15 Uhr auf seiner Homepage.

Schmadtkes vorzeitigem Amtsantritt bei den „Wölfen“ sind Verhandlungen zwischen FC-Präsident Werner Spinner und dem neuem Vorsitzenden des VfL-Aufsichtsrates Frank Witter vorausgegangen, wie FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle dieser Zeitung mitteilte. Bei diesen Verhandlungen ging es um eine anteilige Entschädigung für die Abfindung, die Schmadtke bei der „einvernehmlichen Trennung“ von den Kölnern erhielt und die dem Vernehmen nach bei 3,3 Millionen Euro gelegen haben soll. Laut des Fachmagazins „Kicker“ erhält der FC davon nun 500 000 Euro wieder zurück. Eine Summe, die allerdings der VfL begleicht und nicht Schmadtke.

Das dürfte darauf zurückzuführen sein, dass in der offiziellen Verlautbarung der Trennung nie von einem Rücktritt von Jörg Schmadtke die Rede war – obwohl der FC immer wieder betonte, dass die Trennung eine Entscheidung Schmadtkes war, um in der misslichen sportlichen Situation einen „neuen“ Impuls für die Mannschaft zu setzen. So wurde die Abfindung möglich gemacht, deren Regelung dann im Detail beinhaltete, dass Schmadtke vor dem 1. Juli 2018 keinen neuen Job antreten dürfe.

Wohlmöglich ein Zugeständnis an den Manager oder gar ein „Gentleman agreement“ zwischen beiden Seiten, denn laut Schmadtkes Arbeitspapier beim FC soll eine mögliche Abfindungszahlung für die restliche Vertragslaufzeit bis 2023 gegolten haben. Sollte der gebürtige Düsseldorfer in diesem Zeitraum eine neue Beschäftigung annehmen, hätte er die Abfindung anteilig zurückzahlen müssen. Seinen Vertrag in Köln hatte Schmadtke übrigens erst im Mai 2017 verlängert.

Während der 1. FC Köln inzwischen als Tabellenletzter in die 2. Bundesliga abgestürzt ist und unter Sportchef Armin Veh und Trainer Markus Anfang einen Neustart anstrebt, arbeitet Schmadtke auch in der Saison 2018/19 erstklassig. Der VfL Wolfsburg hat sich in der Relegation gegen den noch von Anfang trainierten Zweitliga-Dritten Holstein Kiel in zwei Spielen durchgesetzt und so den Abstieg verhindert.

Pikant ist, dass die Wolfsburger Bruno Labbadia in der Rückrunde als Trainer engagiert haben, um den Klassenerhalt noch zu schaffen. Eben jener Labbadia, den Schmadtke im Oktober 2017 als Nachfolger des glück- und erfolglosen Peter Stöger installieren wollte.

Das Scheitern dieses Versuchs führte schließlich zum „Rücktritt“ von Jörg Schmadtke, der sich in seiner Handlungsfähigkeit als Geschäftsführer Sport des FC durch das Veto des Vorstands zu sehr eingeschränkt sah.

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