1. FC Köln: Jhon Cordoba blüht neben Simon Terrode auf

1. FC Köln : Jhon Cordoba blüht neben Simon Terrode auf

Jhon Cordoba galt beim 1. FC Köln lange als teures Missverständnis. Inzwischen blüht der Kolumbianer als zweite Sturmspitze neben Simon Terodde weiter auf.

Als sich Jhon Cordoba im Sommer 2017 als teuerster Neuzugang des 1. FC Köln vorstellte, wurde er natürlich auch auf Anthony Modeste angesprochen. Es stellte sich die Frage, ob der 17-Millionen-Euro-Transfer vom FSV Mainz 05 in die Fußstapfen des Toptorjägers treten oder auch neben ihm auflaufen könne. Modestes Wechsel nach China befand sich zu diesem Zeitpunkt ja noch in der Schwebe und war mehr als fraglich. „Tony ist ein großer Stürmer, von dem ich lernen kann, wenn er bleibt“, antwortete Cordoba artig und mit einem Lächeln. Neben dem Franzosen auf Torjagd gehen, das war eine Vorstellung, die dem 25-Jährigen gefiel.

Es kam bekanntlich anders. Modeste ging, und Cordoba trug fortan eine zentnerschwere Last aus hohen Erwartungen und Ablösesumme auf seinen Schultern. Eine Bürde, der er nicht gewachsen war. Ein einziges Pflichtspieltor gelang dem Kolumbianer in der Europa League gegen Arsenal London. Für die FC-Fans war Cordoba ein Fehleinkauf und ein Symbol für die sportliche Krise, die dramatisch im Abstieg aus der Bundesliga mündete. Eine Zeit, über die der Stürmer nicht mehr sprechen möchte.

Was auch nicht nötig ist. Für Cordoba hat am Geißbockheim längst eine neue Zeitrechnung angefangen. Als Trainer Markus Anfang ihn am Samstag beim 8:1 gegen Dresden nach gut einer Stunde vom Feld nahm, feierten ihn die Fans euphorisch für seinen ersten Doppelpack im FC-Trikot. Zumal seine beiden Treffer zum 1:0 und 4:0 Produkte individueller Klasse waren. Vier Zweitliga-Tore hat Cordoba in dieser Saison schon erzielt, dazu das 1:0 im DFB-Pokal gegen Schalke. „Ich fühle mich wohl und danke Gott für meine Tore.“ Jedes Mal, wenn der streng gläubige Südamerikaner trifft, fällt er auf die Knie und streckt seine Arme gen Himmel.

Galavorstellung gegen Dynamo Dresden

Es liegt nahe, dass Cordobas Gala gegen Dynamo mit der Systemumstellung von Markus Anfang zusammenhängt. Erstmals brachte der Coach mit Cordoba und Simon Terodde seine beiden Zentrumsstürmer von Beginn an als Doppelspitze. „Über Systeme will ich nicht reden, das entscheiden die Trainer. Auch, ob wir so weiterspielen“, antwortet Cordoba zurückhaltend, um wenig später doch zu erklären, wie wohl er sich neben Terodde fühlt: „Das Spiel mit zwei Spitzen macht es für alle einfacher auf dem Feld.“ Fünf Treffer der neuen Doppelspitze gegen Dresden sprechen für sich. Der Wohlfühlfaktor spielt bei Cordoba eine große Rolle. Auch, wenn er noch nicht viel Deutsch spricht, versteht er die Sprache mittlerweile besser. Möglich, dass auch deshalb seine Laufwege besser passen.

Um Weihnachten herum reist der aus armen Verhältnissen stammende Cordoba wie jedes Jahr vollbepackt mit Geschenken in seine Heimat. In der Kleinstadt Istmina in der Provinz Choco leben seine Familie und Freunde. Bis dahin will er den FC-Anhängern so viele Tore wie möglich schenken. Und wenn er zurückkommt, muss er vielleicht die nächste Frage nach Anthony Modeste beantworten. Gut möglich, dass der Franzose schon in der Rückrunde wieder für den FC aufläuft. Dann könnte Jhon Cordoba nachholen, was er vergangene Saison nicht zeigen durfte. Wie gut er als zweite Spitze neben Modeste funktioniert.

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