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Heldt und Gisdol: Neue Hoffnung und Optimismus beim 1. FC Köln

Vorstellung von Heldt und Gisdol : Neue Hoffnung und Optimismus beim 1. FC Köln

Die neue sportliche Führung des 1. FC Köln, Horst Heldt und Markus Gisdol, soll den Verein in der 1. Bundesliga halten. Am Dienstag sprachen sie über ihre Pläne, aber auch über die gemeinsame Vergangenheit.

Jeder Neuanfang verfolgt das eine Ziel. Alles soll besser werden. In den Fußball übersetzt heißt das, erfolgreicher zu spielen. Eine Aufgabe, die Achim Beierlorzer als im Sommer frisch angeheuerter Trainer des 1. FC Köln nicht zur Zufriedenheit lösen konnte. Nach nur elf Spieltagen sah sich der Bundesliga-Aufsteiger gezwungen den nächsten Neuanfang zu starten. Als der neue Sportchef Horst Heldt und der neue Trainer Markus Gisdol am Dienstag in den Startblöcken saßen, gab es also zum zweiten Mal in dieser Saison am Geißbockheim Hoffnung, Optimismus und Versprechen.

„Die Situation erfüllt uns mit Freude“ führte FC-Präsident Dr. Werner Wolf in die Vorstellung der sportlichen Führung ein und trotzte den Annahmen, eines von Angst getriebenen Auswahlprozesses: „Das systematische Vorgehen ist belohnt worden.“ Die FC-Gremien seien überzeugt, dass sie mit Heldt und Gisdol die richtige Wahl getroffen haben. Sehr zur Freude von Alexander Wehrle. Immerhin dürfte der Geschäftsführer treibende Kraft in der Personalie Heldt gewesen sein, den er aus gemeinsamen Stuttgarter Zeiten kennt und schon 2017 zum FC lotsen wollte: „Horst ist einer der erfahrensten und erfolgreichsten Manager Deutschlands. Ich bin fest davon überzeugt, dass er mit Markus Gisdol beim FC Ruhe und Stabilität erzeugen kann. Es ist ein guter Tag für den FC.“ Wie viel diese Vorschusslorbeeren wert sind, werden der Auftritt am Samstag in Leipzig, das Heimspiel gegen Augsburg und die Aufgabe bei Union Berlin zeigen.

Horst Heldt hat auch Überzeugung mitgebracht: „Wir werden unsere Ziele erreichen und alles dafür tun. Dafür müssen wir erfolgreicher spielen und die Aufgeregtheit rund um den Club beenden“, sagte er. Eine Aufgeregtheit, die der 49-Jährige aus eigener Erfahrung kennt. Zunächst als er auf dem Schoß von Bernd Cullmann seine ersten FC-Spiele im Müngersdorfer Stadion sah, dann als Profi des FC. Es ist unübersehbar, dass der gebürtige Königswinterer die DNA des FC und der Stadt Köln im Herzen trägt und diese Leidenschaft ihn qualifizieren könnte, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Armin Veh ein ehrlicher Diener des Clubs mit seinen 110.000 Mitgliedern zu werden. „Ich habe hier meine Karriere begonnen, habe das ’Mach et Otze’ miterlebt, habe im Pokalfinale gestanden. Es war mein Traum, wieder für meinen Club arbeiten zu können. Jetzt muss ich schlucken. Es ist etwas sehr Schönes für mich. Ich will die Menschen überzeugen, sodass sie sagen: Leck mich am Ärmel, es ist schön, mit dem Heldt zu arbeiten.“

Heldt zeigte sich gewitzt, professionell und umschiffte alle Klippen, die sich ihm bei der Vorstellung entgegen stellten souverän. Der Prozess seiner Ernennung sei „professionell verlaufen“. Auch die Auflösung seines Vertrages in Hannover Ende Oktober kurz nach der Trennung des FC von Veh war eher „Weitsicht und Spekulation“, auf das in der Bundesliga jobtechnisch passieren könnte: „Nicht nur beim FC, sondern grundsätzlich.“ Er wurde auch gefragt, wie sein Verhältnis zu Markus Gisdol sei, den er 2012 auf Schalke entlassen hatte: „Wir hatten mit ihm als Co-Trainer eine erfolgreiche Zeit. Irgendwann war das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft nicht mehr so, wie es sich anfühlen sollte. Deshalb habe ich den kompletten Schnitt gemacht machen und nicht Markus, sondern Jens Keller zum Cheftrainer ernannt“, erklärte Heldt.

Gisdol wollte nicht abweichen und sprach von einem „guten Verhältnis“ zu seinem neuen Vorgesetzten. Was die Mannschaft und den Fußball, den sie spielen soll angeht, hielt es der 50-Jährige erst einmal schlicht: „Ich muss die Mannschaft kennenlernen und eine Beziehung aufbauen. Unabhängig von der Spielweise brauchen wir einfache Mechanismen, um Stabilität zu erreichen.“

Horst Heldt vermittelte als Zeuge der ersten Ansprache von Gisdol zum Team, wie das aussehen könnte: „Da wäre ich gerne Spieler gewesen und hätte am liebsten in Leipzig gleich einem vors Schienbein getreten“, scherzte der FC-Sportchef. Am Nachmittag leitete Gisdol sein erstes Training am Geißbockheim. Ohne seinen angeschlagenen Ex-Spieler Anthony Modeste („Wir haben uns angelächelt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“), dafür aber mit seinem langjährigen Partner Frank Kaspari und André Pawlak als Co-Trainer. Für Manfred Schmid wird eine andere Aufgabe im Club gesucht.