Duell der Zweitliga-Schwergewichte: Hamburger SV empfängt 1. FC Köln zum Topspiel

Duell der Zweitliga-Schwergewichte : Hamburger SV empfängt 1. FC Köln zum Topspiel

Am Montagabend kommt es in der Zweiten Liga zum Spitzenspiel zwischen dem Hamburger SV und dem 1. FC Köln. Vor der Partie spielen beide Trainer die Bedeutung des Spiels herunter.

Das Duell der Zweitliga-Schwergewichte 1. FC Köln und Hamburger SV dürfte dem Bezahlsender Sky an diesem Montagabend einen Quotenrekord für die 2. Liga bescheren. Der steht bei 550 000 Zuschauern, aufgestellt am ersten Spieltag dieser Saison beim Nordduell zwischen dem HSV und Holstein Kiel.

Dagegen rechnet man bei den Gastgebern nicht mit einem ausverkauften Volksparkstadion. Voraussichtlich würden 2000 Plätze im 57 000 Zuschauern Platz bietenden Stadion leer bleiben. Vor allem für Fans, die weitere Anfahrten in Kauf nehmen müssten, sei der Montagabendtermin (20.30 Uhr) ungünstig, hieß es von HSV-Seite. Den FC begleiten rund 3000 Anhänger.

HSV hat den größeren Spieleretat

Obwohl beide Traditionsvereine eine schwache Vorsaison ablieferten und aus der Bundesliga abstiegen, gehörten sie zu den meistgesehenen Bundesligisten der Spielzeit 2017/18. Hinter den Bayern (im Schnitt 980 000 Sky-Zuschauer), Dortmund (880 000) und Schalke (650 000) folgten der HSV (610 000) und der FC (570 000).

Ebenfalls vor den Kölnern liegen die Hamburger, was den aktuellen Spieleretat anbelangt. Während sich die Hanseaten ihren Kader 28,5 Millionen Euro kosten lassen, gibt man beim FC 24 Millionen aus. Was dagegen den imaginären Transferwert der Spieler anbelangt, so liegt der des 1. FC Köln mit knapp 75 Millionen Euro deutlich über dem des HSV, der auf 57 Millionen kommt.

Den größten Unterschied im Vergleich beider Clubs zeigt die wirtschaftliche Lage. Während die Kölner durch einen Gewinn nach Steuern in Höhe von 17,3 Millionen Euro im letzten Geschäftsjahr ihr Eigenkapital auf 37,5 Millionen Euro aufstockten, saßen die Hamburger im Frühjahr auf einem Schuldenberg von 115 Millionen Euro. Der dürfte sich nach dem Abstieg noch erhöht haben.

Arp entschied sich gegen Wechsel zu Bayern

Dennoch behauptete Bernd Hoffmann, der Vorstandschef des HSV, vor wenigen Tagen, dass man auch ein zweites Zweitligajahr wirtschaftlich überleben könnte. Allerdings dürfte sich der Club dann nicht nochmals so einen teuren Kader und solche Personalentscheidung wie im Sommer im Fall von Jann-Fiete Arp leisten können.

Der 18-jährige Angreifer gilt aktuell als eines der großen deutschen Stürmertalente. Nach seinen 18 Erstligaeinsätzen in der Vorsaison sollen die Bayern dem HSV eine Ablösesumme von 2,5 Millionen Euro, dem Teenager aber ein Jahresgehalt von fünf Millionen Euro geboten haben. Dafür hätten ihn die Münchner zunächst für zwei Jahre an die TSG Hoffenheim ausgeliehen. Jann-Fiete Arp entschied sich dagegen, verlängerte beim HSV bis 2020, bei dem er dem Vernehmen nach monatlich 30 000 Euro erhalten soll. Ausschlaggebend für seinen Verbleib bei seinem Heimatverein sei vor allem sein Förderer Christian Titz gewesen. Der aber wurde vor zwei Wochen entlassen. Nun muss der 18-Jährige ohne seinen Mentor zurechtkommen.

Taktikänderungen denkbar

Neuer HSV-Trainer ist inzwischen Hannes Wolf. Und der kennt seinen FC-Kollegen Markus Anfang bereits seit fünf Jahren. Zwischen 2013 und 2015 kreuzten sich ihre Wege im Nachwuchsbereich. Beide betreuten B-Junioren-Mannschaften in der Bundesliga West, Anfang die von Bayer 04, Wolf die von Borussia Dortmund. Nun also kommt es zum Wiedersehen in der 2. Liga.

Davor stellte Hannes Wolf am Sonntag fest, dass dem Spitzenspiel zwar viel Bedeutung beigemessen werde, „die Meisterschaft und die Aufstiegfrage aber nicht an diesem Montag entschieden werden“. So sieht es auch Markus Anfang, „trotzdem wollen wir gewinnen“.

Interessant werden ihre taktischen Überlegungen sein. Beide Trainer setzten bisher auf ein 4-1-4-1-System. Allerdings variierte Markus Anfang zuletzt in Kiel, indem er bei gegnerischem Ballbesitz auf 4-2-3-1 umstellte. Zudem kündigte er an, dass gegen den HSV auch eine Doppelspitze mit Simon Terodde und Jhon Cordoba denkbar sei. Das könnte ein 4-1-3-2 oder ein 4-2-2-2 sein.