21 Bundesligaprofis: Großer Konkurrenzkampf beim 1. FC Köln

21 Bundesligaprofis : Großer Konkurrenzkampf beim 1. FC Köln

21 Bundesligaprofis wetteifern beim 1. FC Köln um Zweitligaeinsätze. Einige Spieler mit Erstligaerfahrung bleiben teilweise auf der Bank.

Mit ebenso viel Geduld wie fußballerischer Klasse hat Zweitbundesligist 1. FC Köln am Wochenende den Pflichtsieg gegen Erzgebirge Aue sichergestellt. Mit zunehmender Spielzeit wurde der Klassenunterschied deutlicher. Die Überlegenheit, die der Kölner Kader ohnehin ausstrahlt, zeigte sich auch auf dem Spielfeld. Für FC-Trainer Markus Anfang stellt die Fülle an erstligaerfahrenen Spielern sowohl eine Lust als auch eine Last dar. Zum einen kann er auf eine Vielzahl bestens ausgebildeter und meist erfahrener Spieler mit Erstligaerfahrung zurückgreifen. Zum anderen muss er einigen der ambitionierten Profis Woche für Woche begreiflich machen, dass sie nur Reservisten oder gar Tribünenzuschauer sind.

„Wir erklären das den Spielern. Dass sie dann auch mal sauer sind, ist vollkommen okay. Sie wollen ja spielen. Es geht aber einzig und allein um den 1. FC Köln und diese Mannschaft. Wir brauchen jeden Spieler, egal ob er auf dem Spielfeld, auf der Bank oder der Tribüne ist. Wenn er ans Spielen kommt, muss er liefern. Wir haben keine Spieler in der zweiten Reihe“, lautet die Herangehensweise von Markus Anfang.

Mit Matthias Lehmann (185 Bundesligaspiele), Frederik Sörensen (81) und Simon Zoller (76) saßen drei Spieler beim 3:1-Sieg gegen Aue auf der Tribüne. Zusammen kommen sie auf 342 Erstligaeinsätze. Etwa so viele wie alle Gästespieler zusammen (331), wobei der Ex-Stuttgarter Christian Tiffert allein 225 auf sich vereint.

„Der FC hat ja einen kompletten Erstligakader"

Auch die Ersatzspieler auf der Kölner Bank besaßen am Samstag bis auf Niklas Hauptmann alle Erstligaerfahrung, kamen zusammen auf 347 Bundesligaspiele. Insgesamt besitzen 21 FC-Profis Bundesligaerfahrung. Ihre Erstligaspiele summieren sich auf 1357 Einsätze.

Schon zum Saisonstart hatte Bayern Münchens alter und neuer Assistenztrainer Peter Hermann als Spielbeobachter in Bochum anerkennend festgestellt: „Der FC hat ja einen kompletten Erstligakader. Das ist schon eine starke Truppe.“

Jedoch macht Markus Anfang die Stärke seines Spielerkaders weniger an dessen Erfahrungen fest als vielmehr daran, wie die einzelnen Spieler sich in seinem Spielsystem zurechtfinden und es möglichst optimal umsetzen.

„Es ist angenehm, wenn man über viele Spieler verfügt, die einsatzfähig sind. Aber es geht nicht nur um ihre fußballerische Qualität, sondern auch darum, dass jeder wissen muss, was wir spielen. Wenn einer auf dem Platz es nicht beherrscht, sind wir nicht spielfähig“, bemerkte der Trainer. Deshalb habe man während der Vorbereitungszeit so viel Arbeit in das Erlernen des neuen Systems investiert. Nun hätten die Profis die Spielweise verinnerlicht, und jeder einzelne könne mit seiner individuellen Qualität zeigen, dass man ihn brauche.

Spieler wie Matthias Lehmann, Simon Zoller und Jhon Cordoba

Zu denjenigen, die im Moment einen schweren Stand haben, gehören Spieler wie Matthias Lehmann, Simon Zoller und Jhon Cordoba. Über den Ex-Kapitän sagte Armin Veh jetzt: „Matthias hat einen einwandfreien Charakter. Er ist ein wichtiger Faktor für uns, auch wenn er einmal nicht zum Kader gehört.“

Was die beiden Stürmer anbelangt, so zeigten sie zunächst ordentliche Leistungen in der Vorbereitungszeit, vermochten diese aber unter Wettkampfbedingungen nicht erneut abzurufen. Bei Simon Zoller ging die Enttäuschung so weit, dass er den 1. FC Köln verlassen wollte. Doch es fand sich kein Club, der ihn zu den Bedingungen der Kölner übernommen hätte.

„Zolli muss sich reinkämpfen, das ist ganz normal. Dann wird er auch wieder seine Spielzeit bekommen. Aber garantieren kann ich keinem etwas“, sagte Markus Anfang in Richtung Simon Zoller. Und auch Jhon Cordoba werde eine neue Chance erhalten, wenn er weiter an sich arbeite: „Er hat sich im Training reingehangen. Jhon wird seine Spielzeit bekommen, und er wird dann seine Torgefahr wieder zeigen. Davon bin ich überzeugt.“