Neuer Trainer: Gisdol soll 1. FC Köln vor Abstieg retten

Neuer Trainer : Gisdol soll 1. FC Köln vor Abstieg retten

Die Verpflichtung von Markus Gisdol als Trainer des 1. FC Köln hatte sich nach Absagen zuvor abgezeichnet. Die Rückkehr des früheren FC-Profis Horst Heldt nach Köln als Sportchef kam dagegen zumindest zum jetzigen Zeitpunkt überraschend.

Als der 1. FC Köln seine Doppelentscheidung am Montagabend endlich publik machte, hielt sich das Erstaunen in Grenzen. Obwohl die Personalien Horst Heldt für den Posten des Sportchefs und Markus Gisdol als neuer Trainer durchaus Überraschungspotenzial aufzuweisen hatten. Heldt fehlte immerhin zunächst die volle Unterstützung im siebenköpfigen Gemeinsamen Ausschuss. Und der seit 22 Monaten arbeitslose Gisdol ist nach den Absagen von Bruno Labbadia und Pal Dardai nur die 1c-Wahl. Der 1. FC Köln wäre aber nicht der 1. FC Köln, wenn die beiden Personalien bei ihrer Verkündung noch ein Geheimnis gewesen wären. Gisdols Verpflichtung war am Vormittag durchgesickert, der „Express“ legte am frühen Nachmittag mit Heldt nach.

Als es daran ging, das längst Bekannte offiziell zu machen, bemühte sich der FC Geschlossenheit zu demonstrieren. Eine gute Entscheidung muss eine gemeinsame Entscheidung sein. Der erst seit September im Amt befindliche Vorstand mit Präsident Werner Wolf sowie den Vizes Jürgen Sieger und Eckhard Sauren war also ins Geißbockheim gekommen. Flankiert von Geschäftsführer Alexander Wehrle und Interims-Sportchef Frank Aehlig.

„Wir haben uns bei der Besetzung der sportlichen Leitung die nötige Zeit genommen und nun die richtigen Leute gefunden, die über die Rückendeckung des Clubs verfügen“, erklärte Werner Wolf den eher getrieben wirkenden Auswahlprozess. Dann rechtfertigte er die öffentliche schon vor ihrer Verkündung umstrittene Verpflichtung von Heldt. „In unserer Situation benötigen wir einen Sport-Geschäftsführer mit Erfahrung, der nicht nur die Liga, sondern auch den 1. FC Köln und sein Umfeld kennt.“ Zudem, so der Präsident, sei sich der Vorstand sicher, dass Heldt gut mit Alexander Wehrle und Frank Aehlig harmonieren wird.

Das ist natürlich eine gute Nachricht und beschreibt einen wesentlichen Aspekt. Immerhin heißt es, dass es Wehrle und Aehlig waren, die sich in den Gremien vehement für eine Verpflichtung Heldts eingesetzt haben sollen und diesen in den entscheidenden Gesprächen am Wochenende gegen alle Widerstände durchsetzten. Der 49-jährige Heldt kehrt im zweiten Anlauf also zurück zu seinem Ex-Club, für den er zwischen 1990 und 1995 130 Spiele absolvierte. Bereits 2017 war er als Nachfolger von Jörg Schmadtke bei den Geißböcken gehandelt worden. Er erhielt trotz einer von ihm gemachten Zusage aber keine Freigabe von Hannover 96. Seinen dort noch bis 2021 gültigen Vertrag löste Heldt erstaunlicherweise Ende Oktober auf – kurz nach der Trennung des FC von Sportchef Armin Veh. In Köln hat der Königswinterer nun einen Vertrag bis 2021. „Der FC ist für mich nicht irgendein Job“, tat er seine Verbundenheit kund.

Mit ihm und Markus Gisdol hoffen die FC-Verantwortlichen also, den Bock umzustoßen, den Veh und sein seit Montag in Mainz angekommener Trainer Achim Beierlorzer mit sieben Punkten nach elf Spieltagen auf Platz 17 der Fußball-Bundesliga abgestellt haben. Eine Situation, die Gisdol kennt. In Hoffenheim und beim Hamburger SV löste er die Aufgabe zweimal mit dem Klassenerhalt. Das reicht als Qualifikation für den schwierigen Job im Grüngürtel.

Dass der 50-Jährige bei der TSG und dem HSV nicht nachhaltig für Erfolg gesorgt hat, spielte für den FC angesichts der aktuellen Schieflage offensichtlich keine Rolle. „Markus stand von Anfang an auf meiner Liste der Trainer, denen ich absolut zutraue, unsere Mannschaft zu stabilisieren und mit ihr die nötigen Siege zu holen“, erklärte Frank Aehlig die dritte Wahl.

Gisdol bringt seinen langjährigen Co-Trainer Frank Kaspari mit und wird am Dienstagnachmittag erstmals das Training leiten. Sein bis 30. Juni 2021 datierter Vertrag ist nur für die Bundesliga gültig und würde sich im Falle eines Abstiegs in die Zweite Liga auflösen.

Mehr von GA BONN