8:1-Heimsieg gegen Dynamo Dresden: FC-Profis feiern Karneval nach Kantersieg

8:1-Heimsieg gegen Dynamo Dresden : FC-Profis feiern Karneval nach Kantersieg

Mit einer Systemumstellung in der Offensive hat Kölns Trainer Markus Anfang den klaren Sieg gegen Dresden eingeleitet. Neben dem Ergebnis stellte der Club auch beim neuen Karnevalstrikot einen Rekord auf.

Nach Wunsch gelaufen war in den letzten Wochen beim 1. FC Köln so gut wie nichts. Fünf sieglose Pflichtspiele sorgten für Unruhe und brachten den Trainer in die Kritik. „Es war ja ein wenig Druck im Kessel. Dieses ordentliche Spiel ist jetzt eine schöne Angelegenheit für alle“, stellte Jonas Hector fest. So kam der 8:1-Erfolg gegen Dynamo Dresden – womit der höchste Zweitligasieg des FC von 2005 gegen Burghausen egalisiert wurde – am Tag vor dem Karnevalsstart gerade recht.

Anfang: Lasst es krachen!

Bereits im Spielerkreis nach dem Abpfiff erklärte Jonas Hector als Kapitän, dass die Sessionseröffnung gefeiert werden dürfe. Das unterstrich dann auch der gelöst wirkende Markus Anfang: „Der FC und Köln sind eins. Da gehört der Karneval dazu. Die Jungs sollen es richtig krachen lassen. Und für die Fans freue ich mich auch. Ich wünsche allen 'nen schönen Fastelovend!“

Dass den die FC-Fans feiern konnten, lag auch an der System-Umstellung des Trainers. Erstmals bot er Simon Terodde und Jhon Cordoba gemeinsam von Beginn an als Doppelspitze auf. Sie dankten es mit drei und zwei Treffern. Zudem durfte Marcel Risse wieder am rechten Flügel stürmen. Somit rückte Louis Schaub ins Zentrum, wo er mit seiner Technik und seinem Spielwitz Chancen kreierte. Vollendet wurde die Taktik dadurch, dass Jonas Hector nur bei Gegenangriffen auf die Linksverteidigerposition zurücklief, sonst als zweite zentrale Kreativkraft neben Schaub Dampf machte.

Selbstvertrauen getankt

„Jetzt wissen wir, dass wir so spielen können. Jeder hat sich wohlgefühlt, und das frühe Führungstor gab Selbstvertrauen“, spiegelte Louis Schaub die Spielermeinung wider. Bei ihm selbst drückte es sich auch in Form seines wunderschönen Treffers zum 7:1 aus, als er den Ball vom rechten Strafraumeck in den linken Torwinkel zirkelte: „Genau so wollte ich das haben.“ Und ebenso freute er sich über die Freiräume, die er – anders als in den Spielen zuvor auf Rechtsaußen – im Zentrum besaß. Die frühe Spielentscheidung habe es seinen Spielern alles leichter fallen , meinte Markus Anfang.

Das sah man besonders wieder bei Simon Terodde. Er erhielt die perfekten Vorlagen und nutzte sie zu seinen Saisontreffern 14 bis 16. In der ewigen Zweitliga-Rangliste ist er nun mit 105 Toren Vierter hinter Sven Demandt (121), Theo Gries (111) und Daniel Jurgeleit (106). Zur Feier des Tages steckte er sich einen der Spielbälle unters Trikot und nahm ihn mit. Sein Trainer hatte nichts gegen das Souvenir, merkte allerdings an: „Noch schöner wäre es gewesen, wenn sie die acht Tore auf die letzten Spiele verteilt hätten. Dann hätten wir jetzt ein paar Punkte mehr.“

Angesichts massiver Polizeipräsenz blieben die befürchteten Ausschreitungen gewaltbereiter Anhänger von Dynamo Dresden aus. Im Stadion zündeten sie kurz nach der Pause massiv Rauchtöpfe. Schiedsrichter Dr. Felix Brych unterbrach die Partie für zwei Minuten. Das DFB-Sportgericht wird gegen die Clubs Strafen verhängen. Der FC wird wohl rund 5000 Euro, Dynamo über 10 000 Euro zahlen müssen.

Zu einem Verkaufsschlager ist das neue Karnevalstrikot des FC geworden. In der ersten Woche wurden bereits 4500 der 8000 Ringeltrikots verkauft, die vom FC bei Ausrüster Uhlsport zunächst geordert wurden. „Das ist Rekord für die Zeit vor dem Sessionsstart“, freute sich FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. Allein am Samstag gingen knapp 300 Trikots vor der Halbzeitpause und mehr als 400 nach dem 8:1-Triumph im und um das Stadion über die Ladentheken.

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