1. FC Köln: Entscheidung im Fall Modeste naht

1. FC Köln : Entscheidung im Fall Modeste naht

Wann kann Anthony Modeste für den 1. FC Köln auf Torejagd gehen? Der Verein hofft, dass er in dieser Woche die Spielerlaubnis für den Stürmer erhält.

Es wird kein Fax sein oder eine Mail. Der 1. FC Köln wartet auch nicht auf einen Anruf oder eine SMS aus der Zentrale des Weltfußballverbandes Fifa. Was fehlt, ist ein kleines Häkchen an der entsprechenden Stelle im elektronischen Spielgenehmigungssystem der Fifa. Erst wenn dieses Häkchen gesetzt ist, darf Anthony Modeste für den Fußball-Zweitligisten spielen. Der FC befindet sich in der freudigen Erwartung, dass das Signal aus Zürich in dieser Woche, also noch vor dem nächsten Meisterschaftsspiel am Freitag beim SC Paderborn, gesendet wird.

Vor genau zwei Wochen haben die Kölner die Spielerlaubnis für den Franzosen fristgerecht vor Ablauf der Winter-Transferperiode beantragt. Für eine sofortige Spielberechtigung hätte der chinesische Fußballverband seine Zustimmung per Häkchen geben müssen. Das ist wie erwartet nicht geschehen. Bis Dienstag haben die Chinesen nun Zeit, mögliche Einwände gegen die Erteilung eine Spielberechtigung für Modeste zu erheben. Die Chinesen müssten triftige Gründe dafür vorlegen, dass der Torjäger seinen Vertrag beim Erstligisten Tianjin unrechtmäßig gekündigt hat.

Geschieht dies nicht, wovon aufgrund der Faktenlage die Kölner und wohl auch die Fifa überzeugt sind, kann der Weltverband auch ohne ein Okay aus dem Fernen Osten die Genehmigung erteilen. Obwohl die offizielle Frist dafür 60 Tage nach Antragstellung beträgt, lassen bisherige Erfahrungswerte aus ähnlich gelagerten Fällen die Geißböcke davon ausgehen, dass die Fifa ihr Häkchen nach 14 Tagen setzt.

Als FC-Trainer Markus Anfang wie gehabt auf das Thema und die mögliche Problematik des Konkurrenzkampfes zwischen Modeste, Simon Terodde und Jhon Cordoba angesprochen wurde, holte er etwas weiter aus: „Als ich im Sommer nach Köln gekommen bin, hat mir jeder abgesehen von den Leuten aus dem Verein, gesagt, dass ich Jhon Cordoba vergessen kann. Dann hat er die ersten beiden Partien gespielt und ich bin dafür kritisiert worden. Dann hat Simon gespielt und getroffen. Mittlerweile spielen beide, und es funktioniert. Es ist ja nicht so, dass wir das vom ersten Tag an hier hatten. Es hat ein bisschen gedauert, sich aufgebaut und entwickelt.“

Was Anfang damit möglicherweise erklären wollte, ist die Tatsache, dass eine Spielberechtigung für Anthony Modeste diese Entwicklung nicht von einem auf den anderen Tag auf den Kopf stellen wird. Und am Montag stellte sich die Faktenlage für den Coach so dar: „Tony hat keine Spielerlaubnis. Wir haben aktuell also zwei und keine drei Stürmer.“

Selbst, wenn Modeste am Freitag spielen dürfte, ist es trotz seiner Qualitäten nur schwer vorstell- und auch vermittelbar, dass er gleich in der Startelf auflaufen würde. Terodde (23 Tore) und Cordoba (10) zeichnen immerhin für 33 der bisher erzielten 51 Treffer des FC verantwortlich. Die Kölner stellen mit diesem unfassbar effizienten Duo den gefährlichsten Angriff der 2. Liga. Für Anfang liegt kein erkennbarer Grund vor, daran sofort etwas zu ändern.

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