1. FC Köln: Ein Sechser auf der Wunschliste des 1. FC Köln

1. FC Köln : Ein Sechser auf der Wunschliste des 1. FC Köln

Verletzungssorgen veranlassen den Fußball-Zweitligisten zum Handeln. Salih Özcan vergisst seinen Geburtstag, Lasse Sobiech fliegt heim.

Das Geburtstagsständchen war am Morgen ausgeblieben. „Vielleicht war es besser so, dass die Jungs nicht versucht haben zu singen, sondern mir einfach nur gratuliert haben“, meinte Salih Özcan lächelnd. Immerhin stimmten einige Fans im Trainingslager des 1. FC Köln auf Mallorca ein „Happy birthday“ an, als der Mittelfeldspieler nach dem Vormittagstraining vom Platz kam. 21 Jahre jung ist der Mittelfeldspieler am Freitag geworden. „Ich wusste bis gestern nicht, als mich jemand darauf ansprach, dass ich Geburtstag habe“, meinte der Junioren-Nationalspieler, und schob zur Bekräftigung ein „ehrlich“ hinterher.

Beim FC wird das Eigengewächs sehr geschätzt. Bereits 36 Erst- und zwölf Zweitliga-Einsätze stehen bei ihm zu Buche. Vor allem im zentralen Mittelfeld war er gefragt. Wie auch während der zweiten Halbzeit im letzten Spiel gegen Bochum. Doch ausgerechnet da unterliefen ihm zwei folgenschwere Fehler, die zu Gegentoren führten.

Eine starke Leistung in dieser Partie hätte womöglich seine Position weiter gestärkt und ihm für die Rückrunde geholfen. Denn aus dem Überangebot an defensiven Mittelfeldspielern ist plötzlich ein Mangel entstanden. Deshalb bemüht sich Armin Veh, kurzfristig noch einen gestandenen Spieler für die Sechser-Position zu verpflichten: „Ein Transfer auf der Position war jetzt nicht geplant. Wir sind von der Aktualität eingeholt worden und müssen handeln, wenn es Sinn macht.“

Ergänzend dazu sagte Markus Anfang am Freitagabend: „Wir haben auf der Sechser-Position ein paar Schwierigkeiten. Wir müssen gegen Union und Aue sofort gut aufgestellt sein, das sind direkt wichtige Spiele. Wir beobachten den Markt, ob jemand zu uns passt und ein Neuer die Mannschaft auf Sicht stärker macht. Es darf kein Aktionismus sein, keine Verpflichtung für ein, zwei Spiele.“ Das heißt auch, dass ein entsprechender Spieler zu realisierbaren finanziellen Konditionen zu haben sein muss. In dem Zusammenhang fiel als erstes der Name von Marc Stendera. Der erst 23-Jährige ist bei Eintracht Frankfurt nur noch Ersatzkraft. Armin Veh kennt ihn gut aus seiner Eintracht-Zeit, war damals ein Förderer des jungen Spielers. Derzeit befindet er sich mit den Frankfurtern im Trainingslager in Florida, wurde beim 2:1-Testspielsieg gegen den FC Sao Paulo nur eingewechselt. Er könnte zumindest bis zum Sommer ausgeliehen, wenn nicht sogar gekauft werden.

Als notwendig erachtet wird die Verpflichtung eines Sechsers wohl deshalb, weil die Verletzung von Marco Höger offenbar schwerwiegender ist als gedacht. Der 29-Jährige erlitt beim Trainingsauftakt vor einer Woche eine Außenbanddehnung im rechten Knie, die wohl schlimmer ist als befürchtet. Damit fällt er für das erste und offenbar auch die folgenden Spiele aus.

Noch länger fehlen werden auch alternative Spieler für diese Position. Vincent Koziello laboriert an einem Teilriss des Innenbandes im rechten Knie, Matthias Lehmann leidet unter einer anhaltenden Achillessehnenreizung. Zudem ist Jonas Hector, der die Rolle ebenfalls schon sehr gut interpretierte, für das Auftaktspiel bei Union Berlin nach fünf Verwarnungen gesperrt.

Nun könnte der Nationalspieler in den folgenden Begegnungen die Mittelfeld-Position bekleiden. Doch hält man ihn auf der linken Außenbahn für wertvoller als im Zentrum. Deshalb also die Suche nach einem neuen Sechser. Der soll offenbar so schnell es geht, womöglich noch während des Trainingslagers, verpflichtet werden.

An den ersten Übungstagen auf Mallorca herrschte ohnehin bereits Personalmangel bei den Feldspielern. Benno Schmitz wurde angeschlagen mitgenommen und konnte bislang nur Laufeinheiten absolvieren. Matthias Bader fiel zeitweilig erkältet beim Mannschaftstraining aus.

Am Donnerstag hatte Lasse Sobiech das Training wegen Adduktorenproblemen abgebrochen. Am Freitag entschied man, dass er am Samstag nach Köln fliegt. „Es könnte was Muskuläres sein. Da können wir ihn zu Hause besser versorgen als hier“, begründete Anfang. Nach dreimonatiger Zwangspause wegen eines Zehenbruchs war die Belastung jetzt für ihn offenbar doch zu groß.

So kam es, dass Ersatztorhüter Jan-Christoph Bartels mehrfach als Feldspieler aushelfen musste. Dabei machte er seine Sache durchaus ordentlich und bewies, wie viel fußballerisches Können er besitzt. An diesem Sonntag ist er übrigens das nächste Geburtstagskind im FC-Kader. 20 Jahre wird der 1,88 Meter lange Schlussmann alt.

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