Tunesischer Neuzugang: Die Hoffnungen beim 1. FC Köln ruhen auf Skhiri

Tunesischer Neuzugang : Die Hoffnungen beim 1. FC Köln ruhen auf Skhiri

Der Tunesier Ellyes Shkiri hat am Montag erstmals beim 1. FC Köln trainiert und könnte schon am Samstag in Wolfsburg sein Debüt feiern.

Am Morgen nach dem Elfmeter-Glücksspiel im DFB-Pokal beim SV Wehen Wiesbaden stellte sich die FC-Mannschaft nach einer gemeinsam vorgenommenen Videoanalyse als eine reichlich zersplitterte Truppe dar: Die Stammkräfte vom Sonntag regenerierten, die Verletzten wurden untersucht und behandelt, die weniger oder gar nicht belasteten Profis trainierten – und mit dabei war Ellyes Skhiri. Der Neuzugang stand aufgrund der Defensivprobleme am Vortag gleich im Mittelpunkt von Spekulationen.

Denen widersprach Trainer Achim Beierlorzer nicht, als er es als vorstellbar bezeichnete, dass der tunesische Nationalspieler bereits am Samstag in Wolfsburg sein FC- und Bundesligadebüt feiern könnte. Er müsse nur die Spielphilosophie verinnerlichen. Bei der Videoanalyse wurde dem gebürtigen Franzosen vom Dolmetscher nahe gebracht, was es beim FC zu verbessern gebe: Das Umschalten nach Ballverlusten von Angriff auf Abwehr sei nicht schnell genug, an Stabilität im Zentrum habe es gemangelt, so Achim Beierlorzer. Der Versuch mit dem offensiven Dominick Drexler in der Zentrale war verbesserungswürdig, weshalb in Wolfsburg wohl mit zwei klassischen Sechsern gespielt wird. Es wäre genau die richtige Aufgabe für Skhiri.

Horn Matchwinner in Wiesbaden

Weil in Wiesbaden dem Gegner zu viele Möglichkeiten zugelassen wurden, quälte sich der Bundesligist über das Elfmeterschießen in die zweite Pokalrunde. Bei diesem Schuss-Wettbewerb trafen die Kölner dreimal. Das reichte aus, weil Torwart Timo Horn ebenso viele Versuche des Gegners zunichtemachte. Nachdem der während der 120 Minuten bereits unglücklich agierende Anthony Modeste an Torhüter und Pfosten gescheitert war, hatte der FC-Schlussmann ihn mit den Worten getröstet: „Mach dir keinen Kopf. Ich halte den nächsten.“ Gesagt, getan. „Elfmeterschießen ist auch Glückssache. Diesmal war es auf unserer Seite“, spielte Horn seine Leistung etwas herunter. Sein Wunsch für die nächste Runde: Ein Heimspiel gegen einen Gegner, den man bezwingen könne.

Um das hinzubekommen, müssten neben den Defensivproblemen auch die offensiven Schwachstellen behoben werden. „Chancen hatten wir eigentlich genug“, meinte Florian Kainz, der an allen drei Treffern beteiligt war und einen Elfmeter verwandelte. „Aber wir waren zu unkonzentriert und zu schlampig, um sie ausreichend zu nutzen.“

Mehr oder weniger interessierter Beobachter der ersten Halbzeit des Spiels in Wiesbaden war Jan Schlaudraff. Der neue Sportchef von Hannover 96 hatte auf der Anreise zum Pokalspiel in Karlsruhe Halt gemacht, um sich den nächsten Zweitliga-Gegner anzusehen. Ein Gespräch mit Armin Veh, der nur wenige Meter neben ihm auf der Tribüne saß, über die geplante Verpflichtung der Kölner Jannes Horn und Salih Özcan habe es nicht gegeben, so der FC-Sportchef.

Wie es aus Hannover heißt, sei Schlaudraff sehr an den beiden Kölner Spielern interessiert. Allerdings habe Geschäftsführer Martin Kind bislang sein Veto eingelegt, weil einige Spielerabgänge noch nicht vollzogen sind und deshalb noch nicht das notwendige Geld in der Kasse sei.

Mehr von GA BONN