1. FC Köln: Der FC hat bald ein Luxusproblem im Angriff

1. FC Köln : Der FC hat bald ein Luxusproblem im Angriff

Sollte Rückkehrer Anthony Modeste kurzfristig seine Spielberechtigung erhalten, haben die Kölner ein Überangebot an Angreifern. Bochum zeigt offenbar Interesse an Simon Zoller.

Anthony Modeste ist zurück, und mit ihm die Fragen, wann er für den 1. FC Köln wieder auf Torejagd gehen darf und welche Rolle ihm Markus Anfang im Mannschaftsgefüge zuordnet. Was eine zeitnahe Erteilung der Spielberechtigung anbelangt, so gibt man sich seitens der FC-Verantwortlichen zuversichtlich. Alle notwendigen Papiere seien an den Weltverband Fifa geschickt worden. Wenn das Prozedere normal verlaufe, könne der Stürmer für das nächste Heimspiel am 1. Dezember gegen Greuther Fürth einsatzberechtigt sein.

Unabhängig davon, ob der 30-Jährige so zeitnah oder doch womöglich erst in einigen Monaten sein erstes Zweitligaspiel für den 1. FC Köln machen darf, stellt sich für seinen Trainer bereits eine Problemfrage: Wohin mit all den Stürmern? In weniger schwerwiegender Form bestand die Problematik bereits bislang. Denn mit Simon Terodde, Jhon Cordoba, Serhou Guirassy und Simon Zoller verfügt der FC über vier Mittelstürmer. Im einstudierten und von Markus Anfang bislang meist bevorzugten Spielsystem war lediglich ein klassischer Stürmer vorgesehen.

Vom dritten Spieltag an blieb diese Rolle weitgehend Simon Terodde vorbehalten. Er dankte es mit der unglaublichen Quote von 16 Treffern in zwölf Spielen. Jhon Cordoba brachte es bei elf meist kurzen Einsätzen auf vier Tore, Serhou Guirassy bei gleicher Anzahl auf zwei Treffer, während Simon Zoller nur auf 64 torlose Spielminuten kam. Ein Fingerzeig, wie der FC künftig zumeist taktisch auftreten wird, gab das jüngste 8:1 gegen Dresden. Da stürmten Simon Terodde und Jhon Cordoba erstmals von Beginn an als Doppelspitze – und trafen drei beziehungsweise zwei Mal. In solch einer Formation wird wohl auch mit Anthony Modeste gespielt werden.

Zunächst gelten der Franzose und Simon Terodde als die wohl geeignetste Pärchenbildung. Und das nicht nur, weil der eine zwei Mal mit je 25 Treffern Zweitliga-Torschützenkönig war und der andere in seiner letzten Bundesligasaison für den FC ebenfalls 25 Mal getroffen hatte. Nein, die beiden müssten sich von ihrem Spielstil her am besten ergänzen. Denn während der gebürtige Münsterländer ein klassischer Strafraumstürmer ist, kommt sein neuer Kollege gerne mit Anlauf und Wucht aus dem Spielfeld heraus vor das gegnerische Tor. Als unterschiedliche Spielertypen könnten die beiden also ein ideales Duo auf dem Spielfeld bilden – und gegnerischen Abwehrreihen viel Arbeit bereiten.

Anthony Modeste ist es egal, wer mit ihm oder an seiner Seite spielt. Hauptsache, er kann wieder seiner Passion als Stürmer nachgehen. Nach einer seiner letzten Trainingseinheiten bei der Regionalliga-Mannschaft des 1. FC Köln, bei der er sich in den letzten Wochen fit gehalten hatte, sagte er gegenüber dieser Zeitung: „Ich hoffe sehr, dass ich bald wieder spielen kann. Von meiner Seite tue ich alles dafür.“ Am 4. August absolvierte er sein bislang letztes Spiel, im Trikot von Tianjin Quanjian. Danach kündigte er bei den Chinesen wegen angeblich nicht eingehaltener Zahlungen. Das Nachsehen dürften zunächst die übrigen FC-Stürmer besitzen. Am ehesten könnte noch Jhon Cordoba auf Einsatzzeiten hoffen. Serhou Guirassy und Simon Zoller stehen offenbar vor dem Weggang aus Köln. An Zoller war dem Vernehmen nach der VfL Bochum interessiert.

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