1. FC Köln: Der 1. FC Köln ist die Schießbude der Liga

1. FC Köln : Der 1. FC Köln ist die Schießbude der Liga

Der 1. FC Köln hat in den 34 Saisonspielen insgesamt 70 Gegentore kassiert. Leonardo Bittencourt steht vor dem Wechsel zu 1899 Hoffenheim. Ein Blick auf die Situation beim FC zum Ende der Saison.

Mit einer 1:4-Pleite, die die Harmlosigkeit der Offensive und die verloren gegangene Defensivstruktur widerspiegeln, verabschiedete sich der 1. FC Köln in Wolfsburg aus der Bundesliga. Torwart Timo Horn sprach von einer Arbeitsverweigerung, Abwehrmann Dominique Heintz davon, dass der Wille zur Gegenwehr gebrochen gewesen sei. Trainer Stefan Ruthenbeck formulierte es so: „Wir waren wieder inkonsequent bei der Arbeit gegen den Ball. Das ist ein Symbol der ganzen Saison.“ Am Ende kassierte das Team 70 Gegentreffer, der FC wurde zur Schießbude der Liga. Mit 22 Punkten holte man so wenige wie nie zuvor (23 waren es 2003/04).

Ein Traumtor: Bereits nach 41 Sekunden hieß es durch Joshua Guilavogui 0:1. Mit dem 1:2 (Divock Origi/54.) brach die Gegenwehr, das 1:3 (Robin Knoche/71.) und das 1:4 (Josip Brekalo/90.+1) waren Ausdruck der Selbstaufgabe. Danach sah es nach dem 1:1 (32.) nicht aus. Nach einem Doppelpass mit Milos Jojic stahl sich Jonas Hector samt Ball rückwärts zwischen zwei Wolfsburger hindurch, um das Spielgerät dann über Torwart Koen Casteels zu lupfen. Ein Traumtor, ein Treffer für die Auswahl zum Tor des Monats.

Vor dem Abgang: Während der Nationalspieler bekanntlich dem FC die Treue hält, stehen andere FC-Profis vor dem Absprung. Nach Informationen des „Kicker“ wechselt Leonardo Bittencourt zur TSG Hoffenheim. Die Champions-League-Qualifikation der Kraichgauer habe den Transfer forciert. Die festgesetzte Ablösesumme soll nur sechs Millionen Euro betragen. Dominique Heintz, unter anderem von Schalke 04 umworben, sagte, er habe aus Respekt gegenüber dem FC nichts vor dem letzten Spiel entscheiden wollen. In den nächsten Tagen könnte das der Fall sein. Ebenso bei Yuya Osako, der ebenfalls weiter erstklassig spielen will.

Vertrag erfüllen: Mit dem FC in die 2. Liga gehen will Milos Jojic. Er steht noch für ein Jahr unter Vertrag, würde sogar verlängern, wenn ihm ein Angebot gemacht würde. Wer von jenen Spielern, die Ausstiegsklauseln besitzen, noch gehen wird, ist für Armin Veh ungewiss. Manche Profis müssten sich innerhalb von 14 Tagen erklären, andere hätten Fristen bis in den Juni und Juli hinein. Was Zugänge anbelangt, so sei in dieser Woche mit ersten Vertragsunterschriften zu rechnen, so der Sportchef.

Landfriedensbruch: Zu Beginn des Spiels kam es wieder einmal zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei, die Pfefferspray einsetzte, und gewaltbereiten FC-Anhängern. Die versuchten im Wolfsburger Stadion einen Blocksturm, nach dem rund 50 von ihnen in Gewahrsam genommen und wegen Landfriedensbruch angezeigt wurden. Die FC-Vereinsführung distanzierte sich von den Gewalttaten, geht aber dem Vorwurf nach, der Polizeieinsatz sei überzogen gewesen. Präsident Werner Spinner setzte sich nach dem Spiel dafür ein, dass Unbeteiligte, die im Gästeblock von der Polizei eingesperrt wurden, zu ihren Bussen konnten.

Podolski wettet gegen FC: Eine Schmunzette zum Saisonausklang: Im Stadionheft des VfL Wolfsburg lächelte Weltmeister Lukas Podolski verschmitzt auf einer ganzseitigen Anzeige als prominente Werbefigur für einen Wettanbieter. Daneben war zu lesen: „... anmelden, auf die Wölfe tippen.“ Gemeinhin lässt der ehemalige Nationalspieler in seiner Funktion als FC-Ikone keinen öffentlichen Auftritt aus, um für eine erneute Rückkehr zu seinem Herzensclub zu werben. Bei dem Werbeauftritt aber war ihm seine Geldbörse aber offenbar näher als das Geißbocktrikot.

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