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Coronavirus: 1. FC Köln gegen Mönchengladbach droht Geisterspiel zu werden

1. FC Köln : Horst Heldt: „Konsequent inkonsequent, was im Moment entschieden wird“

Weiterhin unklar ist, ob das Nachholspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln angesichts des Coronavirus am Mittwoch ohne Zuschauer ausgetragen wird. FC-Sportchef Horst Heldt wünscht sich, „dass jemand eine klare Ansage macht“.

Als erstes Bundesligaspiel wird das Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am Mittwoch (18.30 Uhr) wegen des Coronavirus aller Voraussicht nach unter Ausschluss der Zuschauer stattfinden. Die Entscheidung darüber wird am Dienstag das Gesundheitsamt der Stadt Mönchengladbach fällen.

Parallel dazu stehen die FC-Verantwortlichen mit dem Gesundheitsamt der Stadt Köln in Verbindung. Dort muss entschieden werden, ob das Heimspiel am Samstag gegen Mainz unter normalen Verhältnissen ausgetragen oder aber ein Geisterspiel wird.

„Ich finde es konsequent inkonsequent, was im Moment entschieden wird. Das Champions-League-Spiel von Leipzig gegen Tottenham am Dienstag findet mit Zuschauern statt, die Begegnung zwischen Paris und Dortmund am Mittwoch ohne Besucher“, meinte Horst Heldt verständnislos. „Ich würde mir wünschen, dass jemand eine klare Ansage macht.“

Einerseits habe Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn empfohlen, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen, andererseits finde das Zweitliga-Spitzenspiel zwischen Stuttgart und Bielefeld am Montagabend vor 50.000 Zuschauern statt. „Von uns Führungspersonen wird verlangt, dass wir Entscheidungen treffen. Das würde ich mir in diesem Zusammenhang von anderen auch wünschen“, meinte Horst Heldt.

FC-Sportchef Horst Heldt zeigt sich irritiert

Der FC-Sportchef ist der Meinung, dass bei einer konsequenten Umsetzung der Empfehlung des Gesundheitsministers auch die Bahnhöfe und Flughäfen geschlossen werden müssten. „Und was ist mit den Kantinen von Großunternehmen wie Ford, wo Hunderte dicht beieinander sitzen“, fragte er rhetorisch.

Zudem könne es ein Problem werden, wenn Fans, womöglich viele Anhänger sowohl der Kölner als auch der Gladbacher, zum Stadion kommen, um vor den Toren das vom Fernsehen live übertragene Spiel mitzuerleben.

Der FC-Sportchef zeigte sich in gewisser Weise irritiert angesichts der möglichen Konsequenzen. Dazu verwies er auch auf die Einnahme-Ausfälle für die Clubs, die Millionenbeträge erreichen würden. Das könne Auswirkungen auf die bevorstehende Lizenzierung haben, da die Einnahmen in den Etats eingeplant seien.

Andererseits begrüßte er Vorsichtsmaßnahmen. So habe man auf der Geschäftsstelle am Geißbockheim Desinfektionsspender angebracht, die die Besucher und Mitarbeiter nutzen sollen.

Trainer Gisdol will nicht „zu viel verraten“

Markus Gisdol versucht derweil, sich weiter auf das Sportliche zu konzentrieren. Er stelle die Frage in den Vordergrund, was auf dem Platz passiere, nicht was darum herum zu erwarten sei. Er und die Spieler müssten ausblenden, dass womöglich keine Zuschauer da seien, die Atmosphäre gespenstisch anmuten werde.

Der Trainer wolle noch überlegen, ob er in einer speziellen Ansprache die Spieler auf das wahrscheinliche Geisterspiel vorbereiten werde. Er wolle diesbezüglich aber noch nicht „zu viel verraten“.

Der Schwabe habe solch ein Spiel ohne Zuschauer bislang nur bei Testspielen erlebt, noch nie bei einem Pflichtspiel. Dagegen kennt Horst Heldt die gespenstische Atmosphäre aus einer Begegnung in der Qualifikation der Champions League. Im August 2013 spielte Schalke 04 bei PAOK Saloniki ohne Zuschauer, wozu die Griechen wegen Ausschreitungen verurteilt worden waren. „Das war ganz seltsam. Man verstand auf der Tribüne jedes Wort, was unten am und auf dem Spielfeld gerufen wurde“, sagte der 50-Jährige.

Personell werden die Kölner voraussichtlich nur auf Innenverteidiger Sebastiaan Bornauw verzichten müssen. Der fällt wegen Muskelproblemen auf unbestimmte Zeit aus, wie Markus Gisdol betonte. Dagegen dürfte Jonas Hector, der wegen ähnlicher Probleme in Paderborn ausgewechselt worden war, mitwirken können. Auch Noah Katterbach, der nach einer Bänderverletzung wieder ins Training eingestiegen ist, könnte zur Verfügung stehen.