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"Ein kleines Rachegefühl war dabei": Cauly Oliveira Souza vom MSV Duisburg im Interview

"Ein kleines Rachegefühl war dabei" : Cauly Oliveira Souza vom MSV Duisburg im Interview

Oliveira Souza, Profi des MSV Duisburg, im GA-Interview über Brasilien, Fortuna Köln und sein Tor gegen den 1. FC Köln im Hinspiel.

Herr Oliveira Souza, in der Psychologie können Menschen in zwei Gruppen eingeteilt werden: Solche, für die der Blick zurück wichtiger ist als der nach vorne. Oder eben solche, die eher auf die Zukunft fixiert sind. Zu welcher Sorte würden Sie sich zählen?

Cauly Oliveira Souza: Ich würde sagen, zu beiden. Ich lebe so, dass das Jetzt zählt und man auch in Zukunft versucht, das Beste rauszuholen. Ich habe aber auch eine außergewöhnliche Kindheit in Brasilien gehabt. An diese andere Kultur erinnere ich mich gerne.

In Deutschland blieb Ihr offensives Talent nicht lange unentdeckt. Sie landeten über RW Dünstekoven und die 1. JFS Köln in der Jugend des 1. FC Köln. Welche Personen haben Sie damals geprägt?

Oliveira Souza: Ich weiß noch, dass mich Patrick Weiser aus der Taxofit-Fußballschule zum FC geholt hat. Wir hatten damals eine coole Truppe. Zwei Jahre lang war auch Boris Schommers unser Trainer. Mit vielen Mitspielern wie Arnold Budimbu (aktuell Regionalliga beim TSV Steinbach; Anm. d. Red.) oder Firat Tuncer (2. Liga Österreich in Lustenau) habe ich heute noch Kontakt. Wir haben die Zeit damals sehr genossen. Vielleicht manchmal sogar zu sehr. In dieser Lebensphase war man nicht immer hundertprozentig auf den Fußball konzentriert.

Trotzdem haben Sie damals regelmäßig um Titel mitgespielt. Warum war nach der U19 trotzdem Endstation?

Oliveira Souza: Mein Vertrag lief bis zum zweiten Jahr der U19. Dann kam Frank Schaefer aus dem NLZ zu mir und teilte mir mit, dass der FC nicht mehr mit mir planen würde. Wenn überhaupt, hätte ich in der U21 spielen sollen und selbst dort hätte ich unter Stephan Engels wohl nur wenig Spielzeit bekommen. Deswegen war es besser, dass ich mir etwas anderes gesucht habe.

Bei Fortuna Köln gelang Ihnen unter Uwe Koschinat der Durchbruch. Ist die Verbindung in die Südstadt deswegen stärker als nach Müngersdorf?

Oliveira Souza: Der Schritt zur Fortuna war wirklich der bisher wichtigste in meiner Karriere. Ich habe damals eine coole Truppe vorgefunden, und der Trainer hat mir mit 18 schon das Vertrauen geschenkt. Ich habe viel von ihm gelernt, und wir haben immer noch Kontakt.

Was war es für ein Gefühl, beim Hinspiel im RheinEnergie-Stadion das 1:0 für den MSV zu erzielen?

Oliveira Souza: Das war ein geiles Gefühl. Schließlich war es das erste Mal, dass ich in diesem Stadion gespielt habe. Schon als Jugendlicher habe ich davon geträumt. Natürlich war nach dem Tor und dem Sieg auch ein kleines Rachegefühl dabei.

Was spricht jetzt im Duell Letzter gegen Erster für eine Wiederholung des 2:1-Kunststücks?

Oliveira Souza: Auch wenn der FC uns dieses Mal nicht unterschätzt, müssen wir versuchen, dieses Spiel zu genießen. Wenn jeder top-fokussiert seine Aufgabe erledigt, können wir die Punkte in Duisburg behalten. Das hat man ja auch im Hinspiel gesehen.

Könnten Sie sich eine Rückkehr zum FC vorstellen?

Oliveira Souza: Wenn ich „Nein“ sage, würde ich lügen. Meine Familie und die Familie meiner Freundin leben in der Nähe von Köln. Wenn ich mich irgendwo in Deutschland heimisch fühle, dann in Köln. Der FC ist ein geiler Verein. Aktuell bin ich voll fokussiert auf den Abstiegskampf mit Duisburg. Den Traum von der 1. Bundesliga habe ich aber noch nicht aufgegeben.