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1. FC Köln: Beierlorzer noch nicht ganz zufrieden

1. FC Köln : Beierlorzer noch nicht ganz zufrieden

Der Trainer des 1. FC Köln lobt seine Mannschaft nach dem zweiten Trainingslager, beklagt aber fehlende Effektivität. Am Wochenende spielt das Team von Achim Beierlorzer gegen ein Team aus der englischen Premier League.

Meist unbeliebt bei den Spielern, von den Trainern aber als unverzichtbar gefordert, sind die Trainingslager. Begnügten sich die Verantwortlichen beim 1. FC Köln bis vor wenigen Jahren noch meist mit einem längeren im Sommer, so sind es heute zwei. Der Kölner Tross war zunächst erstmals in Donaueschingen – und schloss bereits einen Vertrag für das kommende Jahr –, anschließend dann, wie schon fünf Mal zuvor, in Kitzbühel. Die Bedingungen waren optimal. Was daraus gemacht wurde, erweckt ebenfalls beste Noten.

„Alles hat gepasst. Wir sind wieder einen Schritt weiter. Es ist gut und konzentriert gearbeitet worden, ohne dass der Spaß zu kurz kam. Ich hoffe nur, dass sich nach Noah Katterbach im ersten Trainingslager und Ismail Jakobs im zweiten kein weiterer Spieler verletzt“, sagte Armin Veh noch vor dem mit 1:3 unglücklich verlorenen Testspiel gegen den FC Villareal.

Dann aber schied Mittelfeldmann Marcel Risse nach 56 Spielminuten mit einer Muskelblessur im rechten Oberschenkel aus. Noch am Sonntagabend fuhr er mit Mannschaftsarzt Peter Schäferhoff vom Spielort Kufstein nach München, um am Montagmorgen nach Köln zu fliegen. Die dortige MRT-Untersuchung hat die Muskelverletzung bestätigt.

Achim Beierlorzer ärgerte sich über diese Verletzung besonders aus einem Grund. Während der Halbzeitpause hatte er bei Risse nachgefragt, wie es dem verletzungsanfälligen Spieler gehe. Der habe dann gemeint, alles sei in Ordnung. Mit dem Spiel seiner Mannschaft war der Trainer trotz der Niederlage nicht unzufrieden. Man hätte noch etwas geduldiger sein können. Die Anzahl der Balleroberungen und der daraus kreierten Torchancen aber sei ordentlich gewesen. Einzig die Effektivität habe gefehlt, um ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Qualitativ breiter Kader

Obwohl Achim Beierlorzer sieben Umstellungen in der Anfangsformation gegenüber dem vorangegangenen Spiel gegen den FC Bologna vornahm, sei es wieder „eine potenzielle Startelf“ hinsichtlich des Pokalspiels in Wiesbaden gewesen.

In der Tat besitzt der FC-Trainer einen qualitativ breiten Kader – bis auf die Innenverteidiger. Da fielen Lasse Sobiech und Frederik Sörensen von ihrer Spielweise gegenüber Jorge Meré und Rafael Czichos sichtbar ab. Auch Jonas Hector und Kingsley Ehizibue stellen auf den Außenpositionen mit ihrer individuellen Spielstärke eine andere Klasse dar, als Benno Schmitz und Matthias Bader, die sie vertraten. Doch die beiden jungen Spieler zeigten deutliche Entwicklungsschritte.

Zufrieden zeigte sich Beierlorzer auch mit der Staffelung der letzten Testspielgegner. Sie seien vom VfL Osnabrück (3:0) über Werder Bremen (0:1) und den FC Bologna (3:1) bis hin zum FC Villareal (1:3) stetig spielstärker geworden. Das Spiel gegen die Spanier, obwohl bei teils sintflutartigem Regen ausgetragen, habe bereits Bundesligacharakter besessen.

Generalprobe vor dem Pflichtspielstart

Der letzte Test und damit die Generalprobe vor dem Pflichtspielstart mit der DFB-Pokalpartie am Sonntag, 11. August (18.30 Uhr), beim SV Wehen-Wiesbaden findet für den 1. FC Köln am Samstag auf der britischen Insel statt. Gastgeber ist der Premier-League-Club FC Southampton, betreut vom früheren FC-Profi Ralph Hasenhüttl. Er übernahm die „Saints“ („Heiligen“), wie sie wegen ihrer Herkunft als Verein der Kirchengemeinde Sankt Marien genannt werden, im vergangenen Dezember und rettete sie vor dem Abstieg.

Auf diese Partie will Achim Beierlorzer die Mannschaft nach dem trainingsfreien Dienstag so vorbereiten, als sei es ein Pflichtspiel. „Die letzten Tests haben uns gute Informationen darüber gegeben, woran wir noch arbeiten müssen. Es sind aber nur Nuancen, die wir noch verbessern müssen. Im Großen und Ganzen bin ich mit dem, was die Mannschaft jetzt gezeigt hat, zufrieden“, sagte der 51-Jährige vor der Abreise aus dem am Montag verregneten Kitzbühel.