1. FC Köln: Anfang ist guter Dinge vor Spiel gegen Darmstadt

1. FC Köln : Anfang ist guter Dinge vor Spiel gegen Darmstadt

Die FC-Spieler haben ein spürbar größeres Vertrauen in die Abläufe und fühlen sich auf dem Feld wohler. Trainer Markus Anfang ist guter Dinge vor dem Spiel gegen Darmstadt.

Markus Anfang ist ein Glückspilz. Unter seinen Kollegen bei den anderen 17 Fußball-Zweitligisten dürfte jedenfalls keiner sein, der den Coach des 1. FC Köln in diesen Tagen nicht beneidet. Anfang trainiert nicht nur den besten Angriff der Liga (32 Tore), er hat auch den besten Torschützen im Team. 16 Mal hat Simon Terrodde schon getroffen und damit doppelt so oft wie seine ersten Verfolger Lukas Hinterseer (VfL Bochum) und Philipp Klement (Paderborn). Dazu kommen der immer stärker werdende Jhon Cordoba (4 Tore) und Serhou Guirassy (2). Als wäre das nicht genug, gehört seit dieser Woche ja auch noch Anthony Modeste zum Kader. Jener 30-jährige Franzose, der den FC mit 25 Treffern in der Bundesliga-Saison 2016/17 in die Europa League geschossen hatte.

Wen wundert es da noch, dass Markus Anfang zwischen den beiden Trainingseinheiten am Mittwoch locker, gelöst und bestens gelaunt am Geißbockheim Auskunft gab. „Wir sind sehr froh darüber, Spieler von dieser Qualität im vorderen Bereich zu haben“, sagte der 44-Jährige lächelnd. Als dann die unausweichliche Frage kam, wie Terodde und Cordoba mit der neuen Konkurrenzsituation klar kommen würden, ließ sich Anfang nicht aus der Ruhe bringen: „Natürlich ist es eine Sondersituation und die Enttäuschung gehört dazu, wenn einer nicht spielt. Aber es wäre schade, wenn wir einen Spieler verlieren würden, nur weil ein neuer dazukommt. Es geht darum, dass alle dem Team helfen können.“

Der FC-Trainer macht sich auch keine ernsthaften Sorgen: „Ich sehe jetzt keinen, bei dem ich befürchten muss, dass er sich deshalb hängen lässt.“ Anfang behandelt den „besonderen Transfer Modeste“ im ständigen Dialog mit den Spielern: „Wir gewinnen einen guten Spieler dazu, der die Mannschaft noch stärker macht und hilft die Ziele zu erreichen, die alle erreichen wollen.“ Da der prominente Neuzugang auf seine Spielberechtigung wartet und erst seit zwei Tagen mit der Mannschaft trainiert, befindet sich der Konkurrenzkampf im ohnehin noch in der Warteschleife. Wenn die Kölner am Samstag in Darmstadt antreten, werden also Terodde und Cordoba wie gegen Dresden die Doppelspitze bilden.

Größeres Vertrauen in die Abläufe

Das liegt auch daran, dass sich das 5-3-2-System, in dem Anfang sein Team gegen Dynamo erstmals auflaufen ließ, auf Anhieb bewährt und festgezurrt hat. Die Spieler haben ein spürbar größeres Vertrauen in die Abläufe und fühlen sich auf dem Feld einfach wohler. „Im Endeffekt geht es immer um die Umsetzung der Spieler, egal, was wir für ein System spielen“, erklärte Anfang, fügte aber etwas Wichtiges an: „Glaube führt zu Nachhaltigkeit.“ Der Trainer darf sich ungeniert ans Revers heften, dass er flexibel reagiert hat. Er hat aus dem Dialog heraus mit der Doppelspitze eine Antwort auf die Fragen nach den zuvor mäßigen Ergebnissen gegeben und das Thema intern unaufgeregt moderiert, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Anfang lässt auch deshalb drei Tage vor dem Spiel in Darmstadt nicht unerwähnt, dass der Kantersieg gegen Dresden „Auftrieb gegeben“ hat: „Das 8:1 war ein Brustlöser, dann kam der Elfte im Elfte und noch eine tolle Feier zum 70. Geburtstag. Die Stimmung bei uns ist sehr gut.“ Klingt fast ein bisschen danach, als könnte der Übergang zu Tagesordnung „2. Bundesliga“ schwer fallen. Ein Thema, dass für Markus Anfang und seinen Stab aber ohnehin nach jeder Länderspielpause intensiv angesprochen wird: „Wir haben die gute Stimmung transportiert, müssen uns jetzt aber wieder auf das Wesentliche konzentrieren– und das ist Darmstadt.“

Für den Auftritt am Böllenfalltor ist der FC-Trainer übrigens „bester Dinge“ und hat dafür gute Gründe: Jonas Hector hat das üble Foul im Länderspiel gegen Russland ohne Folgen überstanden. Auch die anderen FC-Nationalspieler sind wohlbehalten zurück. Das Thema „Modeste“ kann der Trainer noch im Hintergrund moderieren und er verfügt auch ohne den Franzosen schon über eine Offensive, um die ihn seine Zweitliga-Trainerkollegen beneiden.

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