Kommentar zum neuen FC-Vorstand

Vertrauen ist noch lange keine Qualitätsgarantie

Eckhard Sauren, Werner Wolf und Jürgen Sieger (v.l.n.r.) sollen das Vorstandsteam des 1. FC Köln bilden.

Eckhard Sauren, Werner Wolf und Jürgen Sieger (v.l.n.r.) bilden das Vorstandsteam des 1. FC Köln.

Köln. Der neue Vorstand des 1. FC Köln hat einen klaren Auftrag. Präsident Werner Wolf und seine Vize-Präsidenten Jürgen Sieger und Eckhard Sauren müssen den seit der Abstiegssaison zunehmend gespalteten Club wieder einen und sich dabei das Vertrauen der Mitglieder verdienen.

78,22 Prozent sind zwar ein Ergebnis, das ausreicht um auf einer soliden Basis die Arbeit für die kommenden drei Jahre aufzunehmen. Das Votum ist aber auch ein klares Signal. Es gibt Luft nach oben im Ergebnis, die das neue Vorstandstrio nach den vielen Worten der vergangenen Wochen mit Taten füllen muss.

Bei den Vorstandswahlen 2016 bestätigten 99 Prozent der 2189 anwesenden Mitglieder den Vorstand mit Werner Spinner, Toni Schumacher und Markus Ritterbach im Amt. Ein Ergebnis, das wiederum zeigt, dass volles Vertrauen keine Garantie für gute und erfolgreiche Arbeit geben.

Der am Sonntag ausgeschiedene FC-Vorstand hat seine Mitschuld am Bundesliga-Abstieg 2017/18 und den daraus resultierenden Millionenverlust für den FC selbst mehrfach eingeräumt. Sein Ausscheiden ist die logische Konsequenz aus dem Versäumnis, die sportliche Führung mit Manager Jörg Schmadtke und Trainer Peter Stöger rechtzeitig zu kontrollieren. Wolf, Sieger und Sauren tun deshalb gut daran, sich bei Bedarf vom sportlichen Kompetenzteam Jörg Jakobs und Erich Rutemöller beraten zu lassen, ohne sich in die tägliche Arbeit der Geschäftsführung einmischen zu müssen.

Mit dem Ausbau von Geißbockheim und Stadion sowie der Wiederaufnahme des Dialogs mit den Ultragruppierungen warten wichtige Aufgaben auf den neuen Vorstand. Die Mitgliederversammlung 2022 wird auch im Ergebnis der Vorstandswahlen klar aufzeigen, wie erfolgreich Wolf, Sieger und Sauren gearbeitet haben.