1. FC Köln

FC will offensiv gegen Hamburg punkten

In schweren Stunden rückt man noch enger zusammen: FC-Trainer Markus Anfang (l.) und Innenverteidiger Jorge Meré vor dem Training am Freitag.

In schweren Stunden rückt man noch enger zusammen: FC-Trainer Markus Anfang (l.) und Innenverteidiger Jorge Meré vor dem Training am Freitag.

Köln. FC-Trainer Markus Anfang kehrt nach dem Herzinfarkt seines Vaters auf den Trainingsplatz zurück. Dieter Anfang befindet sich auf dem Weg der Besserung. Offensiv soll es am Montag gegen den HSV gehen.

Zwei Tage nach der dramatischen Lebensrettung seines Vaters Dieter am Rande des Zweitligaspiels zwischen dem MSV Duisburg und dem 1. FC Köln hat Markus Anfang die Umstände des Notfalls und dessen Folgen erklärt. Am Freitag befand sich sein Vater nach dem Herzinfarkt auf dem Weg der Besserung. „Wir haben die Hoffnung, dass er recht schnell regeneriert“, sagte der FC-Trainer, der am Freitag die Vorbereitung seiner Mannschaft auf das Spitzenspiel am Montag (20.30 Uhr) gegen den Hamburger SV aufnahm.

Der 44-Jährige klärte jetzt auf, dass sein Vater auf der Tribüne bereits zusammengebrochen sei, während sich die Mannschaften noch für die Partie aufwärmten. FC- und MSV-Fans, Sanitäter und eine Ärztin hätten Erste Hilfe geleistet. Man habe ihm gesagt, solch einen Herzinfarkt, wie ihn sein Vater erlitten habe, könne man nur an Flughäfen und in Fußballstadien überleben, weil dort die Hilfe aus medizinischer Sicht schnellstmöglich sei.

Der Wunsch des Vaters

Die Frage, warum er bereits am Freitagnachmittag nach dem vormittäglichen Besuch am Krankenbett des Vaters wieder das Training leite, beantwortete Anfang so: „Mein Vater ist durch und durch Fußballer, er lebt den Sport. Er hätte sich nichts anderes gewünscht, als dass ich hier bin. Der Sport hat uns beiden sehr viel gegeben.“ Wie schon früher habe der Vater auch nach dem Wechsel seines Sohnes zum 1. FC Köln über jedes der bevorstehenden Spiele mit ihm gesprochen „und mir gesagt, wie ich es zu machen habe“, erzählte der Trainer schmunzelnd.

Er habe ihm auch am Wochenanfang einen Zettel hinterlegt, auf dem gestanden habe: „In Duisburg drei Punkte holen.“ Das sei bekanntlich nicht gelungen, weil man sich eine Reihe von Fehlern geleistet habe. Das habe beim schnellen Gegentreffer nach nur 147 Sekunden angefangen und sich über die beiden Treffer nach Freistößen fortgesetzt. „Ich hoffe – nein, ich bin überzeugt –, dass wir gegen den HSV mit unserem Publikum im Rücken besser starten als in Duisburg“, meinte Markus Anfang rückblickend.

Dennoch könne der Punkt, den man durch das 4:4 mitgenommen habe, noch wertvoll sein. Angesichts eines Vorsprungs von sieben Punkten auf den HSV habe man eine gute Ausgangssituation für das Spiel gegen den direkten Verfolger. Doch nicht nur wegen der Punktausbeute und der Platzierung, sondern auch, weil man seit sieben Spielen unbesiegt sei, sechs davon gewonnen und gute Leistungen gezeigt habe. Jeder seiner Spieler brenne darauf, dies gegen einen starken Gegner erneut zu zeigen.

Rechtzeitig einsatzfähig für das große Spiel dürften Jorge Meré (Adduktoren) und Christian Clemens (Muskelverhärtung) werden. Beide kehren ins Mannschaftstraining zurück. Alle anderen Spieler waren ohnehin fit.

Hamburger wollen gewinnen

Von der Hamburger Mannschaft von Hannes Wolf erwartet Kölns Trainer, dass sie alles dafür tun werde, um zu gewinnen. Schließlich könne sie nicht nach Köln kommen, um ein Unentschieden zu verwalten. Dafür sei der Abstand zwischen den Hamburgern und dem Tabellenfünften Holstein Kiel mit aktuell sechs, bis Montag womöglich sogar weniger Punkten, zu knapp.

Selbst werde man „aber auch nichts anderes machen, als auf Sieg zu spielen. Wir wollen die sechzig Punkte jetzt voll machen, nachdem uns dies in Duisburg nicht gelungen ist“, erklärte Markus Anfang angesichts der 58 Punkte, die der 1. FC Köln auf der Habenseite besitzt.

Unterstützung werde man durch die Fans erhalten. „Sie werden uns treiben, wie wir die ganze Saison über von ihnen getrieben worden sind. Und ich hoffe, dass wir am Ende gemeinsam da stehen und so jubeln können wie der HSV beim Hinspielsieg“, lautet neben der baldigen Genesung seines Vaters der Wunsch von Markus Anfang.