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1. FC Köln: Verstraete muss nach Kritik an Corona-Maßnahme zum Rapport

Nach Kritik an Corona-Maßnahmen : Verstraete musste beim 1. FC Köln zum Rapport antreten

Mit unverhohlener Kritik hatte Birger Verstraete vom 1. FC Köln darauf reagiert, dass trotz zweier positiver Corona-Fälle das Training bei den Kölnern am Montag unverändert fortgesetzt werden soll. Für seine Kritik musste er am Sonntag zum Rapport antreten.

„Wir sollen vorerst nicht unter Quarantäne gestellt werden. Das ist ein bisschen bizarr“, sagte er gegenüber dem belgischen Fernsehsender „VTM“, wie die Zeitung „Het Laatste Nieuws“ berichtete.

Am Sonntagmorgen musste der Mittelfeldspieler wegen seiner Aussagen zum Rapport auf der Geschäftsstelle des 1. FC Köln antreten. Ihm gegenüber saßen die Geschäftsführer Horst Heldt und Alexander Wehrle sowie Mannschaftsarzt Dr. Paul Klein als Hygienebeauftragter des Clubs.

Danach wies der 1. FC Köln in einer Presseerklärung Vorwürfe gegen eine Weiterführung des kontaktlosen Mannschaftstrainings zurück. Die Entscheidung darüber habe nicht der Verein, sondern das Kölner Gesundheitsamt getroffen.

Birger Verstraete wurde in der Vereinsveröffentlichung so zitiert, dass er sich „an einigen Stellen falsch ausgedrückt“ habe. So sei in der Übersetzung aus dem Flämischen ein missverständlicher Eindruck entstanden, was ihm leid tue. Statt „aus der Emotion heraus ein Interview zu geben, hätte ich den Kontakt zu unserem Arzt suchen und mir meine Fragen erklären lassen müssen“. Er habe weder dem FC noch den Behörden Vorwürfe machen wollen.

Birger Verstraete hatte gegenüber dem TV-Sender erklärt, dass die dritte positiv getestete Person neben zwei Mitspielern ein Physiotherapeut sei. Der Belgier fürchtet, dass er bei Behandlungen oder im Training auch angesteckt worden sei, obwohl der Test vom Donnerstag negativ ausgefallen sei.

„Du weißt, dass die Jungs dir beim Training extrem nah gekommen sind. Vor dem Test waren wir von neun bis 15 Uhr konstant zusammen. Wir haben uns zusammen fit gehalten, zusammen trainiert. Dieser Test vom Donnerstag kann nicht beweisen, ob ich selbst positiv bin“, wird der 26-Jährige zitiert.

Zudem verriet er, dass seine Freundin Zoé Timmermanns zur Risikogruppe gehöre: „Ich möchte, dass alle gesund sind, bevor wir wieder Fußball spielen. Meine Freundin ist Herzpatientin. Die Gesundheit meiner Familie, meiner Freundin und aller ist von größter Bedeutung. Das ist mir viel wichtiger. Erst Gesundheit, dann Fußball.“

Am Sonntag teilte der im letzten Sommer für rund vier Millionen Euro von KAA Gent verpflichtete Mittelfeldspieler mit, dass seine Freundin nach Hause nach Belgien fahren und zunächst dort bleiben werde. Er selbst fühle sich „beim FC wohl und gut aufgehoben. Ich werde weiter im Training und im Spiel beim FC alles geben und möchte die Saison in Köln zu Ende spielen“.

Dass trotz der drei positiven Test-Ergebnisse beim 1. FC Köln am Montag weiter trainiert werden darf, geht auf die Entscheidung des Kölner Gesundheitsamtes zurück. Das sah aufgrund der umfangreichen Hygienemaßnahmen keinen Grund dafür, neben den drei infizierten Personen die gesamte Mannschaft und ihre Betreuer in eine 14-tägige häusliche Quarantäne zu schicken.

Um weitere positive Fälle auszuschließen, wurde bereits für den Sonntag der für Montag geplante zweite Test der rund 60 Personen beim 1. FC Köln vorgezogen. Am Montagmorgen sollen dann bereits die Ergebnisse vorliegen.

Den Spielern wird im Übrigen freigestellt, am Training teilzunehmen. Der Verein muss so vorgehen, um möglichen Schadensersatzklagen vorzubeugen.