Spiel am Böllenfalltor: 1. FC Köln siegt mit 3:0 in Darmstadt

Spiel am Böllenfalltor : 1. FC Köln siegt mit 3:0 in Darmstadt

Nach einem schwachen Start konnte der 1. FC Köln mit 3:0 in Darmstadt gewinnen. Dank des Erfolgs übernahm der FC, zumindest vorerst, die Tabellenführung.

Was schwach begann endete in einem deutlichen Erfolg. Doch das 3:0 (0:0) des 1. FC Köln beim SV Darmstadt 98 geriet mindestens um ein Tor zu hoch. So deutlich, wie es das Ergebnis aussehen ließ, war der Unterschied zwischen den beiden Mannschaften im mit 17.400 Zuschauern ausverkauften Stadion am Böllenfalltor nicht.

Dank des Erfolgs übernahm der FC zumindest bis zum Montagabend, wenn es zum Spitzenspiel zwischen dem HSV und Union Berlin kommt, die Tabellenführung. Erstmals in dieser Saison gelang zudem ein Sieg nach einer Länderspielpause. Zuvor hatte es daheim eine 3:5-Niederlage gegen Paderborn und eine 1:2-Blamage gegen das damalige Schlusslicht MSV Duisburg gegeben.

Mit der gleichen Elf wie zwei Wochen zuvor beim Heimspiel gegen Dresden hatten die Kölner in Darmstadt beginnen wollen. Dann aber verletzte sich Jonas Hector beim Aufwärmen und fiel aus. Ersetzt wurde er durch Jannes Horn.

Nur wenige Konter sorgten für Gefahr

Das Fehlen des Kapitäns konnte allerdings nicht dazu herangezogen werden, dass die Kölner eine ihrer schwächsten und harmlosesten ersten Halbzeiten der Saison zeigten. Es wurden kaum offensive Ideen und damit zielgerichtete Angriffe kreiert.

Lediglich einige wenige Konter sorgten für Gefahr in Richtung Darmstädter Tor. Die besten Möglichkeiten boten sich Jhon Cordoba, jeweils per Kopf. Beide Male (19./27.) war es Marcel Risse, der von rechts flankte. Vor allem beim zweiten Versuch, der knapp vorbei ging, hatten einige FC-Fans bereits den Torschrei auf den Lippen.

Mehr und klarere Chancen besaßen die Hausherren. Bereits nach 100 Sekunden musste Timo Horn das erste Mal rettend eingreifen und den Ball zur ersten Ecke klären. Dirk Schuster hatte seine Mannschaft sehr gut auf die Kölner eingestellt. So ließen seine Spieler ihren Gegnern kaum Platz zu einem geordneten Aufbauspiel. Gleich nach dem Wiederbeginn war es erneut eine Risse-Flanke, die etwas Gefahr für das 98-Tor heraufbeschwor. Doch den Kopfball von Simon Terodde konnte der Torwart am Boden aufnehmen.

Fehler leitete 3:0 ein

Und dann kam es wie so oft im Fußball: Hüben wird eine gute Möglichkeit vergeben, drüben landet der Ball im Tor. Zunächst bot sich den Lilien eine weitere Führungs-Chance, als Terrence Boyd nach einem Freistoß (54.) den Ball knapp verpasste.

Der folgende Abstoß landete bei Dominick Drexler, der Louis Schaub am linken Flügel steil schickte. Dessen gefühlvollen Heber vors Tor nickte Simon Terodde sprunggewaltig ein. Saisontreffer Nummer 17 für das Tor-Ungetüm! Geradezu kurios kam das 2:0 (66.) zustande. Louis Schaub zog einen Eckball über die am kurzen Pfosten stehende Spielertraube. Dahinter landete der Ball am Boden, und Rafael Czichos musste ihn nur aus einem halben Meter über die Linie stochern.

Ein fataler Darmstädter Fehler leitete das 3:0 (70.) ein. Marcel Franke wollte den Ball zu seinem Torwart zurück köpfen. Das geriet zu kurz, Jhon Cordoba sprintete dazwischen, umkurvte den Schlussmann und schob ein.

Hässliche Szenen gab es danach auf der Haupttribüne des altehrwürdigen Stadions am Böllenfalltor. Zunächst waren pöbelnde FC-Fans von der Polizei abgeführt worden. Dann flogen gefüllte Bierbecher von enttäuschten Lilien-Anhänger auf eine sich ruhig verhaltende FC-Fangruppe. Während zwei Männer als Werfer identifiziert und ebenfalls abgeführt wurden, flüchteten Eltern mit ihren kleinen Kindern von der Tribüne.

Darmstadt: Heuer Fernandes; Rieder, Franke, Sulu, Holland (84. Hertner); Medojevic, Stark; Heller, Wurtz (79. Mehlem), Jones; Boyd (86. Platte). – Köln: T.Horn; Schmitz, Meré, Czichos; Höger (79. Özcan); Risse, Schaub (67. Koziello), Drexler, Hector; Cordoba (88. Guirassy), Terodde. – SR: Heft (Neunkirchen/Nieders.). – Tore: 0:1 Terodde (55.), 0:2 Czichos (66.), 0:3 Cordoba (70.). – Zuschauer: 17.400 (ausverkauft). – Gelbe Karten: Stark, Rieder – Höger.

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