1. FC Köln: Labbadia und Schmidt als Nachfolger von Beierlorzer gehandelt

1. FC Köln : Gerüchte um mögliche Nachfolger von Achim Beierlorzer

Ist Achim Beierlorzer auch am Freitag gegen die TSG Hoffenheim noch Trainer des 1. FC Köln? Im Falle einer vorzeitigen Ablösung werden Bruno Labbadia und Roger Schmidt als mögliche Nachfolger gehandelt. Auch die Rolle von Sportchef Armin Veh wird derweil in Köln diskutiert.

Zeitnahe Entlassung oder eine letzte Galgenfrist mit dem Heimspiel am Freitag gegen die TSG Hoffenheim? Achim Beierlorzer stand am Tag nach der 0:2-Pleite im Kellerduell bei Fortuna Düsseldorf beim 1. FC Köln natürlich im Fokus. „Ich gehe mal schwer davon aus, dass ich die Mannschaft am Freitag betreue“, sagte der 51-Jährige nach dem Training.

Wenig später verließ er das Gelände am Geißbockheim. Allerdings nicht in seinem Dienstwagen, sondern chauffiert von Michael Liebetrut, dem inzwischen beim FC angestellten Fahrer des Mannschaftsbusses. Das gab natürlich neue Nahrung für eine zeitnahe Entlassung des Trainers. Dabei gab es eine einfache Erklärung für den Vorgang: Da die Mannschaft am Dienstag obligatorisch frei hat, reiste der Trainer am Montagmittag mit dem Zug zu seiner Familie in Nürnberg. Um den Wagen nicht am Kölner Hauptbahnhof stehen zu lassen, ließ er sich dorthin fahren.

Zeitgleich tagte bis zum Nachmittag der Vorstand. Präsident Werner Wolf sowie Jürgen Sieger und Eckard Sauren hatten sich allerdings nicht am Geißbockheim getroffen. Das Dreiergremium beriet über eine mögliche Entlassung von Achim Beierlorzer.

Würde er vor dem Heimspiel am Freitag gehen müssen, könnte André Pawlak wie zum Ende der vergangenen Spielzeit nach der Entlassung von Markus Anfang die Mannschaft gegen Hoffenheim betreuen – assistiert von seinem Kollegen Manfred Schmid.

Danach wäre der Weg frei für den neuen Mann. Da werden zwei Trainer hoch gehandelt. Zum einen Bruno Labbadia, der frühere Torjäger und Kapitän des FC. Der hatte seinen Vertrag beim VfL Wolfsburg nach der letzten Saison nicht verlängert und ist seither ohne Arbeit.

Der 53-Jährige war bereits im Vorfeld der Entlassung von Peter Stöger vor zwei Jahren im Gespräch gewesen. Der damalige Gemeinsame Ausschuss – bestehend aus dem nicht wiedergewählten Präsidium, dem nicht mehr im Amt befindlichen Aufsichtsrats-Chef, den noch aktiven Mitgliederratsvertretern sowie dem jetzigen Beirats-Chef – sollen damals einstimmig Labbadias Verpflichtung abgelehnt haben.

Rolle von Armin Veh ist ungewiss

Als zweiter Kandidat wird der Ex-Leverkusener Roger Schmidt genannt. Ihn hatte man beim chinesischen Spitzenclub Sinobo Guoan vor einem Vierteljahr entlassen, weil er seinen zum Jahresende auslaufenden Kontrakt nicht verlängern wollte. Jörg Jakobs, jetzt Sportlicher Berater des Präsidiums, hatte ihn in seiner damaligen Funktion als Sportlichere Leiter des 1. FC Köln angeblich bereits 2013 holen wollen.

Roger Schmidt war damals Trainer von RB Salzburg. Weil seine Verpflichtung scheiterte, wurde sein Wiener Kollege Peter Stöger geholt, der dem Werksverein mit der Austria gerade den Titel vor der Nase weggeschnappt hatte.

Welche Rolle Armin Veh als Geschäftsführer und Sportlicher Leiter bei den Trainerentscheidungen spielt, ist eigentlich klar umrissen. Als Verantwortlichen für den sportlichen Bereich des Clubs besitzt der 58-Jährige innerhalb der Geschäftsführung die Entscheidungsgewalt über die Abberufung des Trainers.

Daran änderte sich auch nichts durch seine Ankündigung in der Vorwoche, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Allerdings besitzt das Präsidium die Möglichkeit, den Geschäftsführer anzuweisen, den Trainer zu entlassen.

Sein Geschäftsführerkollege Alexander Wehrle gab derweil bei Sky bekannt, dass man zeitnah, möglichst bis Ende Dezember, den Nachfolger des Sportchefs präsentieren werde. Danach solle Armin Veh den neuen Mann im Verein einarbeiten.

Am Montagmorgen hatte er sich mit Achim Beierlorzeer zusammengesetzt und das Spiel vom Vortag analysiert. Danach mochte der Sportchef den Medien nichts weiter mitteilen. Das entspricht seiner Art. Er verweist in solchen Momenten allzu gerne darauf, bereits alles gesagt zu haben. Die Situation habe sich seither nicht verändert.

Andererseits gab Achim Beierlorzer zu: „Klar ist uns die Brisanz der Lage bewusst. Wir sehen auch, dass sieben Punkte zu wenig sind für das, was wir wollen. Nach eigener Rechnung fehlen uns aktuell sechs Punkte. Aber da gibt es nur eins: Weiter arbeiten.“

Wie lange er das mit der Mannschaft noch kann, liegt bei der Entscheidung des Vorstands.

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