1. FC Köln: Jonas Hector äußert sich nach Derby gegen Mönchengladbach

1. FC Köln : Das sagt Jonas Hector zur Derbyniederlage

Jonas Hector stellt sich nach einem Training normalerweise keinen Fragen von Journalisten. Doch wenige Tage nach der Derbyniederlage gegen Mönchengladbach machte er eine Ausnahme. Die Verantwortung für das 0:1 sieht er vornehmlich bei den Kölnern.

Es ist die Ausnahme, dass Jonas Hector sich nach einem Training in die Mixed Zone am Geißbockheim stellt, um den Journalisten Rede und Antwort zu stehen. Der Kapitän des 1. FC Köln ist dafür bekannt, dass er lieber nach innen kommuniziert. Die Öffentlichkeitsarbeit ist eher eine unliebsame Pflicht für den deutschen Nationalspieler. Vor der Partie am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim FC Bayern München war einer der seltenen Momente mit Hector gekommen und der Linksverteidiger hatte einiges zu sagen.

In der gemeinsamen Aufarbeitung der Derbyniederlage gegen Mönchengladbach fand Hector die Verantwortung für das 0:1 vornehmlich bei den Kölnern. „Ich würde nicht sagen, dass Gladbach uns extrem beeindruckt hat. Sie haben die Szenen bei uns nicht provoziert, sondern wir haben sie eigenverschuldet eingeleitet. Wir haben zu viele einfache Fehler erzeugt und damit den Gegner stark gemacht“, erklärte der Kölner Kapitän.

Wenn es nun gegen die Bayern geht, müsse der FC wie beim unglücklichen 1:3 gegen Borussia Dortmund wieder mutiger auftreten: „Hertha BSC hat es gemacht, zur Halbzeit geführt und am Ende einen Punkt entführt. Wir müssen das über 90 Minuten transportieren, dann haben wir die Chance etwas mitzunehmen“, erklärt Hector und führt die Berliner als mögliche Blaupause an.

1. FC Köln vor Spiel gegen München

Klar sei aber natürlich auch, dass es „nie einfach ist, in München zu spielen“ und die aktuelle Situation der Kölner nach drei Niederlagen aus vier Spielen auch niemanden dazu veranlasst, in Hochstimmung zu verfallen. „Wir haben ein Spiel verloren und wollen es wieder gutmachen. Wir hatten in Freiburg Druck auf dem Kessel nach zwei Niederlagen. Jetzt ist es wieder so“, beschreibt Jonas Hector die Lage und fordert für die Aufgabe am Samstag ein besseres Zweikampfverhalten: „Wenn wir uns im Zugucken ergeben, haben wie sowieso nichts zu melden. Deswegen stand es im Training auf dem Programm, dass wir die Zweikämpfe so annehmen, dass wir Paroli bieten können.“

Ob die Englische Woche des Meisters mit dem ersten Champions League-Auftritt am Mittwoch Zuhause gegen Roter Stern Belgrad zum Plus für die Geißböcke werden kann, bleibt abzuwarten: „Das werden wir am Samstag sehen. Es käme uns natürlich entgegen, wenn sie etwas platt wären. Aber die Bayern haben auch einen ordentlichen Kader, bei dem sie durchwechseln können“, sagt Hector.

Allerdings ist das Spieleraufgebot der Münchner in dieser Spielzeit nicht ganz so üppig wie in den vergangenen Jahren. Auf gerade einmal 19 Feldspieler kann Trainer Nico Kovac bislang in dieser Saison zurückgreifen. Darunter sind mit Michael Cuisance (Jahrgang 1999) sowie Fiete Arp und Alphonso Davies (beide Jahrgang 2000) drei noch in der Entwicklung stehende Jung-Profis. Am Samstag fallen zudem die verletzten Leon Goretzka und David Alaba aus.

FC-Trainer Achim Beierlorzer hatte also recht, als er am Mittwoch nach dem Training sagte: „Das Spiel der Bayern gegen Belgrad ist noch einmal schöner Anschauungsunterricht für uns.“ Die große Rotationsmaschine kann Nico Kovac angesichts der Personalsituation nicht anwerfen. Die Kölner konnten sich am Mittwochabend also genau anschauen, was auf sie zukommt. „Es wird auf jeden Fall eine Elf auf dem Platz stehen, die nicht ganz so schlecht ist“, sagte Jonas Hector mit einem ironischen Unterton und lachte. Der FC-Kapitän sollte sich öfter in der Mixed-Zone blicken lassen.