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1. FC Köln in der Corona-Krise: Dominick Drexler im Homeoffice

1. FC Köln in der Corona-Krise : So trainiert Dominick Drexler im „Homeoffice“ weiter

Was ist schon normal in Zeiten von Corona? FC-Spieler Dominick Drexler hofft auf eine baldige Saisonfortsetzung. Bis dahin hat er Hausaufgaben bekommen und muss sich fit halten. Doch selbst für ihn steht der Fußball nicht an oberster Stelle.

Die Strecke kennt Dominick Drexler aus dem Effeff. Bis zum Rhein ist es für den Mittelfeldspieler des 1. FC Köln von seinem Zuhause nicht weit. Und in der Sommer- und Winterpause läuft er hier ohnehin häufig, um die nötige Fitness für die Saisonvorbereitung zu bekommen. Dass der gebürtige Bonner jedoch mitten im März seine Runden am Rheinufer dreht, ist eher ungewöhnlich. Aber was ist schon normal in Zeiten von Corona? „Ich bin sozusagen im Homeoffice“, erklärt Drexler. Der Trainingsbetrieb bei dem Fußball-Bundesligaclub ist aktuell für zehn Tage eingestellt. Die Spieler aber haben Hausaufgaben und sollen sich fit halten.

Täglich stehen für die Kölner Profis Ausdauerläufe über acht bis zehn Kilometer in verschiedenen Geschwindigkeiten und Pulsfrequenzen sowie Krafttraining an. Über ihre Pulsuhr und eine App schicken sie ihre Daten gleich an die Fitnesscoaches des Clubs weiter. „Seit ich Profi bin, halte ich mich sehr gewissenhaft an die Vorgaben. Ich bin da auch ziemlich ehrgeizig. Deshalb habe ich noch nie einen Anpfiff bekommen“, berichtet Drexler schmunzelnd.

Weniger lachen kann er hingegen über das derzeitige Verhalten vieler Menschen. „Ich beobachte beim Laufen, wie sich die Leute zusammenrotten und so tun, als wäre nichts. Alle Betriebe fahren runter, Geschäfte und Schulen werden geschlossen – und so mancher betrachtet das mehr als Corona-
ferien. Dabei sollten wir alles tun, um die Verbreitung des Virus zu verhindern“, sagt Drexler. Er selbst verlasse die Wohnung derzeit nur zum Laufen und Einkaufen. Ein Fahrradergometer steht fürs Training schon bereit, falls eine Ausgangssperre verordnet wird.

Trotzdem hofft natürlich auch Drexler, dass die Saisonunterbrechung, die sich bisher eher wie eine Länderspielpause anfühle, nicht zu lang dauern wird. „Es wäre toll, wenn wir die Saison bald fortsetzen können, im Zweifel mit englischen Wochen im Mai und Juni.“ Auch eine baldige Fortsetzung mit Geisterspielen könnte er sich vorstellen, wenn „die Sicherheit für alle garantiert wäre“.

Wichtig dabei: „Dass man auf die Politiker und Experten hört. Wenn jeder seinen Senf und sein Halbwissen dazugibt, ist das einfach nur schlecht. Die Führungspersönlichkeiten sind gefragt, und man sollte sich an ihre Anweisungen halten“, meint Drexler.

Und fügt dann hinzu: „Klar, Fußball ist vielen Menschen wichtig. Aber jetzt müssen wir erstmal schauen, dass wir die Corona-Krise in den Griff kriegen.“ Bis dahin will er vor allem in seinen eigenen vier Wänden bleiben. „Frühjahrsputz und gesund
kochen“ stehen auf dem Tagesplan. „Außerdem verbringe ich mehr Zeit mit meiner Freundin, deren Ausbildung auch gerade ruht.“

Der Lieblingsbeschäftigung vieler seiner Kollegen geht er hingegen nicht nach. „Ich hatte früher mit meinem Zwillingsbruder zusammen eine Spielekonsole. Er hat immer Fußballspiele wie Fifa gezockt. Ich stand eher auf Simulationen wie Fußball Manager auf dem PC. Damit habe ich aber längst aufgehört. Spiele wie Fortnite interessieren mich einfach nicht“, sagt Drexler.

Dafür hat er ein anderes Hobby: „Ich bin ein absoluter Serienfan. Da gucke ich jetzt auch mal eine Folge mehr als sonst.“