1. FC Köln gegen MSV Duisburg: "Tragischer Notfall" überschattet Spiel

4:4 gegen Duisburg : Notfall im Umfeld des FC Köln überschattet Spiel

Die Vorentscheidung im Aufstiegskampf hat der 1. FC Köln verpasst: Die FC-Profis holten im Nachholspiel gegen den MSV Duisburg nur ein 4:4-Unentschieden. Ein Notfall im Umfeld von Trainer Markus Anfang überschattete nach dem Spiel das Sportliche.

Am Ende rückte ein Fußballspiel mit seinem Torspektakel in den Hintergrund des Geschehens, weil ein tragischer Unglücksfall alles andere überschattete. Unmittelbar nach dem 4:4 zwischen dem MSV Duisburg und dem 1. FC Köln wurde FC-Trainer Markus Anfang durch einen Nebeneingang aus dem Innenraum des Stadions gebracht. Ein tragischer Notfall habe sich im Umfeld der Mannschaft ereignet, hieß es nur. Dem Vernehmen nach soll der Vater von Markus Anfang einen Herzinfarkt erlitten haben. Deshalb gab es von beiden Mannschaften nicht die obligatorischen Interviews und Gespräche.

Ein Großaufgebot von Einsatzkräften der Feuerwehr vor dem Stadion hatte damit nichts zu tun. Verantwortlich für deren Anwesenheit war ein Brand in einem Toilettenbereich, der von FC-Anhängern gelegt worden sein soll.

All das überschattete einen begeisternden fußballerischen Schlagabtausch. Beide Mannschaften spielten mit völlig offenem Visier. Defensivaufgaben wurden teils völlig vernachlässigt, es gab fast nur das Spiel nach vorne.

Wie zuvor angekündigt, nahm Markus Anfang einige Umstellungen in der Startelf vor. Für den verletzten Jorge Meré verteidigte Lasse Sobiech, Simon Terodde erhielt an seiner alten Wirkungsstätte den Vorzug vor Anthony Modeste, und Louis Schaub nahm den durch Johannes Geis frei gewordenen Platz ein. Der Sechser, der im Januar von Schalke zum FC gekommen war, fehlte zur Mitte der Englischen Woche erstmals. Er sollte Kräfte sammeln für das Top-Spiel am Montag gegen den HSV.

Seine Position als alleiniger Sechser übernahm Jonas Hector. Der stand nach Verletzungspausen erstmals seit Anfang Dezember wieder in der Startelf. Die lag bereits nach 147 Sekunden in Rückstand. Nach einem Ballverlust des FC im Mittelfeld schaltete der Ex-Kölner Fabian Schnellhardt am schnellsten, spielte den Ball nach rechts in den Strafraum, wo Moritz Stoppelkamp unbewacht abzog. Vom linken Innenpfosten fand der Ball seinen Weg ins Tor. Ein herber Dämpfer für die favorisierten Gäste.

Über den Ausgleich durch Jhon Cordoba nach feiner Vorarbeit von Louis Schaub (24.) konnten sich die Gäste nur fünf Minuten lang freuen, dann traf Lukas Fröde nach einem Freistoß zur Pausenführung des Abstiegskandidaten.

MSV Duisburg gegen 1. FC Köln

Einen ähnlichen Blitzstart wie die Duisburger zu Beginn legte der FC nach der Pause hin. Nach dem unkonzentrierten und uninspirierten Auftritt des ersten Durchgangs trat die Mannschaft wie verwandelt auf. Louis Schaub (47.) erzielte den Ausgleich, Jhon Cordoba mit seinem 16. Saisontor (53.) und Simon Terodde (54.) mit seinem 28. Treffer schraubten per Doppelschlag das Ergebnis auf 4:2 zugunsten des Tabellenführers.

Alles sah nach einem nun ungefährdeten Erfolg der Kölner aus. Sie kombinierten nach Belieben und spielten die in dieser Phase überforderten Hausherren an die Wand. Doch die zeigten eine für einen Abstiegskandidaten, der wenige Tage zuvor das wichtige Heimspiel gegen den Konkurrenten FC Ingolstadt mit 2:4 verloren hatten, ungebrochene Moral. Immer wieder versuchten sie durch Konter ins Spiel zurückzukommen.

Stoppelkamp trifft erneut

Das gelang zunächst Moritz Stoppelkamp. Mit einer Dublette seines ersten Treffers verkürzte der Rechtsaußen in der 71. Minute auf 3:4. Die Chance, die Zwei-Tore-Führung wieder herzustellen, bot sich Lasse Sobiech nach einem Freistoß von Johannes Geis. Doch der Ball wurde auf der Torlinie von den Duisburgern mit vereinten Kräften abgewehrt.

Praktisch im Gegenzug kam es dann zum 4:4 für die Duisburger. Bei einem Freistoß hatte Timo Horn zunächst Mühe, die Abwehrmauer nach seinen Wünschen zu positionieren. Dann bewegte er sich etwas aus seiner Ecke zur Mitte des Tores, und prompt schlug der Ball nach dem Schuss von Kevin Wolze neben ihm im rechten Toreck ein.

Während der dreiminütigen Nachspielzeit boten sich den Kölnern noch zwei Großchancen. Zunächst versuchte Jonas Hector den Ball kurz vor dem Tor quer auf Simon Terodde zu legen, statt selbst zu schießen. Nach dem folgenden Eckball köpfte Rafael Czichos knapp links am Tor vorbei.

So erhöhte der FC seinen Vorsprung auf den Tabellendritten Union Berlin nur auf zehn Punkte. Damit kann der Kölner Aufstieg frühestens am Ostersonntag beim Gastspiel in Dresden gelingen.

Duisburg: Wiedwald; Wiegel, Nauber, Fröde, Hajri, Wolze; Albutat, Schnellhardt; Oliveira Souza (73. Gyau), Stoppelkamp (88. Engin); Iljutcenko (73. Nielsen). – Köln: T.Horn; Sobiech, Höger, Czichos; Hector; Clemens (68. Risse), Schaub (73. Geis), Drexler, Kainz; Cordoba, Terodde. – SR: Schlager (Hügelsheim). – Tore: 1:0 Stoppelkamp (2.), 1:1 Cordoba (24.), 2:1 Fröde (29.), 2:2 Schaub (47.), 2:3 Cordoba (53.), 2:4 Terodde (54.), 3:4 Stoppelkamp (71.), 4:4 Wolze (81.). – Zuschauer: 25.675. – Gelbe Karten: Albutat, Wolze.

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