1. FC Köln: Beierlorzer hat Niederlage gegen Mönchengladbach aufgearbeitet

Fußball : Der 1. FC Köln will sich nicht nochmal so beeindrucken lassen

1. FC Köln hat die Niederlage im rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach aufgearbeitet und bereitet sich jetzt auf das Spiel bei Rekordmeister FC Bayern München vor. Coach Achim Beierlorzer hatte bei seiner Analyse viel am Auftritt der Geißböcke zu kritisieren.

Die Derbyniederlage hat wehgetan. Das 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach steckte den Spielern des 1. FC Köln auch beim ersten Training in dieser Woche am Dienstag noch in den Gliedern. Mental und auch körperlich. Kapitän Jonas Hector, Dominick Drexler und Louis Schaub konnten jedenfalls bei der Athletikeinheit am Vormittag nicht teilnehmen. „Leichte Blessuren aus dem Derby, aber nichts Gravierendes“, nannte Trainer Achim Beierlorzer als Grund dafür, dass das Trio individuell trainierte.

Der 51-Jährige und sein Team um Manfred Schmid und André Pawlak sind in dieser Woche vor dem nächsten schweren Spiel bei Bayern München aber vor allem gefordert, die mentalen Blessuren zu heilen. „Wir haben gesehen, was Gladbach an Qualität auf den Platz gebracht hat. Sie haben uns beeindruckt“, räumte Beierlorzer ein und erklärte damit auch die vielen Entscheidungen, die seine Spieler „nicht auf einem idealen Niveau“ getroffen hätten.

Zum Beispiel die unzähligen langen Bälle, die aus der eigenen Abwehr meistens in Richtung des bedauernswerten Anthony Modeste flogen. Der Franzose vergeudete seine Energie deshalb zwangsläufig zu großen Teilen in Kopfballduellen mit Matthias Ginter oder Nico Elvedi im Mittelfeld. „Wir hatten etwas ganz anderes vor und haben uns dann beeindrucken lassen. Ansonsten kann so eine Entscheidung gar nicht fallen“, erklärte Achim Beierlorzer das ebenso ungeplante wie unwirksame Mittel.

Die Dominanz des Gladbacher Mittelfeldes vor allem in den Zweikämpfen und die eigene hohe Fehlerquote nötigte den Kölnern so viel Respekt ab, dass sie ihr Heil in langen Bällen suchten. Aber nicht einmal dieses Mittel wendeten die Geißböcke laut ihrem Trainer richtig an: „Wenn wir einen langen Ball spielen, macht es Sinn, dass wir uns erst mal kompakt stellen und den Ball nicht schon schlagen, wenn unsere Innenverteidiger noch im 16er sind.“

Es gab also reichlich Stoff für die Videoanalyse, zu der Beierlorzer die Spieler vor der zweiten Trainingseinheit am Dienstagnachmittag bat, an der Hector, Drexler und Schaub auch wieder teilnehmen konnten. Für den FC-Trainer verlief schon die Sichtung des Materials vom Spiel am vergangenen Samstag unangenehm. Er bekam nämlich gezeigt, dass sein Team besser hätte aussehen können: „Ich habe gesehen, was für Chancen wir gehabt hätten, wenn wir die richtigen Entscheidungen getroffen hätten.“

Wenn sich die Kölner zu Beginn des Oktober-Festes am Samstag auch von den Bayern zu sehr beeindrucken lassen, kann der Auftritt in der Allianz-Arena schnell zur Demütigung werden. Das will der FC um jeden Preis vermeiden. Am liebsten so wie 2016, als Anthony Modeste mit seinem Karate-Tor dafür sorgte, dass die Geißböcke beim 1:1 einen Punkt aus München entführten. „Wir dürfen in den Niederlagen nicht kleiner werden, sondern müssen uns diesen stellen und uns weiterentwickeln“, gab Achim Beierlorzer am Dienstag schon mal den Mutmacher.

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