Kommentar zum Austritt von Peter Stöger

Üble Nachrede

Köln. Schuld am Austritt des früheren - sehr erfolgreichen - Trainers des 1. FC Köln, Peter Stöger, haben nicht die Schmähgesänge der Kölner Ultras, sondern die Erfinder eines bösen Gerüchts, kommentiert Martin Sauerborn.

Toni Schumacher ließ in seiner Serie von Seitenhieben nichts unversucht. Der aus dem Amt geschiedene Vize-Präsident des 1. FC Köln, der von sich behauptet, immer die Wahrheit auszusprechen, ließ die FC-Mitglieder am Sonntag  wissen, dass Peter Stöger nicht länger Mitglied des Clubs sei. Ausgerechnet der beliebte Österreicher, der die Geißböcke als Trainer zurück in die Bundesliga und bis in den Europapokal führte. Die Kölner Ultras und ihre Schmähgesänge von Wolfsburg in Richtung Jörg Schmadtke seien schuld, annoncierte Schumacher.

Falsch! Schuld haben der- oder diejenigen, die auf der verzweifelten Suche nach Gründen für den sportlichen Niedergang des FC 2017/18 das Gerücht über Schmadtke und Ulrike Kriegler in die Welt gesetzt haben. Ohne diese üble Nachrede hätte es die Verunglimpfungen von Wolfsburg gar nicht geben können.  Und Schuld tragen alle Verantwortlichen des 1. FC Köln aus Vorstand und Geschäftsführung, die es nicht geschafft haben, dieses sich hartnäckig haltende Gerücht aus der Welt zu schaffen. Interimsvorstand Stefan Müller-Römer war vergangene Woche tatsächlich der Erste, der gegenüber dieser Zeitung öffentlich klarstellte, dass an dem Gerücht nichts dran sei. Die Kündigung von Stöger, der den FC als gebürtiger Wiener lebte, wie kaum ein anderer, sollte angesichts der fehlenden Loyalität und Rückendeckung wirklich niemanden wundern.