Playoffs: Der perfekte Zeitpunkt für die Kölner Haie

Playoffs : Der perfekte Zeitpunkt für die Kölner Haie

Seit 2006 gab es im Playoff kein rheinisches Duell mehr. Dieses Jahr wäre das möglich. Zuerst müssen die Kölner Haie sich in Berlin und in Mannheim beweisen und den vierten Platz verteidigen.

Freddy Tiffels kennt sich aus mit diesen Momenten. Der Stürmer der Kölner Haie zählt zwar erst 23 Jahre, wenn es vor großer Kulisse, um Entscheidendes geht, weiß er aber genau, was zu tun ist. Tiffels sammelte seine Erfahrungen, als er bei der Eishockey-WM 2017 in Köln die deutsche Nationalmannschaft mit einem verwandelten Penalty gegen Lettland ins Viertelfinale gegen Kanada schoss. Am Dienstag war er wieder zu Stelle. Als letzter KEC-Schütze entschied er das Penaltyschießen gegen die Düsseldorfer EG und sorgte für den 4:3-Auswärtssieg im 223. rheinischen Derby.

Es war nicht irgendein Sieg, für den Freddy Tiffels mit seinem trocken Flachschuss verantwortlich zeichnete. Zum ersten Mal nach fünf vergeblichen Anläufen und zum ersten Mal in dieser Saison war es den Haien nämlich gelungen, den Erzrivalen wieder zu besiegen. Dreimal hatte es zuvor extrem enge Entscheidungen (3:4, 2:3 n.V., 2:3 n.V.) zu Ungunsten der Kölner gegeben. Den Zeitpunkt, den Derby-Fluch zu besiegen, hätte sich der KEC nicht besser aussuchen können. Der Erfolg vor 12.741 Zuschauern im ISS Dome gibt vor allem weiteres Selbstbewusstsein für das Playoff-Viertelfinale, für das sich der achtfache Meister mit den zwei Punkten von Dienstag schon zwei Spiele vor Abschluss der Hauptrunde qualifiziert hat. „Das war schon Playoff-Atmosphäre heute. Wir haben unser Ziel erreicht und hoffen, dass es so weitergeht“, erklärte Tiffels nach dem harterkämpften Sieg.

Rheinisches Playoff-Duell möglich

Die Haie befinden sich auf einem guten Weg. Nach der starken Leistung beim unglücklichen 1:2 in Augsburg bestätigte das Team von Dan Lacroix in Düsseldorf den spielerischen Aufschwung unter dem neuen Trainer. Die Kölner bauen ihr Spiel wesentlich strukturierter mit kürzeren Pässen auf und sind dadurch auch schneller auf dem Eis unterwegs. Zudem demonstrierten die Kölner einmal mehr ihre mannschaftliche Geschlossenheit, als sie Ende des zweiten Drittels innerhalb von nur 73 Sekunden einen 1:3-Rückstand durch den elften Saisontreffer von Verteidiger Morgan Ellis und ein schlaues Tor von Routinier Kai Hospelt ausglichen. „Da haben wir guten Charakter gezeigt“, lobte Mark Mahon. Dem Manager dürften auch Killerinstinkt und Siegeswillen gefallen haben, die die Haie in einem außergewöhnlichen Penaltyschießen an den Tag legten. Durch Ex-Hai Philip Gogulla und Jaden Deschenau hatte die DEG zweimal vorgelegt. Jason Akeson und Rok Ticar antworteten jeweils nervenstark. Als Ken Andre Olimb dann als einziger Schütze erfolglos blieb, schlug Tiffels zu.

Mahon musste aber auch Erkenntnisse notieren, die ihm nicht gefielen. Da waren zum einen die großen Probleme, die die schnelle DEG-Paradereihe mit Gogulla, Descheneau und Alex Barta den Kölner bereitete. Zum anderen waren vier Strafzeiten im Schlussdrittel deutlich zu viel. Sollte es zum von beiden Seiten gewünschten Viertelfinalduell mit der DEG kommen, sind dies zwei Hauptpunkte, an denen die Arbeit von Dan Lacroix ansetzen muss.

Ob es erstmals nach 2006 wieder ein rheinisches Playoff-Duell geben wird, entscheidet sich nun am Wochenende. Die Haie wollen dabei aber unabhängig vom Viertelfinalgegner am Freitag in Berlin und am Sonntag in Mannheim Platz vier und das Heimrecht verteidigen.