Auswärtsspiel in Wiedenbrück

Bonner SC will einen Fingerzeig für die Zukunft abgeben

Bonn. Beim Bonner SC sind noch viele Fragen über die kommende Saison offen. Mit einem Sieg am Samstag würde man zumindest dem Ziel Klassenerhalt einen Schritt näher kommen.

Noch tappt Fußball-Regionalligist Bonner SC ein wenig im Dunkeln. Spielt das Team von Trainer Markus Zschiesche in der kommenden Saison wieder in der Regionalliga - darauf deutet derzeit alles hin -, oder führt der Weg doch zurück in die Mittelrheinliga? Und bleibt der Berliner überhaupt Coach des Viertligisten? Fragen über Fragen, mit denen sich BSC-Sportdirektor Thomas Schmitz langsam, aber sicher beschäftigen muss.

"Wir haben einen klaren Zeitplan", sagt Schmitz. "Zunächst muss der Etat für die kommende Saison stehen, dann folgen die Gespräche mit den Trainern und schließlich die Verhandlungen mit den Spielern." Noch aber sei Zeit. Ein erstes "lockeres und unverbindliches" Gespräch mit Zschiesche und seinem Assistenten Ronny Ermel hat es laut Schmitz bereits gegeben. "Klar ist, und das zeigen die Probleme von Mannschaften wie Wuppertal und Wattenscheid in dieser Saison, dass wir unseren Weg forcieren wollen, dabei aber weiter solide wirtschaften werden", sagt der BSC-Sportdirektor. "Hoch bezahlte Profis wird es in Bonn nicht geben", verspricht Schmitz, der eine lange Liste mit Sponsorengesprächen abzuarbeiten hat.

Auch aus diesem Blickwinkel kommt der Partie des BSC am Samstag (14 Uhr) beim Drittletzten SC Wiedenbrück eine hohe Bedeutung zu. Bei einem Dreier wüchse der Vorsprung des BSC auf den ersten Abstiegsplatz auf recht komfortable neun Zähler an. "Allerdings ist Wiedenbrück alles andere als Laufkundschaft", sagen Schmitz und Zschiesche, für den das nächste Auswärtsspiel nach dem Ausfall der Partie gegen Lippstadt noch mehr in den Fokus rückt.

Zschiesche, der am kommenden Donnerstag im Rahmen einer feierlichen Gala in Köln seine Weihen als Fußballlehrer erhält, ist sich der Vorgeschichte bewusst. "Wir stehen da, wo wir stehen, weil wir in der Hauptsache gegen die Teams aus den unteren Tabellenregionen nicht ausreichend gut gepunktet haben." Das Hinspiel, damals noch unter Daniel Zillken, ging beispielsweise mit 0:2 verloren. "Seitdem hat sich in Wiedenbrück einiges getan", weiß der BSC-Trainer. So gehören seit der Winterpause gestandene Regionalligaspieler wie Kamil Bednarski, der vom Wuppertaler SV nach Wiedenbrück wechselte, oder André Wallenborn von Viktoria Köln zum Kader von Trainer Björn Mehnert.

Aber auch der BSC hat sich, was die vermeintlich schwächeren Teams in der Liga anbetrifft, gebessert. Immerhin gewann die Zschiesche-Elf das Geduldsspiel gegen den TV Herkenrath mit 2:1 - angesichts der bisherigen Partien der Bonner gegen die in den unteren Tabellenregionen zu findenden Teams nicht selbstverständlich.

Das 0:4 bei RW Oberhausen ist mittlerweile abgehakt. Seit Dienstag steht die Aufgabe in Wiedenbrück mit insgesamt fünf Trainingseinheiten im Fokus. Wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist Mittelstürmer David Bors. Allerdings fehlen dem bislang zehnfachen Torschützen des BSC fünf Wochen Training. "Er hat noch Nachholbedarf", sagt Zschiesche. Unter diesen Umständen erscheint ein Platz im Kader für den Angreifer am Samstag eher unwahrscheinlich. Auch Schlussmann Martin Michel kommt nach seiner Grippe nur schwer in Tritt. Auch für ihn dürfte das wichtige Spiel in Wiedenbrück noch zu früh kommen. Bis auf den rekonvaleszenten Mario Weber und den erneut verletzten Jukya Fujishima hat Zschiesche für diese Nagelprobe alle Mann an Bord.