Regionalliga-Abstiegskampf

Bonner SC will Endspiel am letzten Spieltag vermeiden

Der Kapitän ist zurück an Bord: Mario Weber ist fit und kann in Aachen wieder auflaufen.

Der Kapitän ist zurück an Bord: Mario Weber ist fit und kann in Aachen wieder auflaufen.

Bonn. Beim Auswärtsspiel am Samstag in Aachen bietet sich dem BSC die Möglichkeit, den Klassenerhalt in der Regionalliga sicherzustellen. Kapitän Mario Weber ist für das Duell am Tivoli voll belastbar.

Thomas Schmitz ist Kummer gewohnt. Vor allem kennt sich der Sportdirektor des Fußball-Regionalligisten Bonner SC mit einer Kaderplanung aus, die keine lange Vorlaufzeit kennt. „Mit Ausnahme der Aufstiegssaison konnte ich bislang immer erst sehr spät in die Gespräche und Verhandlungen einsteigen“, berichtet Schmitz. „Einige Spieler sind mir deshalb bereits durch die Lappen gegangen.“ Auch die Gespräche mit potenziellen Kandidaten, die den BSC-Aufsichtsrat mit Sachverstand und Engagement sinnvoll ergänzen sollen, sind laut Schmitz zunächst einmal ins Stocken geraten.

Nur in der Aufstiegssaison 2016/2017 herrschte relative Ruhe. Damals sammelte der BSC unter Trainer Daniel Zillken 48 Punkte und schloss die Spielzeit auf Platz neun ab. Im vorigen Jahr sprang der 13. Platz heraus. Aber den sicherte sich der damals wie heute abstiegsgefährdete BSC erst am letzten Spieltag.

Und auch in dieser Spielzeit wird es wieder eng. Enger, als es allen Beteiligten lieb sein kann. Mit aktuell 37 Zählern auf dem Konto steht die Mannschaft von Cheftrainer Markus Zschiesche nach 32 von 34 Spielen auf Tabellenplatz 14 – nur einen Zähler vom SV Straelen auf dem Abstiegsrang 15 entfernt. Drei Niederlagen in Serie und die Erfolge der Konkurrenz brachten die Bonner in diese prekäre Lage.

Punkte statt Komplimente

„Noch können wir den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen“, sagt der Sportliche Leiter des BSC, nachdem der SV Straelen durch das 2:9 in Dortmund den Sprung ans rettende Ufer verpasste. Die vorletzte Chance, dem Abstieg zu entgehen, hat der BSC am Samstag (14 Uhr) auf dem Tivoli bei Alemannia Aachen. Eine Woche später folgt dann das Heimspiel gegen Aufsteiger 1. FC Kaan-Marienborn.

Um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, in Aachen mindestens einen Zähler mitzunehmen, steckten die Verantwortlichen die Köpfe zusammen. Schmitz hatte das nach dem 0:2 in Wuppertal bereits angekündigt. „Es waren konstruktive Gespräche“, beschreibt der BSC-Sportdirektor den Dialog mit Zschiesche und dessen Assistenten Ronny Ermel. „Wir ziehen alle am selben Strang und sind uns einig, dass wir am Tivoli um jeden Zentimeter kämpfen müssen“, berichtet Schmitz. „Wir brauchen Punkte und keine Komplimente.“ Schön anzusehender Kombinationsfußball sei nicht mehr gefragt. „Mentalität und Leidenschaft müssen her, um in Aachen erfolgreich dagegenhalten zu können.“

Spieler, die diesem Anforderungsprofil entsprechen, kann Zschiesche wieder einsetzen. So ist Kapitän Mario Weber nach einem Kurzeinsatz in Wuppertal wieder voll belastbar. Wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist auch Robin Schmidt. Der Angreifer wäre damit zumindest eine Option, zumal David Bors laut Zschiesche zuletzt sein Potenzial nicht zu 100 Prozent abgerufen hat. Ob Daniel Somuah, der zuletzt nur von der Bank kam, nach einem leichten Muskelfaserriss eingesetzt werden kann, entscheidet sich wohl erst am Samstag.

Plan für Mittelrheinliga in der Schublade

Fehlen wird dagegen Schlussmann Martin Michel (Schädelprellung). Ob Alexander Monath oder der junge Jens Fikisi in Aachen spielt, will Zschiesche ebenfalls kurzfristig entscheiden. „Wir haben keine Angst vor dem letzten Spiel gegen Kaan-Marienborn“, sagt der BSC-Trainer. „Aber es wäre für alle gut, wenn wir ein Finale am letzten Spieltag mit einem guten Ergebnis in Aachen vermeiden könnten.“

Auch der Vorstandsvorsitzende Dirk Mazurkiewicz kümmerte sich unter der Woche in vielen Gesprächen um Mannschaft und Trainer. „Das gehört zu meinem Job“, sagt er. „Es geht um sehr viel, nämlich um die Ziele, die wir mit dem BSC mittel- und langfristig erreichen wollen. Dafür müssen wir die Klasse halten. Es ist zu spüren, dass alle inklusive Sponsoren enger zusammenrücken.“ Sollte der schlimmste Fall dennoch eintreten, hat der BSC-Vorstandsvorsitzende einen Etatplan für die Mittelrheinliga in der Schublade. „Der ist noch nicht tief besprochen, versetzt uns aber in die Lage, eine gewichtige Rolle in dieser Liga zu spielen. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir die Regionalliga halten.“