Bonner SC: Zillken über Bonner SC: "Wir haben ohne Mumm gespielt"

Bonner SC : Zillken über Bonner SC: "Wir haben ohne Mumm gespielt"

Die Situation für den BSC im Abstiegskampf hat sich weiter verschärft. Durch den 4:0-Erfolg in Wuppertal zog nun auch noch der TuS Erndtebrück nach Punkten mit der Zillken-Elf gleich.

Michael Pieck ist Vorsitzender des Aufsichtsrats beim Fußball-Regionalligisten Bonner SC. Gerne übernimmt der Pressesprecher der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg vertretungsweise die Moderation der Pressekonferenz nach einer Partie – so auch am Freitagabend nach der 0:3 (0:1)-Niederlage des BSC gegen Viktoria Köln.

In der Regel hält sich Pieck zurück. Die Bühne gehört den Trainern. Allenfalls die Frage, wie denn die Herren Olaf Janßen aus Kölner und Daniel Zillken aus Bonner Sicht das Geschehen während der 90 Minuten beurteilen, obliegt dem Herrn in der Mitte. Die waren mit ihren Antworten schnell fertig. „Der Sieg ging auch in der Höhe in Ordnung“, meinte Janßen nach den Toren von Sven Kreyer (35.) und dem Doppelpack von Felix Backszat aus der 65. und 89. Minute. „Wir waren dem Gegner spielerisch überlegen. Der BSC fand keine Mittel, uns niederzukämpfen.“ Zillken konnte dem nur beipflichten. „Heute haben wir ohne Mumm gespielt“, sagte der BSC-Trainer, um schnell hinterherzuschicken, dass keiner beim Tabellen-15. ans Aufgeben denkt.

Dabei hat sich durch die Ergebnisse am Samstag die Lage aus Sicht des BSC sogar noch verschärft. Durch den 4:0-Erfolg in Wuppertal zog nun auch noch der TuS Erndtebrück nach Punkten mit der Zillken-Elf gleich. „Wir haben noch neun Spiele vor der Brust. Es geht weiter“, sagte der Bonner Trainer fast schon trotzig. Eine verbale Steilvorlage, die Pieck für einen flammenden Appell nutzte. „Ohne Zillken säßen wir heute nicht hier“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende. „Wir werden das durchziehen. Und wir geben nur das Geld aus, das wir haben. Ich will den 100 Mitarbeitern in die Augen sehen können, die Woche für Woche für den BSC ehrenamtlich tätig sind. Wir sind froh, dass wir Zillken als Trainer und Thomas Schmitz als Sportdirektor haben. Der BSC ist eben anders als viele Vereine in dieser Liga.“ Worte, die auch den Gästetrainer zu aufrichtigem Beifall nötigten.

„Tatsächlich hat uns heute die Aggressivität gefehlt"

Die Spieler des BSC bekamen von diesen markigen Worten nichts mit. Der obligatorische Kreis, zu dem Zillken und seine Assistenten nach jedem Schlusspfiff bitten, wirkte an diesem Abend fast wie eine Beerdigung. Den aufmunternden Worten ihres Coaches schenkten die geschlagenen Akteure wenig Aufmerksamkeit. Die Blicke waren nach unten gerichtet. „Tatsächlich hat uns heute die Aggressivität gefehlt, die uns noch gegen den 1. FC Köln ausgezeichnet hat“, sagte Zillken.

Alarmierend im Hinblick auf den knüppelharten Endspurt im Abstiegskampf scheinen die spielerischen Defizite des BSC. Eine einzige zwingende Torchance brachten die Gastgeber gegen überlegene Kölner zustande. Nur der Schussversuch von David Bors, der acht Minuten vor dem Ende mit einem hübschen, aber letztlich harmlosen Fallrückzieher glänzte, trudelte nach 45 Sekunden knapp am rechten Pfosten des Kölner Gehäuses vorbei. „Da konnte der BSC in Führung gehen“, gab Janßen hinterher zu. „Danach aber hatten wir alles im Griff.“

Dabei musste sich der Aufstiegsfavorit nicht einmal großartig ins Zeug legen. Fast alle Angriffsversuche des BSC mündeten in Abspielfehlern. Wenig Arbeit für die Kölner Hintermannschaft. Die Gastgeber waren an Harmlosigkeit kaum zu überbieten. Wieder einmal müssen sich Zillken und Co. nun den Kopf zerbrechen, wie ihre Schützlinge am nächsten Samstag beim Tabellendritten Alemannia Aachen das Runde ins Eckige bekommen. Auf den schweren Gang nach Aachen folgen dann drei Heimspiele binnen sieben Tagen, in denen der BSC punkten muss. Wenn nicht, ist selbst der 15. Platz in Gefahr, der für den Klassenerhalt reicht, sollte der Westvertreter über die Relegation in die 3. Liga aufsteigen und Lotte nicht absteigen.

Für die dafür dringend nötige Unterstützung der Fans hält der BSC ein Drei-Spiele-Abo bereit. Wer den Bonnern gegen den FC Wegberg-Beeck (17. April), Rot-Weiß Oberhausen (20. April) und den SV Rödinghausen (24. April) die Daumen im Stadion drücken will, zahlt als Vollzahler 30 und ermäßigt 24 Euro. Hinzu kommen einmalige Ticketgebühren von 4,50 (Vollzahler) und 3,60 Euro (ermäßigt). Das Dreier-Abo ist bei Bonnticket erhältlich.