Vor Auswärtsspiel in Oberhausen: Keine Stammplatzgarantien beim Bonner SC

Vor Auswärtsspiel in Oberhausen : Keine Stammplatzgarantien beim Bonner SC

Von Einsatzgarantien hält BSC-Trainer Zschiesche wenig. Am Samstag will er mit seinem Team in Oberhausen punkten. Mit einem Dreier im Niederrheinstadion geriete die Abstiegszone für die Bonner langsam außer Sichtweite.

Seine Feuertaufe an der Seitenlinie hat Markus Zschiesche, der Trainer des Fußball-Regionalligisten Bonner SC, längst mit Bravour bestanden. Dem noch zähen 0:0 bei der SG Wattenscheid 09 folgte der starke Auftritt mit dem 3:1 gegen Rot-Weiss Essen. Weniger berauschend, dafür aber umso geduldiger und effizienter fiel der 2:1-Arbeitssieg gegen das Schlusslicht TV Herkenrath aus. In der Rückrundentabelle steht der BSC auf Platz eins – auch ein Verdienst von Interimscoach Florian Mager.

Am Rosenmontag machte der karnevalsunerfahrene Berliner Zschiesche dann auch noch eine gute Figur auf dem BSC-Wagen – vom ersten bis zum letzten Zugkilometer durch Bonn. „Es war ein schönes Erlebnis und hat richtig Spaß gemacht“, sagte der BSC-Trainer am trainingsfreien Dienstag. Am Aschermittwoch begann mit zwei Einheiten die Vorbereitung auf die nächste der elf noch ausstehenden Aufgaben – am Samstag (14 Uhr) beim Tabellenzweiten Rot-Weiß Oberhausen.

Dabei kann sich Zschiesche nun voll und ganz auf die Vorbereitung der Partien konzentrieren. Die letzten Prüfungen in Hennef hat der angehende Fußballlehrer hinter sich. Wer am Samstag gegen die Kleeblätter beginnt, ist noch nicht klar. Mit Akribie feilen der Cheftrainer und sein Assistent Ronny Ermel an der Aufstellung, die auch in Oberhausen punkten soll. Spieler, die eine Woche zuvor maßgeblich zum Erfolg beigetragen haben, sind für die folgenden 90 Minuten aber nicht automatisch gesetzt. „Eine Mannschaft, deren Mechanismen zu eingefahren sind, ist nicht gut“, erklärt der 37-Jährige. Vielmehr gehe es darum, die Spieler einzusetzen, die zur taktischen Zielsetzung und zum Gegner passten. „Jeder aus dem Kader hat seine Stärken“, sagt Zschiesche. „Und die wollen wir bestmöglich nutzen.“ Zudem sei es von größter Bedeutung, dass die Elemente, die seine Spieler unter der Woche im Training erarbeiteten, auch im Spiel umgesetzt würden.

Die zu einem guten Auftritt gehörenden Tugenden wie Kampf, Gier und Leidenschaft sind für den BSC-Trainer ohnehin Grundvoraussetzungen, „über die wir deshalb nicht reden müssen“.

Auch wenn gegen Herkenrath einiges im Spiel des BSC im Argen lag, war der Berliner insgesamt zufrieden. „Wir lagen gegen einen leidenschaftlich verteidigenden Gegner 0:1 hinten und haben dann mit viel Geduld und Willen die Partie noch gedreht“, sagt der BSC-Trainer. Oberhausen sei nun wieder ein ganz anderes Spiel. „RWO ist eine fußballerisch sehr clevere Mannschaft, die mit Wucht angreifen kann“, meint Zschiesche.

RWO-Coach Mike Terranova büffelte im Übrigen mit Zschiesche für den Fußballlehrer. Mit dem gegen Herkenrath noch gelb-gesperrten Kris Fillinger verfügt der BSC-Coach am Samstag wieder über einen Spieler, der im Verbund gerade diese Angriffswucht verhindern soll. Auch Nico Perrey ist dann wieder von seiner Studienreise zurück. Ob der Innenverteidiger neben dem aktuell gesetzten Cedrik Mvondo auflaufen wird, ist noch nicht klar. „Wir wissen nicht, wie fit Nico ist. Und so schlecht hat es sein Vertreter Wael Karim nicht gemacht.“ Der 22-Jährige verteidigte zwar solide, fiel aber auch durch Fehlpässe auf. „Ihm fehlen rund drei Monate Wettkampfpraxis“, gibt sein Trainer zu bedenken.

Nach wie vor nicht einsatzbereit sind Mittelstürmer David Bors, der zuletzt krank fehlende Sebastian Hirsch, Jukya Fujishima und natürlich BSC-Kapitän Mario Weber. „Dafür steigen Bors und Hirsch langsam wieder ein“, berichtet Zschiesche. Zwar ist der Abstiegskampf rund um den Sportpark Nord nach wie vor Thema, wird aber von Zschiesche nicht dramatisiert. „Wir wollen so früh wie möglich die noch nötigen Punkte einfahren“, sagt der BSC-Trainer. 33 Punkte sind inklusive der Partie in Oberhausen noch zu vergeben. Mit einem Dreier im Niederrheinstadion geriete die Abstiegszone für den BSC langsam außer Sichtweite.

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