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„Wir sind nicht der HSV“: Der Bonner SC will um den Klassenerhalt kämpfen

„Wir sind nicht der HSV“ : Der Bonner SC will um den Klassenerhalt kämpfen

Derzeit kämpft der BSC um den Klassenerhalt und steht auf Platz 15. Das könnte noch zum Erhalt der Klasse reichen. Trainer Zillken lehnt währenddessen Rechenspiele ab.

Daniel Zillken mag diese Wenn-dann-Geschichten nicht: Wenn aus der 3. Liga kein Verein in die Regionalliga West runterkommt und wenn der West-Meister in die 3. Liga aufsteigt, dann reicht auch Platz 15 zum Klassenerhalt. Das stimmt zwar, ist aber für den Trainer des Bonner SC (noch) nicht relevant. „Ich mag es nicht, mich auf andere verlassen zu müssen“, sagt er.

Der Strich – darum geht es beim BSC. Steht die Mannschaft am Ende der Saison über dem Strich in der Fußball-Regionalliga West? Oder darunter? Wer unter dem Strich steht, steigt ab. Derzeit ist da ein Strich zwischen den Plätzen 14 und 15 in der Tabelle. Der BSC ist 15., würde also zu den vier Absteigern zählen und müsste zurück in die Mittelrheinliga. Nach unglücklichen Punktverlusten in den vergangenen Wochen sieht es nicht gut aus.

Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass nur drei Clubs absteigen. In der 3. Liga kommen für einen Abstieg in die Regionalliga West eigentlich nur noch die Sportfreunde Lotte infrage, die aber derzeit einen Vorsprung von sieben Punkten auf die Abstiegsplätze aufweisen. Setzt sich zudem der West-Meister – Uerdingen oder Viktoria Köln – in zwei Entscheidungsspielen gegen einen anderen Regionalligameister (wird noch zugelost) durch, würde Platz 15 für den BSC die Rettung bedeuten.

„So steht es in den Statuten“, räumt Zillken zwar ein, „aber soll ich mich jetzt vor die Mannschaft stellen und sagen: Platz 15 ist super? Nein, wir wollen 14. werden und wenn wir unser Nachholspiel gewinnen, sind wir nur einen Punkt hinter der U 23 des FC.“ Aufgeben? Gibt's nicht bei Zillken, zumal sich auch die Spieler nicht hängenlassen. „Ich merke in jedem Training, wie fokussiert die Jungs sind“, erzählt der Trainer. „Wir sind nicht der HSV, wo sich alle gegenseitig zerfleischen.“

Dario Schumacher, Kopf und Kapitän der Mannschaft, bestätigt das: „Es wäre ja fatal, wenn wir es jetzt schleifen ließen. In dieser Liga kann der Letzte den Ersten schlagen.“ Am Sonntag schaute sich Schumacher das Uerdinger 1:1 gegen Viktoria Köln an. Sein Kumpel Lucas Musculus blieb diesmal zwar ohne Treffer, kommt aber unter dem neuen Uerdinger Trainer Stefan Krämer offenbar besser zur Geltung. Neun Treffer erzielte der Torjäger bislang für den Tabellenführer, 20 waren es vergangene Saison für den BSC. Und wer weiß, vielleicht schießt Musculus die Bonner ja erneut zum Klassenerhalt. Wenn Uerdingen Meister wird, dann ist das möglich.