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Bonner SC: Trainer Nehrbauer muss Startelf wieder umbauen

Bonner SC gegen RW Essen : Trainer Nehrbauer muss Bonns Startelf wieder umbauen

Am Sonntag empfängt der Bonner SC mit Rot-Weiss Essen eines der Spitzenteams der Fußball-Regionalliga West im Sportpark Nord. Nach den beiden Niederlagen gegen Bergisch Gladbach und Lippstadt hat BSC-Coach Thorsten Nehrbauer Verständnis für die Unzufriedenheit einiger Fans.

Thorsten Nehrbauer, der Trainer des Fußball-Regionalligisten Bonner SC, kann sich ein Stück weit trösten: Auch Rot-Weiss Essen, nächster Gegner des BSC am Sonntag (14 Uhr, Sportpark Nord), hat offenbar Probleme mit den vermeintlich Kleinen in der Liga. Während der BSC am Mittwochabend Lippstadt mit 0:2 unterlag, kam der Tabellendritte gegen den Aufsteiger TuS Haltern am See nicht über ein 1:1 hinaus. Für die Essener Ambitionen im Aufstiegskampf deutlich zu wenig.

Mittlerweile hat die Mannschaft von Trainer Christian Titz fünf Punkte Rückstand auf den SC Verl. Das ist zwar noch kein Beinbruch, weil Verl ein schweres Restprogramm hat und Rot-Weiss auch noch im direkten Duell die Chance besitzt, den Abstand zu verkürzen. Allerdings darf sich der Tabellendritte keine Patzer mehr erlauben. Auffällig ist, dass sich auch die Essener besonders gegen die Aufsteiger schwertun. In fünf Partien gegen Liga-Neulinge (Bergisch Gladbach, Schalke U23, VfB Homberg, TuS Haltern) holte RWE nur acht Punkte.

„Es gibt nicht die kleinen Mannschaften, die du mal so eben an die Wand spielst“, sagt Nehrbauer. „Es ist eben nicht selbstverständlich, gegen Lippstadt oder Bergisch Gladbach zu gewinnen. Das gilt für uns ganz besonders.“ Natürlich habe sich das Team nach der Niederlage gegen Bergisch Gladbach viel vorgenommen. Und in der Tat verlief die erste Viertelstunde vielversprechend. Aber während der Schussversuch von Daniel Somuah ans Lattenkreuz klatschte, trafen die Gäste mit ihrem ersten Torschuss gleich ins Schwarze.

„Danach war die Mannschaft sofort verunsichert“, sagt Nehrbauer. Die Folge: Fehler in der Abwehrarbeit, aber vor allem zu wenige Abschlüsse in der Offensive. „Zudem fehlt uns der Spieler, der die Ärmel hochkrempelt und die Mannschaft mitreißt.“ Wer diesen Part am Sonntag übernehmen soll, wusste Nehrbauer noch nicht zu sagen. „Vielleicht ist es ja Evangelos Skraparas. Er ist neu und relativ unbefangen.“

Der Versuch Nehrbauers, die Mannschaft nach dem Match gegen Bergisch Gladbach auf insgesamt fünf Positionen zu verändern, brachte ebenfalls nicht den gewünschten Effekt. „Das geschah allerdings auch nicht ganz freiwillig“, erklärt der Coach. Marcel Kaiser war gelbgesperrt, der Wechsel von Robin Benz zu Jens Fikisi im Tor dem entzündeten Ellenbogen von Benz geschuldet. Bis zum Sonntag soll die Bonner Nummer eins wieder einsatzfähig sein.

Aber auch gegen RWE muss der BSC-Trainer umbauen. Cebrails Makreckis, einer der wenigen Lichtblicke gegen Lippstadt, fehlt nach seiner fünften Gelben Karte. „Natürlich wäre mir mehr Stabilität in der Startelf lieber“, meint Nehrbauer. „Aber Sperren, Verletzungen und die Formschwankungen einzelner Spieler machen derartige Umstellungen notwendig.“ Bleiben noch die vereinzelten, aber unüberhörbaren „Nehrbauer-raus-Rufe“ am Mittwochabend von der spärlich besetzten Tribüne. „Ich kann die Unzufriedenheit der Fans verstehen“, sagt der BSC-Coach. „Aber vielleicht sollten diese Anhänger, die meine Arbeit mit der Mannschaft in der Regel nicht kennen, ihre Energie dafür verwenden, die Jungs anzufeuern.“

Unterstützung tut in der Tat not, denn in der Tabelle könnte an diesem Wochenende der Wuppertaler SV auf Tabellenplatz 15 dem BSC bis auf zwei Punkte auf die Pelle rücken. Da auch die Essener – für Nehrbauer das Team mit der höchsten individuellen Qualität in der Liga – im Aufstiegsrennen extrem unter Zugzwang stehen, dürfen sich die Fans auf ein interessantes Spiel freuen. Auch die Kulisse verspricht Stimmung. Mindestens 500 Fans aus Essen werden erwartet.