Regionalliga: Bonner SC motiviert vor Spiel gegen TV Herkenrath

Regionalliga : Bonner SC motiviert vor Spiel gegen TV Herkenrath

Der kommende Gegner des Bonner SC, der TV Herkenrath, kämpft mit finanziellen Problemen. Der Ex-Bonner Lars Lokotsch steht vor dem Absprung bei den Bergischen.

Die Fußball-Regionalliga kann richtig wehtun. Vor allem denjenigen, die für die Portemonnaies der Spieler und Betreuer zuständig sind. Jüngstes Beispiel: Manfred Faber. Der hält seit 2011 die Geschicke des TV Herkenrath, letzter Gegner des Bonner SC am Samstag (14 Uhr, Sportpark Nord) im Fußballjahr 2018, in seinen Händen. Vor neun Jahren spielten die Feierabend-Kicker noch in der Kreisliga C. Faber führte den Verein im D-Zug-Tempo in acht Jahren zu sechs Aufstiegen.

Der alteingesessene Herkenrather, Inhaber einer Steuerberatungsgesellschaft, sorgte für die finanzielle Unterstützung. Nun aber steht der Aufsteiger dem Vernehmen nach kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. „Die Gehälter sind bis einschließlich Dezember gesichert“, meinte dagegen TVH-Pressesprecher Walter Convents. Über die Höhe des monatlichen Salärs konnte Convents nichts sagen. „Was danach passiert, ist allerdings noch offen.“ Den Verein aus dem Spielbetrieb zurückzuziehen, ist laut Convents keine Option. Dafür seien allerdings Opfer nötig. „Wir werden Spieler in der Winterpause abgeben“, meinte der THV-Pressesprecher.

Ex-BSC-Stürmer Lars Lokotsch, Karoj Sindi, Suheyel Najar und Vincent Geimer haben laut Convents um Freigabe in der Winterpause gebeten. Offen sei auch, ob Thomas Zdebel unter diesen Umständen das sowieso schon schwierige Unterfangen Klassenerhalt als verantwortlicher Trainer begleitet. Um Najar und vor allem Geimer hatte sich vor der Saison auch BSC-Sportdirektor Thomas Schmitz intensiv bemüht. Ein nachträglicher Wechsel in der Winterpause scheint ebenfalls ausgeschlossen. „Geimer kann sich einen Regionalligisten aussuchen“, sagt Schmitz. Auch Lokotsch und Najar verfolgten nach seiner Kenntnis andere Ziele.

Spieler sind hochmotiviert

Dafür wurde der BSC-Sportdirektor woanders fündig. Den Namen wollte der 38-Jährige noch nicht verraten. „Den gibt's nach dem Spiel am Samstag gegen Herkenrath“, meinte Schmitz.

Besinnliche und entspannte Weihnachten sind auch bei der SG Wattenscheid 09 nicht zu erwarten. Das September-Gehalt war erst mit rund sechs Wochen Verspätung auf den Konten der Spieler eingetroffen. Das Geld für Oktober soll nach Informationen des Fachmagazins „Kicker“ noch immer ausstehen. Aufsichtsratschef und Haupt-Geldgeber Oguzhan Can will am Wochenende eine Erklärung abgeben.

Für Florian Mager, der gegen Herkenrath sein letztes Spiel für den Tabellen-13 als BSC-Interimstrainer bestreitet, spielt die aktuelle Entwicklung in Herkenrath keine Rolle. „Das hat uns nicht zu interessieren“, sagte der 27-Jährige, der sich das 1:2 des Aufsteigers am vergangenen Samstag gegen die U23 des 1. FC Köln anschaute. „Von Querelen oder fehlender Motivation war da jedenfalls nichts zu spüren“, berichtete der BSC-Trainer.

Motivationsprobleme sollten auch den Spielern des BSC fremd sein. „Gegen Herkenrath haben wir einiges gutzumachen“, sagte Mager und liefert auch gleich die dazu passenden Zahlen. „Gegen Viktoria Köln haben wir in zwei Spielen vier Treffer kassiert. Gegen Herkenrath sind es bislang sieben.“ Zudem war das 2:4 im Pokalspiel der Anfang vom Ende der Ära Daniel Zillken.

Die erste Niederlage seiner Amtszeit mit dem 0:2 am vergangenen Freitagabend beim Spitzenreiter Viktoria nahm Mager gelassen. „Auch nach der Videoanalyse bin ich der Meinung, dass wir phasenweise ein sehr gutes Spiel gemacht haben.“ Am Selbstbewusstsein sollte es deshalb gegen den Aufsteiger nicht liegen. Auch die personelle Lage hat sich seit Freitag weiter entspannt. Die seinerzeit verletzt fehlenden Vojno Jesic und Sebastian Hirsch trainieren wieder mit der Mannschaft.

Um zu realisieren, wie wichtig die Partie gegen den Aufsteiger ist, reicht ein Blick auf die Tabelle. Der Vorsprung auf den Tabellen-16. Wiedenbrück beträgt lediglich drei Punkte. Zudem steht nach der Partie die Weihnachtsfeier an. „Da ist eine Niederlage nicht gut für die Stimmung“, sagte Mager.

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