Fußball-Regionalliga: Bonner SC ist zu Gast bei Alemannia Aachen

Fußball-Regionalliga : Bonner SC ist zu Gast bei Alemannia Aachen

Der BSC ist nach dem 1:1 des TuS Erndtebrück am Mittwoch gegen Viktoria Köln auf Tabellenplatz 16 der Regionalliga abgerutscht, was unweigerlich den Abstieg bedeuten würde. Den Bonnern fehlen Punkte, Gastgeber Aachen fehlt Geld.

Daniel Zillken bleibt für mindestens eine weitere Saison Cheftrainer des Bonner SC (der GA berichtete). Egal, ob der Fußball-Regionalligist die Klasse hält oder nicht. „Der Vertrag ist ligaübergreifend“, versichert Thomas Schmitz. Dem Sportdirektor bleibt auch nicht viel anderes übrig, als für Regionalliga und Mittelrheinliga zu planen. Der BSC ist nach dem 1:1 des TuS Erndtebrück am Mittwoch gegen Viktoria Köln auf Tabellenplatz 16 abgerutscht, was unweigerlich den Abstieg bedeuten würde.

Am Samstag (14 Uhr, Tivoli) hat die Zillken-Elf Alemannia Aachen vor der Brust, bevor dann am kommenden Dienstag um 19.30 Uhr im Sportpark Nord mit dem Abstiegsgipfel gegen den FC WegbergBeeck für den BSC die englischen Wochen bis zum Saisonfinale am 13. Mai eingeläutet werden. Wie für einen Champions-League-Teilnehmer heißt es dann für die Zillken-Schützlinge, jeden dritten Tag um den Ligaverbleib zu spielen – und vor allem zu kämpfen.

„Das ist das Mindeste, was ich von meinen Spielern erwarten muss“, sagt Zillken und meint damit die eher maue Darbietung gegen Viktoria Köln, in der die Elf neben spielerischer Qualität auch die nötige Aggressivität im Zweikampf vermissen ließ. Alemannia-Coach Fuat Kilic sah auf der Tribüne im Sportpark live zu und dürfte seinen Spielern wenig Furchterregendes berichtet haben.

Aber auch der kommende Gegner des BSC ist trotz der sportlich bislang sehr gut verlaufenden Saison nicht sorgenfrei. Während Funktionsträger des BSC zuletzt nochmals betonten, nur das auszugeben, was auch eingenommen wird, sinnieren die Fans der Alemannia darüber, wie sie ihre Spieler durch Geldspenden zum Bleiben bei dem notorisch klammen Verein bewegen können. Aachen steckt nach dem Bundesligaabstieg 2007 seit 2013 vor allem aufgrund fehlender finanzieller Mittel in der Regionalliga fest. „Wir sind stolz darauf, dass sich unsere Fans über solche Dinge keine Gedanken machen müssen“, sagt Zillken. Die Sorge um den Klassenerhalt ist schon Ballast genug.

Platz 15 könnte reichen

Nachdem die U 23 des 1. FC Köln mittlerweile um sieben Punkte enteilt ist, sind auch WegbergBeeck und vor allem Erndtebrück dem BSC auf die Pelle gerückt. Für Verwunderung am letzten Spieltag sorgte insbesondere der 4:0-Sieg von Erndtebrück beim Wuppertaler SV. Von einer gleichgültigen Leistung der Wuppertaler war anschließend die Rede. Die erhoffte Erhöhung des Etats liegt laut WSV-Aufsichtsrat erst einmal auf Eis und hemmt offenbar den Einsatzwillen der Spieler.

Der schnöde Mammon könnte indirekt auch das Schicksal des BSC beeinflussen. Am Dienstag verkündete Drittligist FC Chemnitz die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, womit der Abstieg der Sachsen aufgrund des Abzugs von neun Punkten besiegelt ist. Damit dürfte der Klassenerhalt der SF Lotte so gut wie sicher sein, was wiederum den Tabellenfünfzehnten der Regionalliga West retten könnte, falls gleichzeitig der Westvertreter in die 3. Liga aufsteigt. Von Platz 15 ist der BSC lediglich einen Punkt entfernt.

Die beiden aussichtsreichsten Kandidaten sind der KFC Uerdingen und Viktoria Köln. Wer Meister wird, trifft in der Relegation auf einen der beiden Vertreter der Regionalliga Südwest. Neben dem enteilten 1. FC Saarbrücken haben die Offenbacher Kickers zurzeit die besten Karten. „Das alles können wir allerdings nicht beeinflussen“, sagt Zillken. „Wir setzen alles daran, es aus eigener Kraft zu schaffen.“

Ein wenig Hoffnung macht derzeit der Genesungsverlauf von Kris Fillinger. Der laut Zillken für die Defensivarbeit der Mannschaft immens wichtige Sechser kehrte nach seiner Muskelverletzung in Rödinghausen wieder ins Training zurück. Für Vojno Jesic ist die Saison dagegen gelaufen. Der zentrale Mittelfeldakteur des BSC wird am 17. April wegen einer hartnäckigen Schambeinentzündung operiert.

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