Bonner SC ist Letzter in der Fairnesstabelle

Viele Gelbe und Rote Karten : Bonner SC ist Letzter in der Fairnesstabelle

Ohne die gesperrten Bernard Mwarome, Cedric Mvondo und Dario Schumacher tritt der Bonner SC am Freitagabend bei der U23 von Borussia Mönchengladbach an. Dafür steht David Winke Trainer Thorsten Nehrbauer wieder zur Verfügung.

Der Bonner SC hat ein Problem. Ein großes Problem sogar. Und damit ist diesmal nicht der 13. Tabellenplatz mit dem zweifellos dünnen Drei-Punkte-Polster auf den möglicherweise abstiegsrelevanten 15. Rang gemeint. Es sind vielmehr die Gelben und Roten Karten, die den BSC insbesondere in den zurückliegenden beiden Begegnungen kräftig ausgebremst haben.

Im Match beim Schalke-Nachwuchs sah Bernard Mwarome glatt „Rot“. Noch immer warten die Bonner im Übrigen auf das Strafmaß für das angebliche Vergehen des Bonner Mittelfeldakteurs. Gegen Verl musste Cedric Mvondo nach „Gelb-Rot“ vorzeitig unter die Dusche. In beiden Partien spielte die Elf von Trainer Thorsten Nehrbauer durchaus passabel, zog aber jeweils den Kürzeren – auch aufgrund der Hinausstellungen.

Am Freitagabend (19.30 Uhr) im Rheydter Grenzlandstadion gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach fehlt nun auch noch Dario Schumacher, der sich als „Zehner“ gegen Verl die fünfte Gelbe Karte einhandelte. In der Fairnesstabelle findet sich der BSC auf dem letzten Platz wieder. Insgesamt 64-mal „Gelb“, dreimal „Gelb-Rot“ und zweimal „Rot“ stehen für die Bundesstädter zu Buche, was in der Liga absolut konkurrenzlos ist.

Nächste Sperre droht

Nehrbauer sieht diese Statistik mit gemischten Gefühlen. „Es stimmt, dass wir in vielen Szenen einen Tick zu spät kommen und zu naiv auftreten.“ Aber die Kartenflut zuletzt gegen Verl sei maßlos übertrieben gewesen. Siebenmal zückte der Unparteiische am vergangenen Samstag den gelben Karton gegen Spieler des BSC. Auch Nehrbauer und seinen Assistenten Gordon Addai bedachte der Referee mit einer Verwarnung. Aber auch sonst war der Bonner Trainer mit der Leistung des Schiedsrichters nicht einverstanden. „Das Foul an Schikowski war in Wahrheit eine Schwalbe, die Hinausstellung gegen Mvondo zu hart.“ Das ergab laut Nehrbauer die Videoanalyse.

Dennoch hat der Übungsleiter die Hauptgründe für die beiden jüngsten Niederlagen in den eigenen Reihen ausgemacht. „Auch gegen Verl haben wir uns wieder einmal selbst geschlagen.“ Neben mangelnder Disziplin und Cleverness bringen ihn die individuellen Fehler an den Rand der Verzweiflung. So führte ein Missverständnis zwischen BSC-Schlussmann Robin Benz und Rechtsverteidiger Sebastian Hirsch zum 0:1.

„Das zieht sich wie ein roter Faden durch diese Saison“, sagt Nehrbauer, der dennoch mit Blick auf den Abstiegskampf ziemlich gelassen bleibt. „Die Grundausrichtung stimmt. Das Team funktioniert. Wir müssen einfach cooler und cleve­rer werden.“

Gegen die Mönchengladbacher, die im Hinspiel glücklich mit 3:2 gewannen, kann Nehrbauer wieder auf David Winke zurückgreifen. Der 20-Jährige rückt für den gesperrten Mvondo in die Startelf. Auf sechs Positionen, so wie vor der Partie gegen Verl, dürfte der BSC-Trainer diesmal die erste Elf wohl nicht verändern. Für den gesperrten Schumacher könnten Burak Gencal, Cebrail Makreckis, Aloy Ihenacho oder sogar U19-Spieler Kelana Mahessa die zentrale Spielmacherposition übernehmen.

Mönchengladbachs Coach Arie van Lent, der 2004 das letzte Tor für die Borussia auf dem legendären Bökelberg schoss, muss ähnlich wie Nehrbauer seit der Rückrunde auf seinen besten Torschützen verzichten. Charalambos Makridis, der in der Hinrunde nicht weniger als zwölf Treffer erzielt hatte, heuerte beim Zweitligisten SSV Jahn Regensburg an.

In Rheydt droht im Übrigen Markus Wipperfürth die nächste Sperre. Der BSC-Linksverteidiger sammelte im Verlauf der Saison bislang schon neun Gelbe Karten.