1. Sport
  2. Bonner SC

Regionalliga West: Bonner SC feiert Saisoneröffnung auf dem Münsterplatz

Regionalliga West : Bonner SC feiert Saisoneröffnung auf dem Münsterplatz

Bei bestem Wetter und vor rund 350 Fans hat der Bonner SC am Samstag auf dem Bonner Münsterplatz die Eröffnung der neuen Saison gefeiert.

Kim Wilde, Pop-Ikone aus den 80ern, mag die große Showbühne am Bonner Münsterplatz am Freitagabend vor ihrem Konzert forscher betreten haben. Und tatsächlich wirkte der Auftritt der Spieler des Fußballregionalligisten Bonner SC an selber Stelle anlässlich der offiziellen Saisoneröffnung ein Stück weit schüchtern. Moderator Stefan Krämer, BSC-Vorstandsmitglied und Stadionsprecher in Personalunion, musste die Herrschaften gleich zweimal bitten, hervorzukommen und sich den rund 350 Fans vor der Bühne zu präsentieren.

Als wenn die äußerst großzügig bemessene Showbühne und die wieder einmal recht bescheidenen Ansprüche des BSC nicht zusammenpassten. 20 Spieler, gekleidet in den roten Leibchen mit dem Aufdruck des Hauptsponsors, und einer in unscheinbarem weißen T-Shirt, fremdelten zunächst. Das sollte sich nach den ersten kurzen Interviews schnell ändern. Aufgeteilt nach Positionen bat Krämer jeden einzelnen Spieler um eine kurze Einschätzung der bevorstehenden Spielzeit 2018/2019, die am Samstag mit dem Heimspiel im Sportpark Nord gegen die U 23 von Borussia Dortmund beginnt.

Das erste Wort hatte allerdings Thomas Schmitz. „Drin bleiben und sich in der Liga etablieren“, formulierte der BSC-Sportdirektor das Saisonziel, das niemanden überrascht haben dürfte. Eine Sicht der Dinge, von der keiner der Protagonisten im weiteren Verlauf der Veranstaltung auch nur einen Hauch abweichen sollte. „Die Kaderplanung war und ist sehr herausfordernd“, meinte Schmitz. Der BSC sei nun einmal nicht auf Rosen gebettet und müsse deshalb aus seinen im Vergleich bescheidenen Mitteln das optimale herausholen. Aber klein und bescheiden sei ja nicht unbedingt schlecht.

„Hier geht es viel familiärer zu“, meinte zum Beispiel Neuzugang Nils Rütten, der damit den Vergleich zu seinem Ex-Verein, der U 23 von Borussia Mönchengladbach, zog. „Hier beim BSC ist man viel näher dran.“ Dass die meisten Ligakonkurrenten laut BSC-Cheftrainer Daniel Zillken „personell mächtig aufgerüstet haben“, schreckte an diesem Samstag noch keinen. Ein Innenverteidiger für den am Freitag am Jochbein und der Augenhöhle erfolgreich operierten BSC-Kapitän Mario Weber, zwei weitere Offensivspieler und eben der Mann im weißen T-Shirt stehen noch auf der Wunschliste des BSC-Sportdirektors.

"Ich will hier in Bonn spielen"

Der damit gemeinte Shunya Hashimoto machte auf der großen Bühne mit den entspanntesten Eindruck. „Ich will hier in Bonn spielen“, radebrechte der Japaner und gab sein breitesten Lächeln zum Besten. „Wir setzen alle Hebel in Bewegung, damit Hashimoto den Vertrag bis zum 30. Juni 2019 unterschreiben kann und vielleicht sogar bis zum Samstag die Spielberechtigung erhält“, versprach Schmitz. Bei Vojno Jesic scheint die Sachlage weitaus unkomplizierter. Der seit Winter verletzte Mittelfeldspieler ist nach überstandener Schambeinentzündung schmerzfrei und soll in dieser Woche einen neuen Vertrag unterschreiben.

„Ich freue mich sehr, dass er zurückkommt“, sagte Schmitz. „Er bringt uns auf ein höheres Level.“ Während sich Jesic bereits den Fans auf dem Münsterplatz präsentierte, fehlte Robin Schmidt. Der Angreifer, der zu Mittelrheinligazeiten bereits für den BSC spielte, soll bis Mitte der Woche bei seinem neuen Arbeitgeber klären, ob sich Job und Regionalligafußball miteinander vereinbaren lassen.

Zillken scheint jedenfalls nicht abgeneigt, Schmidt in den BSC-Kader aufzunehmen. Der 50-Jährige erklärte, dass es auch diesmal alles andere als leicht sein werden dürfte, die Klasse zu halten. „Es wird auch schlechte Spiele geben. Aber wir besitzen die Mentalität, den Abstiegskampf zu bestehen. Wenn wir unser Limit erreichen, können wir mit jedem Gegner mithalten“, sagte der BSC-Coach, die sich wie alle Beteiligten auf den Ligastart freut. „Und die letzte Saison mit der Spannung bis zum letzten Spieltag hat schließlich auch ein bisschen Spaß gemacht.“