Regionalliga West: Bonner SC erwartet Kaan-Marienborn zum "Endspiel"

Regionalliga West : Bonner SC erwartet Kaan-Marienborn zum "Endspiel"

Für den Bonner SC heißt es am Samstag Entweder-oder. Im letzten Saisonspiel reicht den Bonnern gegen den 1. FC Kaan-Marienborn ein Punkt zum Klassenerhalt. Bei einer Niederlage wären die Rheinlöwen auf Schützenhilfe angewiesen.

Was wäre wenn? Eine beliebte und deshalb häufig gestellte Frage, wenn es um die vor einem letzten Spieltag möglichen Tabellenkonstellationen geht. Im Falle des Fußball-Regionalligisten Bonner SC lässt sie sich relativ einfach beantworten. Gegen den Aufsteiger 1. FC Kaan-Marienborn sollte der BSC am Samstag (14 Uhr, Sportpark Nord) bloß nicht verlieren. In diesem Fall wäre die Elf von Cheftrainer Markus Zschiesche auf fremde Hilfe angewiesen. Denn dann müsste die SG Wattenscheid (40 Punkte) im zweiten Abstiegskrimi des letzten Spieltags gegen den SV Straelen (39) gewinnen, damit die Bonner (40) im Sommer in ihre vierte Regionalligasaison in Folge starten können.

Gelingt dem BSC dagegen mindestens ein Unentschieden, ist der Klassenerhalt gesichert. Dann spielt der Ausgang der Begegnung in Wattenscheid keine Rolle mehr. Siegt Straelen, steigt die SG in die Oberliga ab. Gewinnt Wattenscheid oder spielt die SG 09 remis, kommt für den Aufsteiger mit seiner Trainerin Inka Grings jede Hilfe zu spät.

„Für uns spricht die Tatsache, dass es in unserem Spiel nur ein Entweder-oder gibt“, sagt Zschiesche. Spannung und der bange Blick aufs Smartphone sind am Samstag also garantiert. Geht es nach Zschiesche, sollten seine Spieler eher damit rechnen, dass Straelen gewinnt.

Damit möglichst viele Zuschauer im Sportpark an den Nägeln kauen, senkt der aktuelle Tabellen-14. die Preise. Bei freier Platzwahl kosten die Tickets am Samstag neun (ermäßigt sieben) Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre können sich den Abstiegskrimi kostenlos anschauen. „Gerade jetzt brauchen wir die Unterstützung der Fans“, sagt der BSC-Aufsichtsratsvorsitzende Michael Pieck. Schon beim so wichtigen 2:1-Sieg in Aachen durften sich Spieler und Trainer über die lautstarke Unterstützung des mitgereisten BSC-Anhangs freuen.

Dass der Erfolg auf dem Aachener Tivoli nicht zum vorzeitigen Klassenerhalt reichte, will Zschiesche nicht in den Kopf. „Die Liga ist einfach verrückt“, sagt der Berliner und meint damit vor allem den vollkommen unerwarteten 2:0-Vorwochenerfolg des SV Straelen gegen den Spitzenreiter Viktoria Köln. „Wir können uns auf nichts und niemanden verlassen, sondern wir müssen uns ganz auf die eigene Leistung konzentrieren.“

"Die Trainer haben Priorität"

Und diese stimmte vor einer Woche in allen Mannschaftsteilen. Sowohl spielerisch als auch kämpferisch hatten sich die Gäste in Aachen den Dreier verdient. Selbst die zuletzt so miserable Chancenverwertung konnte sich sehen lassen. Aus einem halben Dutzend Gelegenheiten machten die Bonner zwei Treffer. „Wir haben auch in den Spielen zuvor nicht gerade schlecht agiert, waren aber vor dem Tor nicht durchschlagskräftig genug. Das hat in Aachen besser funktioniert“, findet der BSC-Coach. Auch aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass Zschiesche an der Elf festhält, die mit dem 2:1 die Voraussetzung für ein Happy End geschaffen hat. Von Schlussmann Alexander Monath, der den verletzten Martin Michel ohne Fehl und Tadel vertrat, bis zu Daniel Somuah präsentierte sich der BSC als Einheit. „Jeder war für den anderen da“, lobt Zschiesche. Die Entscheidung, ob der Fußballlehrer nach positivem Ausgang am Samstag auch in der kommenden Regionalligasaison BSC-Trainer bleibt, dürfte indes wohl erst in einigen Tagen getroffen werden. Denn am Sonntag fliegt der 37-Jährige erst einmal zu seinem Vater, der am entscheidenden 34. Spieltag der Regionalliga West seinen 65. Geburtstag feiert.

„Die Trainer haben Priorität“, sagt derweil BSC-Sportdirektor Thomas Schmitz. „Unser Ziel ist die Vertragsverlängerung. Mit der Arbeit von Zschiesche und Ronny Ermel sind wir hochzufrieden. Aber alles muss passen“, meint Schmitz. Wann die angestrebte Vertragsverlängerung über die Bühne gehen soll, wusste Schmitz nicht zu sagen. „Wir wollen in jedem Fall so rasch wie möglich Klarheit.“

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